Sie schließt den Deckel des Laptops, als die letzte Aufnahme – von Gestern, wie sie feststellt – zum Ende kommt, und starrt an die Wand des Hotelzimmers. Sie ist eingecheckt, nachdem sie am Tag zuvor aus dem Krankenhaus entlassen wurde – trotz des leisen Beharrens ihres Vaters mit ihm zurück in seine Hütte zu kommen – aber die gedämpften Töne sind so leer, wie ihre Erinnerungen an die Geschichte, mit der sie ihren Morgen verbracht hat.

Esposito hat ihr ein paar Dinge vorbei gebracht, einschließlich des Laptops, und erwähnt, sdas „etwas Besonderes" von Castle im CD-Laufwerk steckte.

Sie hätte es fast ohne es weiter zu beachten weggeworfen, aber am Ende war ihre Neugier stärker.

So vieles von ihrem Leben ist jetzt einfach … leer. Als hätte sie geblinzelt und anderthalb Jahre wären vorüber gegangen.

Die Ärzte sind alle so zurückhaltend ob sie ihre Erinnerungen wieder erlangt, oder nicht, und alle scheinen eine Meinung zu haben, ob man ihr etwas über die fehlenden Monate sagen soll, also ist es irgendwie eine unheimliche Erleichterung, so vieles ihrer letzten Monate ausgefüllt zu bekommen – in ihren eigenen Worten, denen sie, als Spion, mehr traut, als jedem sonst.

Und jetzt … jetzt weiß sie nicht, was sie denken soll.


Ein Klopfen an der Tür unterbricht ihre Gedanken und aus Gewohnheit nimmt sie ein Wurfmesser mit, bevor sie sich leise zur Tür begibt.

„Katie? Ich bin's." Jims Stimme trifft sie bevor sie eine Chance hat, nachzusehen wer auf der anderen Seite der Tür ist, seine Stimme sanft in der Laustärke, aber bestimmend im Ton, eine Kombination, von der ihre Mutter gescherzt hatte, er hätte sie im Einsatz gelernt, aber perfektioniert, als er eine Tochter hatte. Kate entspannt sich, aber wartet bis die Tür offen ist, und sie sich vergewissern kann, dass von ihm keine Gefahr ausgeht, bevor sie das Messer auf den Beistelltisch ablegt und zur Seite tritt, um ihren Vater eintreten zu lassen.

Sie beobachtet, wie ihr Vater seinen Blick durch den Raum wandern lässt – auch Jahre des Alkoholmissbrauchs und Therapie können den Spion nicht aus einem Spion nehmen – und sieht den Moment, in dem er den Laptop erkennt.

„Du hast Ricks Projekt erhalten?" fragt er barsch.

„Hab's grad beendet." Sie stopft ihre Emotionen mit einem tiefen Atemzug zurück, trotz des merkwürdigen Brennens in ihrer Brust, das sie anfleht sich selbst zu erlauben zu weinen.

Er dreht sich zu ihr, stolpert über seine Worte, versucht – und schafft es nicht – taktvoll zu sein. „Hat es … geholfen?"

Der hoffnungsvolle Blick in den müden Augen ihres Vaters, reizt sie zu lügen, ihm zu sagen, dass jetzt alles kristallklar war. Es wäre aber nicht fair, also schüttelt sie den Kopf.

„Es hat ein paar Lücken gefüllt, denke ich – zum Beispiel, warum du und die Jungs mir mein Objekt aufdrängt, aber … nein, ich erinnere mich an nichts davon. Es ist als würde ich über das Leben von jemand anderem hören, nur dass meine Stimme erzählt."

Jim dreht sich weg, eine geübte Bewegung, die sie kennt, erstellt um seine Enttäuschung zu verbergen, bis er seinen Ausdruck wieder unter Kontrolle hat. Er begibt sich zum Fenster, starrt raus auf die Stadt. „Er ist mehr als nur ein Objekt, Katie."

