Ein neuer Anfang von WickedBlue

Zusammenfassung:

Ein etwas tieferer Einblick in die Szene aus dem Pilotfilm (erste Folge mit Alexander Brandt), in der Semir Alex aus dem brennenden Wagen rettet, und wie es danach weitergegangen sein könnte.

Diese Szene ist meine absolute Lieblingsszene aus der Folge.

Der Disclaimer interessiert wahrscheinlich niemanden, aber wie auch immer, mir gehört nix. Ich habe mir alles nur kurz ausgeborgt.

Anmerkung: Deutsch ist zwar meine Muttersprache, aber viel benutzen tu ich sie in den letzten Jahren nicht. Das ist auch die erste Geschichte, die ich nicht in Englisch schreibe, also sagt bitte Bescheid, falls etwas komisch klingt.

Anmerkung2: Diese Geschichte wurde eigentlich für eine deutsche Fanfiktion-Seite geschrieben. Aber da sie eh schon geschrieben ist, kann ich sie ja auch hier veröffentlichen. Vielleicht stolpert ja auch mal jemand drüber.

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Alex saß fest.

Sein Bein war hinter dem Lenkrad eingeklemmt und so sehr er auch daran zog, es rührte sich einfach nichts.

Er saß fest in einem brennenden Auto, das auf dem Dach hinter einem Truck mit Sprengstoff hergezogen wurde.

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Sie war schon irgendwie absurd diese Situation.

Noch absurder war, wie er in diese Situation reingekommen war. Seitdem Alex erfahren hatte, dass er freigelassen werden würde, hatte er die Zeit damit verbracht, sich auszumalen, was er machen würde, wenn aus dem Gefängnis raus war.

Mats zur Rede stellen?

Sich mit Sarah aussprechen?

Und dann? Irgendwo anders weit weg noch mal neu anfangen?

Alex hatte gewusst, dass er nicht zurück zur Drogenfahndung wollte. Zu tief war der Graben, der sich aufgetan hatte als der eine Teil seiner Kollegen ihm die Drogen untergeschmuggelt hatte und der andere Teil ihm nicht glauben wollte, dass er unschuldig war. Das gebrochene Vertrauen konnte man nicht mehr richten. Nein, dorthin konnte er einfach nicht zurück, so sehr er seinen Job als Polizist bei der Drogenfahndung auch geliebt hatte.

Aber was er sonst tun sollte, wusste Alex nicht. Soweit hatte er nicht geplant. Er hatte einfach nur nach Hause gewollt. Im eigenen Bett schlafen. Dann den nächsten Tag sein Motorrad durchchecken und dann einfach nur los fahren. Raus. Weg von Allem. Frische Luft schnappen. Den Kopf freikriegen und einfach nur frei sein. Er wollte einfach nur durchs Land fahren ohne jeden Plan und vor allem ohne jede Einschränkung. Am besten zum Meer.

Soweit war es allerdings nicht gekommen. Plötzlich war Paul in seinem Haus aufgetaucht und hatte alle Pläne durchkreuzt. Und jetzt spürte Alex nicht den kühlen Fahrtwind auf seinem Motorrad, sondern die glühende Hitze des brennenden Wagens in dem er lag.

Aber Alex hatte es ihm geschuldet. Paul hatte ihm das Leben gerettet. Wäre er nicht gewesen, wäre Alex wirklich in seiner Zelle verblutet, nachdem sein neuer Zellennachbar und seine zwei Freunde mit Messern auf ihn losgegangen waren.

Als Ex-Bulle wurde man von allen im Gefängnis gehasst. Von den Insassen genauso wie von den Wärtern. Die hatten zufällig die Zellentür unverschlossen gelassen und hatten dann natürlich von dem Kampf nichts gesehen oder gehört. Hätte Paul sich nicht danach um Alex gekümmert und ihn in die Krankenstation gebracht, wäre er dabei draufgegangen.

Es war keine Freundschaft, die zwischen ihnen war.

Freunde hatte Alex nicht mehr.

Brauchte er nicht.

Freunde fielen einem sowieso nur in den Rücken und wenn man keine hatte, konnte man sich wenigsten sicher sein, dass man von der Seite nicht auch noch betrogen wurde.

Aber im Gefängnis brauchte man Verbündete. Auf sich allein gestellt, war es zu gefährlich.

Dass Paul jetzt ausbrechen würde, damit hatte Alex nicht gerechnet. Aber er hätte sich auch aus der Sache raushalten können und Paul wegschicken können. Er hatte wirklich kurz darüber nachgedacht, aber dann hatte Paul seine Trumpfkarte gezogen und Alex daran erinnert, das der ihm noch was schuldete. Und seine Ehre war eine der wenigen Dinge, die Alex noch geblieben waren. Deswegen hatte er Paul geholfen, und deswegen saß er jetzt in diesem brennenden Metalgrab fest.