Kapitel 6: Die Akademie

Seit ihrer Ankunft in der Akademie war Taz von einer kleinen Legion Personal mitgerissen worden, die ihr tausend Fragen stellten, auf die sie keine Antworten wusste und sie musste sich für eine volle körperliche Untersuchung ausziehen, was die aller peinlichste Erfahrung ihres Lebens war. Das G.L.E.E Personal schien skeptisch wegen ihrer Größe und ihres Alter, aber die Kommandeurin hatte ihr einen Brief vom Admiral persönlich besorgt, der Gold wert war und schon bald bekam Taz drei adrett zusammengefaltete Kadett Uniformen und wurde zum nächsten Badezimmer gewiesen.

Sich selbst im Badezimmerspiegel anstarrend, drehte Taz sich von Seite zu Seite um es auf sich wirken zu lassen. Die Kadett Uniformen waren in einem schlichten beige, nicht so eindrucksvoll wie Up's Tarnfarben und sogar die kleinste Größe der Liga schlotterte an ihr. Sie zog ihren Gürtel fester, glättete die Vorderseite ihres Oberteils und knotete ihre Haare, die eine gute Wäsche brauchten, in einen festen Zopf.

„Kadett Taz, zu Ihren Diensten." sagte sie laut und kam sich sofort dumm vor.

Als sie auftauchte, wartete Up auf sie und ihr war nicht bewusst gewesen, wie sehr sie ihn und seine tröstende Gegenwart vermisst hatte, bis sie eine Welle der Erleichterung fühlte.

„Wurdest du schon entlassen?" fragte er.

Taz warf einen Blick auf die nächstliegende grüne Uniform und zuckte mit den Schultern.

„Komm schon." sagte Up. „Ich werd dir deine neue Quartiere zeigen."

"Wo bist du gewesen?" fragte sie ihn, als sie das Labyrinth aus Fluren betraten, aus dem die Akademie bestand. Er sah zu ihr und hob seine Augenbrauen.

"Papierkram. Es gibt viel Bürokratie, wenn man neu zugeteilt wird."

"Weißt du-"

"wo ich hin versetzt werde?" Up zuckte mit den Schultern. "Das entscheidet der Admiral. Sie stecken mich dorthin, wo ich am nützlichsten sein werde."

"Aber es könnte lejos sein." sagte sie. [lejos = weit weg]

Sie war sich nicht sicher, ob er das Wort kannte, aber er schien es zu verstehen. "Ich bin ein Starship Ranger, Taz. Ich bleibe nicht sehr lang an einem Ort."

Ihr Magen verkrampfte sich. Sie sagte nichts und nach einer Weile fuhr er fort. "Die Dinge werden hier ein bisschen anders laufen, Taz. Das musst du wissen. Du wirst mit den anderen Kadetten einquartiert und ich.. ich werde euer höherer Offizier sein."

Sie wusste es war wahr, aber das hielt ihre Fäuste nicht davon ab, sich vor Wut zu ballen. Up hielt vor einer soliden Metalltür an und überprüfte die Nummer.

"Das ist deins." sagte er.

"Vielen Dank, Sir." sagte sie so kalt, wie sie konnte.

Er sah verletzt aus. "Hör zu, ich werde eine Weile hier bleiben. Es gibt keine weitere Starship-Pflicht über einen Monat lang. Ich werde noch nirgendwo hingehen."

Taz hob ihren Arm in der besten Imitation eines Saluts, die sie aufbringen konnte. Up seufzte und erwiderte die Geste.

"Rührt Euch, Kadett." sagte er und drehte sich zum Gehen um.

Später in dieser Nacht lag Taz in ihrer neuen Koje und hörte den Atemzügen der anderen elf Kadetten zu, hauptsächlich Jungs aber auch ein paar Mädchen waren darunter, alle natürlich älter als sie. Sie ertappte sich dabei, sich stattdessen Up's gewohntes Schnarchen zu wünschen - der idiota schnarchte, obwohl er anderes behauptete. Sie sollte glücklich sein - sie war hier, an der Akademie, endlich ein richtiger G.L.E.E Kadett - aber sie fühlte sich einsamer als jemals zuvor.

oOo

Up dachte sich, dass Taz einfach nur Zeit brauchte um sich an ihr neues Leben in der Akademie zu gewöhnen. Er versuchte mit ihr zu reden, wann immer er sie in der Kantine oder im Innenhof sah, aber sie reagierte nicht, bis zu dem Punkt, an dem sie ihn unverhohlen ignorierte. Nicht gewohnt, mit dem irregeleiteten Zorn einer 15-jährigen umzugehen, hörte er letztendlich auf, zu versuchen sie dazu zu bringen, seine Existenz einzugestehen, doch widerwillig. Vielleicht sollte er es nicht, aber er vermisste es, sie um sich zu haben.

Die Lehrer der Akademie waren von Taz beeindruckt, und Up konnte nichts dagegen tun, eine Welle des Stolzes zu verspüren, jedes Mal, wenn er aufschnappte, dass sie ihren Fortschritt besprachen. Sie konnte im Ring alle aus ihrer Klasse schlagen und konnte ihre guten Sportergebnisse aufrechterhalten. Er bekam keine Möglichkeit, es selbst zu sehen, bis zu dem Tag, an dem er gebeten wurde ein paar Klassen zu unterrichten, für einen Ausbilder, der ein bisschen zu viel zu trinken am Abend zuvor hatte. Die zweite Klasse am Tag war Taz'.