Sie schließt ihre Augen gegen den Schmerz ihren Vater zu enttäuschen. „Für dich, vielleicht. Für … sie. Die Version von mir, die das Leben gelebt hat." Sie öffnet ihre Augen wieder, erlaubt der verstauten Frustration, die in ihrer Lunge brennt, einen Moment frei zu sein. „Aber für mich? Alles was ich sehe ist ein Moment der Schwäche, der meine Tarnung aufgebrochen hat und mein wirkliches ich einem Zivilisten offenbart hat, und die einzige Möglichkeit, wie ich das wieder in Ordnung bringen kann, ist so weit wie möglich von New York weg zu gehen und zu hoffe, dass niemand je von ihm erfährt."

Jim dreht sich zu ihr, studiert sie für einen langen Augenblick. „Dieser Mann würde lieber durch die Hölle und zurück gehen, als dich zu verraten. Sicher kannst du das sehen, nachdem du dir die angeschaut hast," er deutet auf den Laptop.

Sie begibt sich zu ihrem Vater, schaut über die Stadt, ihr Rücken gerade, ihr Kiefer angespannt. „Du sagst das jetzt, und ich bin sicher er auch – und vielleicht habe ich das auch, vor der Explosion, aber alles was ich jetzt weiß ist, dass ich den Worten von jedem andern glauben muss, und das geht gegen alles, was ich in diesem Job gelernt habe."

Jim nimmt ihren Arm, dreht sie um ihn anzusehen, seine müden Augen flehen sie an. „Dann trau dir selbst. Glaubst du wirklich, dass du ihm deinen echten Namen gesagt hättest, oder ihm von deiner Mutter erzählt, oder ihn zu der Hütte gebracht hättest um mich zu treffen, wenn du dir nicht absolut sicher mit ihm gewesen wärst?"

Sie verdreht ihre Augen, befreit schüttelnd ihren Arm, Verärgerung über sein Fehlen von Verständnis bringt ihr Blut zum Kochen. „Soweit ich weiß, kann ich davon geblendet worden sein, mit ihm zu schlafen."

Ihr Vater schaut sie an. „Ich frage nicht nach deinen Missionen, Katie, aber ich weiß wie dein Job aussieht. Du kannst mir nicht erzählen, dass das noch nie passiert ist."

Sie kann nicht verhindern, dass ihr das Blut von ihrer Brust in die Wangen steigt. Sie schreitet durch den Raum und landet schnaubend auf dem Sofa. „Ich rede darüber nicht mit dir."

Jim hebt seine Hände, als würde er die Wendung, die ihre Unterhaltung genommen hat, aufhalten wollen, aber beharrt auf seinem Standpunkt. „Gut. Ich will davon nichts hören. Aber du weißt, ich habe recht. Und du hast es immer hinbekommen, keinem von denen deine persönlichen Informationen zu geben."

Wenn das Sofa sich doch nur öffnen und sie verschlucken würde. „Das klingt, als wäre das alles was ich tue."

„Keine Verurteilung von mir. Mein Punkt ist, du bist eine der Besten. Warst du immer – und zum Großteil, weil du immer darauf bedacht warst dich selbst zu schützen. Die meisten beim CIA wissen nicht mal, dass es dich gibt – oder wussten es nicht, bis zu den letzten paar Wochen. Du machst keine Fehler, und du vertraust nicht einfach. Und doch, irgendwie hast du ihm vertraut. Du hast ihn geliebt Katie, du … erinnerst dich nur nicht." Er setzt sich in den Sessel ihr gegenüber, der Kaffeetisch mit dem Laptop zwischen ihnen.

Liebe.

Könnte sie?

Hatte sie in den letzten Wochen und Monaten wirklich so viel erlebt, dass sie sich in den Mann mit den bittenden blauen Augen verlieb hat?

Sie schüttelt ihren Kopf, drängt den Gedanken beiseite – und dennoch bleibt er. „Also was soll ich tun?"

„Das ist ganz allein deine Entscheidung, Liebling. Aber du bist krankgeschrieben und eine psychiatrische Untersuchung liegt vor dir, und die Agentur ist im Moment eh ein bisschen beschäftigt. Du kannst gern mit mir zurück in meine Hütte kommen, aber … nun, vielleicht kannst du deine Zeit in der Stadt besser verbringen." Er nimmt ein Stück Papier mit einer Telefonnummer aus seiner Tasche und legt es vorsichtig auf den geschlossenen Laptop.

Sie macht sich nicht die Mühe zu fragen, ob es Castles ist.

„Du sagst das, als würde sich alles auf magische Art einrenken. Das ist kein Märchen, Dad."

Sein Vater schmunzelt als er aufsteht. „Woher weißt du das, bis du den Frosch küsst? Dornröschen könnte vielleicht aufwachen."

Sie stöhnt, vergräbt ihr Gesicht in ihren Händen. Jim begibt sich zur Tür.

„Nur – versprich mir, dass du drüber nachdenkst, Katie. Mehr will ich gar nicht."


Sie denkt den restlichen Nachmittag darüber nach. Die leisen durchdachten Worte ihres Vaters in Gedanken hin und her drehend. Das Stück Papier mit Castles Nummer verhöhnt sie vom anderen Ende des Zimmers.

Mehr noch, die für sie aufgenommenen Erfahrungen, ihre eigene Stimme, laufen wieder und wieder ab. Ihr Verstand taumelt, als die Informationen durchgeht – das Mysterium um den Tod ihrer Mutter, das jetzt gelöst wurde, der Leiter selbst hinter all dem und jetzt in sicherer Haft, sein Ruf ruiniert. Agent Montgomery – ihr Mentor und Freund – tot. Royce – tot. Agent Turner – ein Doppelagent – tot. So viel Blutvergießen um die Suche nach Macht eines Mannes zu vertuschen.

Sie versucht zu lesen, aber ihre Gedanken wandern zurück zu dem Autor, mit dem sie angeblich so viel Zeit verbracht hat. Sie schaltet den Fernseher an, um die Stille zu füllen, aber es gibt nichts, was es sich zu schauen lohnt. Sie hat frei, bis auf weiteres, bis das Chaos sortiert wurde, also hat sie keinen Grund sich zu melden, oder die Jungs anzurufen um sich abzulenken – wahrscheinlich eine gute Sache, wenn man ihren Teil an dem Projekt für sie bedenkt. Zwei weitere Menschen, die sie enttäuschen kann.

Sie endet wieder auf dem Sofa, starrt auf den Laptop und die gekritzelte Nummer, die unberührt daliegt seit ihr Vater ging.

Mit zitternden Fingern nimmt sie das Papier hoch, holt ihr Telefon heraus und wählt.


Sie beobachtet ihn von der anderen Straßenseite als er ankommt, durch den Park schlendert, sein Blick auf ein paar Kinder, die am Klettergerüst spielen, und deren Eltern sich auf den Bänken unterhalten, gerichtet. Sie Schaukeln sind verlassen und er schlängelt sich dort hin, setzt sich auf eine der größeren und wartet auf sie.

Sie atmet tief durch. Jetzt oder nie.

Die Straße überquerend kommt sie vorsichtig näher, ihre Augen automatisch umherschweifend. Auf der Suche nach irgendwelchen Anzeichen für eine Falle. Ihr Bauch sagt ihr es ist okay, aber ihr Training lässt sie trotzdem aufmerksam sein. Deswegen wollte sie sich nicht im Old Haunt treffen – sie braucht die Sicherheit von vielen Fluchtmöglichkeiten.

Sie sieht den Moment, indem er ihre Ankunft bemerkt – früher als sie erwartet hat. Es ist das plötzliche Strecken seines Rückens, wo seine Schultern vor wenigen Sekunden zusammengesackt waren, das ihn verrät. Sie lässt sich auf der zweiten Schaukel nieder, lässt ihr Schweigen ihn für sie begrüßen.

Ihr Mund ist merkwürdig trocken, ihr Verstand frei von Worten.