Up begutachtete die Gruppe neuer Kadetten vor sich. Die meisten waren unruhig, zogen an ihren Uniformen und warfen sich gegenseitig nervöse Blicke zu. Vielleicht war ihm sein Ruf vorausgeeilt. Taz sah stur geradeaus, sah weder zu ihm noch zu einem anderen.

"Also gut, Kadetten." bellte er. "Lasst uns sehen, was ihr drauf habt."

Er fing mit ihnen an, wie immer: Liegestütze, Push-ups und keine Gnade. Der erste brach nach 20 Minuten zusammen und das schien den Entschluss der anderen zu stärken, wie es oft der Fall war. Er sah verstohlen zu Taz, die halb durch ihre dritte Runde Push-ups war. Ihre Arme zitterten, kaum wahrnehmbar. Ihre Geschwindigkeit ließ nicht nach.

Als die Kadetten vor Schweiß glänzten und schwer atmeten, stellte er sie für Sparring auf. Er konnte sehen, wer schon Erfahrungen hatte, bevor er zur Akademie gekommen war und wer nicht. Die meisten hatten noch einen langen Weg vor sich. Als Taz ihren dritten Gegner auf den Boden geworfen hatte, seufzte Up. Hier gab es keinen, der an sie rankam.

Er zog seine Jacke aus und trat auf die Matte. Einer der Kadetten pfiff und die Klasse sammelte sich, um zuzuschauen.

Sie umkreisten einander, wie sie es viele Male zuvor getan hatten, aber etwas war dieses Mal anders. Taz war ein Wirbel der Wut, als sie sich auf ihn stürzte und er musste seine volle Konzentration darauf verwenden, ihre Schläge zu blocken. Linker Schlag, rechter Haken, Knie, Ellbogen – er war in der Defensive. Die Kadetten fingen an ihn auszubuhen.

Er schaffte einen Treffer, einen Seitenhieb, der sie auf den Teppich schickte, aber bevor er blinzeln konnte, war sie auf ihre Füße gerollt und sie umkreisten sich wieder. Dieses Mal bewegte er sich zuerst.

Sie blockte ihn und sie kämpften in einer Geschwindigkeit, die Up lange Zeit nicht mehr erreicht hatte. Er rollte sich weg, um einem gut platzierten Roundhouse-Kick zu entgehen. Sie versuchte wirklich ihn zu verletzen.

Gerade als er auf die Füße kam, sprang Taz ihn an, Arme über den Kopf erhoben und einen wilden Blick in den Augen. Seine Hände nach oben werfend, fing er ihre und hielt sie fest, zwang sie zurück über ihren Kopf. Sie kämpfte, um seinen Griff zu lockern. Ihre Gesichter waren nur ein paar Zentimeter voneinander entfernt, als er sich zu ihr lehnte. Ihre Blicke verfingen sich und sie hörte auf zu kämpfen.

Sie standen da, Nase an Nase und atmeten schwer, bis nach einem langen Augenblick die Kadetten anfingen zu klatschen. Up ließ sie los und sie stolperte zurück, ihre Handgelenke reibend.

„Das reicht für heute, Kadetten." sagte er, versuchend seine Müdigkeit nicht durchklingen zu lassen. Taz sah zu ihm zurück, als sie mit dem Rest ihrer Klassenkameraden den Raum verließ. Er fragte sich, ob ihr Herz so schnell schlug wie seins.

oOo

Taz wusste, dass ihr ihr furchtbares Verhalten ihm gegenüber verziehen war, als Up sich neben sie in der Kantine setzte und über ihre Schulter auf das Buch spähte, gegen das sie ihre Stirn schlug.

„Rechnen?" fragte er.

„Sie sagten, ich brauche meine Highschool Noten, bevor ich mich offiziell als Ranger qualifizieren kann." sagte sie. „Ich muss die Klausuren absitzen für Englisch, Chemie -" Sie gestikulierte hilflos zu dem bedeutungslosen disparate [= Unsinn] vor ihr. „Und dieses tema estúpido." [= dummes Thema]

„Lass mich das mal sehen." sagte er und zog das Buch zu sich rüber. „Ah! Optimierung! Das ist einfach! Alles, was du tun musst, um eine Funktion an einem geschlossenen Intervall zu optimieren, ist, alle Stellen zu finden, wo die Ableitung Null ist oder nicht existiert und die Werte der Funktion an diesen Punkten und den Endpunkten deiner Intervall zu vergleichen."

Sie blinzelte und blinzelte wieder und er gluckste. „Okay, okay, Rechnen ist hart. Aber ich mach dir einen Deal."

Sie beäugte ihn misstrauisch.

„Ich werde dir beim Rechnen helfen – wenn du mir versprichst, das beim nächsten Mal, wenn wir kämpfen werden, du dir nicht ganz so viel Mühe geben wirst mich umzubringen?"

Sie errötete bis in die Haarspitzen, aber er lächelte und sie wusste, dass sie miteinander auskommen würden. „Es un acuerdo. Es ist ein Deal."

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Joa, endlich hab ich mich mal überwunden weiter zu übersetzen.. XD Hoffentlich liest auch irgendjemand meine Übersetzung und reviewt...wär ich sehr happy..!

LG

Ronjale55