„Ich war nicht sicher, dass du kommen würdest," sagt er, Augen resolut nach vorn gerichtet, als würde es ihm wehtun sie anzusehen.

„Ich auch nicht." Die Ehrlichkeit ihrer Aussage überrascht sie – ihn auch, so wie er ihr einen Blick aus seinen Augenwinkeln zuwirft. „Ich habe mir die Aufnahmen angesehen," fügt sie hinzu.

Er nickt. „Gut. Ich bin froh. Du hast es verdient das zu wissen."

Ihr Herz hämmert in ihrer Brust, ihre Kehle ist wie zugeschnürt, ihre Stimme kratzig. Warum ist das so schwer? „Wenn es irgendwas bedeutet, Mr. Castle, es tut mir leid, dass die Dinge so gelaufen sind, wie sie es sind."

Er scheint vor ihren Augen zusammenzufallen. „Ich brauch keine Entschuldigung. Deswegen habe ich das nicht getan."

Ihre Augen brennen von unvergossenen Tränen, die sie nicht ganz versteht, aber sie blinzelt sie weg, spricht mit einem wärmeren Ton, als ihre ruhige Professionalität vor wenigen Augenblicken, weiter. „Ich weiß. Aber vor ein paar Tagen, haben Sie die Zukunft mit der Frau geplant, die Sie lieben, und das … sie ist nicht ich. Und es tut mir leid, Ihnen Schmerzen zu bereiten, Mr. Castle, vor allem, wenn man alles bedenkt, was wir offenbar zusammen durchgemacht haben."

Sie beobachtet sein scharfes Einatmen, sieht wie sehr ihn ihre Worte verletzen, wie tapfer er versucht zu sein. „Ich will nichts von dir. Ich will nur, dass du weißt, wo auch immer du hingehst, ich werde immer da sein, um dir zu helfen. Du kannst anrufen – jederzeit. Vertrau mir, Kate. Ich bin für dich da. Immer."

Ihr Vater hat ihr gesagt, dass dieser Mann sie nicht verraten wird und zu dem Zeitpunkt hatte sie es nicht glauben wollen, aber der Blick in Castles Augen gibt den Worten ihres Vaters Leben. Sie glaubt immer noch nicht, dass in ihrem Leben Platz für Liebe ist, aber sollte es sich je ändern, hofft sie, dass sie eines Tages einen anderen Castle findet. Er ist ein guter Mann, und er verdient …

Er verdient eine Chance. Und die einzige Möglichkeit ihm diese Chance zu geben, ist von vorn anzufangen, ihn wieder kennen zu lernen. Sie hat ihre eigene Version der Geschehnisse diesen Morgen gehört, aber jetzt will sie mehr als alles andere, seine hören.

„Castle? Erzähl mir unsere Geschichte."

Er wendet überraschte blaue Augen zu ihr, und dann leuchtet sein ganzes Gesicht, sein Körper orientiert sich zu ihr, und seine Zehen kratzen im Dreck, das verlegene Grinsen lässt ihn in der Nachmittagssonne unglaublich gut aussehen.

„Nun, es begann mit einem Schriftsteller, der keine Ideen mehr hatte. Eines Tages bei einer Buchparty, stahl sein Vater, der wie sich herausstellte, ein Spion war, einige Geheimnisse, und bat den Schriftsteller darauf aufzupassen. Dann, ungefähr eine halbe Stunde später, veränderte sich sein Leben wirklich, als er eine Collegestudentin namens Nikki Heat traf – und er verliebte sich."

Er redet für eine ganze Weile, bringt sie zum Lachen, bringt sie zum Weinen, spinnt seine Worte in einen Kokon um sie, zieht an den Enden ihres Verstandes, beantwortet einige der Fragen, die ihre eigene Version der Geschehnisse offen gelassen hat.

Als er fertig ist, legt sich eine Ruhe über sie, eine Stille die sie in Gemeinschaft umhüllt, die mit der Möglichkeit zittert, dass es vielleicht, nur vielleicht, kein Abschied ist.

Kate beobachtet ihn, sich plötzlich dem Grinsen bewusst, das an ihrem Gesicht zieht, und wie lange es her ist, dass sie sich so leicht und frei gefühlt hat. „Weißt du, mein Dad hatte diese verrückte Idee."

Castles Aufmerksamkeit richtet sich sofort auf sie. „Was denn für eine?"

Sie fühlt wie die Röte in ihre Wangen schießt. „Er denkt, dass ich mich mit einem Kuss an alles erinnere."

Sie Grinsen ist schief, schwermütig. „Ein magischer Kuss?" Sein Blick wärmt sie von innen heraus, aber sie scheint auf ihre Erlaubnis zu warten.

„Castle?"

„Ja?"

„Küss mich."

Sofort schiebt er seine Schaukel näher zu ihr, eine große Hand legt sich ehrfürchtig um ihren Kiefer. Er schaut für einen langen Augenblick in ihre Augen, bevor sein Blick auf ihre Lippen fällt und sie langsam, langsam auf seine legt. Es ist süß und sanft und unschuldig und irgendwie … bekannt. Sie seufzt, jagt das Gefühl, drückt sich näher und öffnet sich ihm, erlaubt seiner Zunge eintritt. Er schmeckt nach Kaffee und etwas das sie kennt, und die Art, wie er sie neckt, sie aus der Reserve lockt und ihr Blut entflammt … ein Blick von ihnen gegen eine rote Tür gedrückt blitzt in ihrem Kopf auf, die Art wie er ihre Unterlippe zwickt und mit seiner Zunge beruhigt. Ein weiteres Bild folgt dem Ersten, von ihnen in einander verschlungen in einem Motelzimmer, seine Zunge sündhafte Dinge mit ihr anstellend. Ein weiteres von einem anderen Zimmer, davon in seinen Armen aufzuwachen und träge Morgenküsse auszutauschen.

Sie schnappt nach Luft und zieht sich zurück, sucht seine jetzt bekannten Augen, als Erinnerung für Erinnerung ihre Sinne überfluten, und Erleichterung lässt sie in seine Arme fallen, als sie von der Schaukel auf ihre Knie fällt und ihre Gesicht in seinem Hals vergräbt, sein Geruch umgibt sie, seine Arme halten sie sich und warm und fest.

„Kate…?"

„Mir geht's gut," sagt sie nach Luft schnappend, ihre Arme um seinen breiten Oberkörper legend, sich darin verbergend und festhaltend, sich selbst an ihn durch den Sturm der Emotionen verankernd.

Sie hört, wie er ihre Worte testet, nach der Bedeutung sucht. „Gut, so wie…?"

Sie lacht, ein würgender, gurgelnder, dünner Ton, und hebt ihren Blick um seinen zu treffen. „Ich erinnere mich, Castle. Nicht an alles, bei weitem nicht, aber … ich erinnere mich an uns. Ich erinnere mich an dich."

„Er schaut sie voll Staunen an, eine Hand in Ehrfurcht über ihre Wange gleitend, und dann breitet sich sein Lächeln über sein Gesicht aus – ein schönes, magisches Ding, das alles in ihr erleuchtet, und sie fühlt ihr eigenes Lächeln als Antwort.

Dann beugt er sich nach unten und verbindet ihre Münder wieder, und ihr Verstand wird selig leer auf eine viel schönere Art.


Sechs Monate später …


„Castle, hast du mein Holster gesehen?"

Sein Kopf erscheint aus der Badezimmertür, Zahnbürste im Mund, sein Haar liebenswert verwuschelt. „Ist es nicht am Haken?"

Sie hebt eine Augenbraue, wandert mit ihren Augen über seine nackte Brust, ihr Mund trocken. Gott, sie hatte ihn erst vor wenigen Minuten – deswegen packt sie jetzt so hektisch – und sie hat wirklich keine Zeit wieder über ihn herzufallen, egal wie köstlich er in der Morgensonne, die durch das Fenster hinter ihm scheint, aussieht.

„Nicht das, Babe," ist alles was sie sagt, und er verschluckt sich etwas, seine Augen verdunkeln sich mit Erregung, auch als er zurück ins Bad verschwindet um die Zahncreme auszuspucken.

Seine Stimme hallt einen Moment später zu ihr zurück, und mit seinen Worten kann sie hören, wie er seine Zahnbürste ausspült und sie gegen das Waschbecken klopft. „Das letzte Mal, dass ich es gesehen habe, war als ich es dir vor zwei Nächten abgenommen habe."

Ihr Blut summt als sie sich daran erinnert, was genau er mit seiner Zunge und den talentierten Fingern zu der Zeit getan hat. Sie verlässt den Schrank, läuft um das Bett und sieht ihn hinter dem Nachttisch auf ihrer Seite des Bettes hervorschauen. „Wie zur Hölle, kam es … weißt du was? Egal."

Sie stopft es ohne großes Trara in ihre Reisetasche und ist nicht überrascht als ein paar starker Arme sich von hinten um ihre Taille legen und Stoppeln ihren Hals berühren. „Eine superheiße Spionin hat es unter ihrem Kleid getragen."

Sie stöhnt, erlaubt ihrem Kopf nach hinten zu fallen, gibt ihm mehr Zugriff auf ihren Hals. „Besagte Spionin muss es heute wieder tragen," murmelt sie, schmunzelt als er ihre Worte mit einem Zwicken seiner Zähne und einem Ächzen beantwortet.

„Sag mir noch mal, wie lange du diesmal weg bist?" fragt er, dreht sie in seinen Armen, damit er ihr Gesicht sehen kann. Sie streckt sich um ihre Hände sanft um seinen Kiefer zu legen.

„Nur zwei Tage diesmal. Es ist nur eine Botschafterparty in London, und sie haben nach ein paar mehr von unseren Leuten gefragt, um die Sicherheit zu erhöhen. Ich werde diesmal wahrscheinlich nicht mal irgendwelche Böswichte schnappen. Nur den Politikern beim Champagner trinken zugucken." Sie drückt sich von ihm weg, kontrolliert schnell ihre Tasche ein letztes Mal, bevor sie den Reißverschluss schließt. Er beobachtet sie mit großen Hundeaugen, und sie hebt ihren Finger in spielendem Ernst.

„Nichts davon, Castle. Ich werde in zwei Tagen zurück zu Hause sein." Sie lehnt sich zu ihm um ihn zu küssen, aber kurz bevor ihre Lippen sich treffen, ist der Summer durch das Loft zu hören, einen Moment später von dem Geräusch gefolgt wie Alexis Ryan und Esposito hineinlässt.

Castle stöhnt, lässt seinen Kopf auf ihre Schulter fallen, und sie wiegt ihn dort für einen Moment.

„Zwei Tage, Castle." Sie drückt ihn sanft fort, streckt sich um ihren Mund ein letztes Mal auf seinen zu drücken, bevor sie ihre Tasche und Blazer nimmt.

„Kate?"

Sie stoppt an der Tür, schaut zurück zu ihm.

„Ich liebe dich," sagt er kläglich.

Sie lässt ihre Tasche und den Blazer fallen, eilt zurück zu ihm, und drückt ihren Mund ein weiteres Mal auf seinen. „Ich liebe dich auch." Sie grinst, gleitet zur Seite. „Und ich muss wirklich gehen. Aber wenn du sehr, sehr gut bist, trage ich das Holster vielleicht auf dem Rückflug, und lass dich dabei helfen, es zu entfernen, wenn ich zu Hause bin."

Er grinst, knabenhaft und charmant. „Ich kann es nicht erwarten."

„Ich auch nicht," antwortet sie, bevor sie ihre Sachen aufhebt und aus der Tür tritt um zu ihrem Team zu gehen, bereit für ihre neue Mission.


Das Ende