Ich werde jetzt jeden Freitag ein neues Kapitel hochladen ;) Lasst gern ein Review da, wenn es euch gefällt.
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Nate platziere sorgfältig das Besteck während er leise vor sich hin summte. Er fand es schade, dass es ihm nicht möglich war Sophie heute von der Arbeit abzuholen, doch er freute sich nun um so mehr sie mit dem Dinner, das er zubereitet hatte, zu überraschen. Eliot war freundlicherweise für ihn eingesprungen, nachdem er ihm einen Crashkurs in Fleischzubereitung gegeben hatte. Ohne Eliot hätte seine Verlobte an dem Abend wohl nach Hause laufen müssen. Er stellte noch die Weingläser auf den Tisch, dann war er auch schon fertig. Nate sah auf die Uhr. Halb sechs, sie müsste jeden Moment kommen. Sicher würde sie sich über das Essen freuen. Langsam zogen sich die Minuten hin und beim nächste Blick auf die Uhr waren Zwanzig Minuten vergangen. Sorge machte sich in ihm breit. Auf seinem Handy wählte er Sophies Nummer und wartete, dass sie abnahm. Es klingelte sechs Mal, dann sprang der Anruf direkt zur Mailbox. „Ihr versucht gerade Sophie Devereaux zu erreichen, ich bin leider gerade beschäftigt. Versucht es einfach später nochmal, weil ich die Nachricht mit Sicherheit nicht abhören werde", hörte er die fröhliche Stimme von Sophie. Das Band endete mit dem bekannten Piepton. Kurz überlegte er, ob es sich lohnte etwas auf die Mailbox zu sprechen, denn seine Verlobte hörte die Nachrichten tatsächlich nie ab. „Sophie, Darling, ruf bitte an. Ich mach mir Sorgen", bat er schließlich, in dem Wissen, dass sie es nie abhört. Kaum hatte er aufgelegt wählte er Eliots Nummer. Es klingelte mehrmals, er hatte nicht mitgezählt. Definitiv würde er es klingeln lassen bis die Mailbox ansprang oder Eliot abnahm. Nach einer gefühlten Ewigkeit wurde abgenommen, doch niemand sagte etwas. Ein plötzliches lautes Geräusch, als wäre Eliot das Handy herunter gefallen, lies Nate zusammen zucken. „Eliot?", fragte er nun. Es folgte ein schleifen, als würde das Smartphone über den Boden gezogen und dann hörte er schweres Atmen. „Nate", erklang Eliots Stimme, doch etwas stimmte nicht. Sein Freund klang, als hätte er starke Schmerzen und er sprach auffällig leise. „Eliot, was ist passiert?", fragte er sofort alarmiert. Seine Sorge entwickelte sich nun schnell zu Angst.
Eliot benötigte einen Moment um Luft zu holen, bevor er antwortete. „Sie haben uns aufgelauert. Es waren zu viele. Es tut mir so Leid, Nate", entschuldigte Eliot sich und er konnte die Schuldgefühle förmlich hören. „Eliot, wo ist Sophie?", fragte Nate panisch, der mittlerweile aufgesprungen war und nervös auf und abging.
Wieder benötigte Eliot einen kurzen Moment. „Sie haben sie mitgenommen", erklärte Eliot, wobei seine Antwort fast ein Flüstern war. Ob vor Schuld, oder vor Erschöpfung vermochte Nate nicht zu sagen.
„Eliot, bleib wo du bist. Ich komme dich holen", befahl Nate. Er konnte seinen Freund jetzt nicht sehen, aber er hörte an seiner Stimme, dass er in keiner Verfassung war allein nach Hause zu kommen.
„Aber Sophie", widersprach Eliot schwach.
„Mach dir keine Sorge, sie kann auf sich aufpassen", antwortete Nate. Er hatte unglaubliche Angst um Sophie und er wollte sie so schnell wie möglich Zuhause wissen, aber im Moment wusste er nicht wo sie war und wer sie entführt hatte. Nur Eliot konnte ihm da weiterhelfen und dieser benötigte nun dringend seine Hilfe.
Nate löschte die Kerzen, die er im ganzen Esszimmer für Sophie angezündet hatte und schaltete auf dem Weg zum Auto noch den Herd in der Küche aus. „Rede mit mir, Eliot", bat er seinen Freund. Er wusste nicht in welcher Verfassung sein Freund war, doch wenn er eine Gehirnerschütterung hatte, war es gefährlich, wenn er jetzt das Bewusstsein verlor. Eliot erzählte langsam was passiert war und versuchte alles zu schildern, an das er sich erinnerte. Die Männer, die sie angegriffen hatten, waren definitiv Ex-Militär, von der Haltung und der Kampfkunst zu schließen. Als nächstes versuchte Eliot sich an die Nummernschilder zu erinnern. Nate hörte aufmerksam zu und half ihm dabei die Konzentration nicht zu verlieren. Als Nate dem Theater näher kam, lies er sich von Eliot beschreiben, wo er genau war. Er bog in die Straße ein, in die Eliot ihn gelotst hatte und konnte ihn auch schon am Boden vor seinem Auto liegen sehen. Er stieg aus und rannte im Scheinwerferlicht zu ihm. Sein Freund war übel zugerichtet. Seine Lippe war aufgeplatzt und sein linkes Auge begann zu schwellen. Er hatte mehre Blessuren an den Armen und dem rechten Schlüsselbein. Eliot lag unbequem auf der linken Seite. Nate kniete neben seinem Freund und sah ihn besorgt an. „Irgendwas gebrochen?", fragte er nun, wobei er skeptisch Eliots Arm inspizierte, der eine schon fast dunkel violette Färbung angenommen hatte.
„Nur Prellungen", antwortet Eliot knapp. „Hilf mir auf", bat er und hielt Nate seine Hand hin. Nate griff vorsichtig zu und half ihm erst einmal dabei sich aufzusetzen. Eliot stöhnte leicht vor Schmerz, wobei er sich an die Seite griff. Ohne zu fragen schob Nate ein Stück sein T-Shirt hoch, um nach seinen Rippen zu sehen. Mehrere Hämatome hatten sich dort gebildet, die allesamt eine dunkle Farbe annahmen.
„Du musst ins Krankenhaus", kommentierte Nate den Zustand seines Freundes.
„Hab schon schlimmeres durch", murmelte Eliot und versuchte aufzustehen, doch scheiterte bei dem Versuch.
„Eliot, bitte, du musst untersucht werden", ermahnte Nate ihn.
Eliot sah zu ihm auf und die Entschlossenheit, die er dort sah erschreckte ihn schon fast. „Nate, wir müssen Sophie nach Hause holen. Wenn sie sicher ist, lass ich mich durchchecken. Abgemacht?" Wieder hielt er Nate die Hand hin, damit dieser ihm aufhelfen konnte.
Nate sah seinen Freund an. Es war typisch für Eliot nicht eher ruhen zu können, bevor sein Team nicht in Sicherheit war und ihm war bewusst, er könnte jetzt noch Stunden mit ihm diskutieren, er würde ihn jetzt in kein Krankenhaus bekommen. „Abgemacht", antwortete er schließlich und ergriff seine Hand. Vorsichtig half er ihm aufzustehen und stützte ihn auf dem Weg zum Auto. Auf dem Rückweg wählte er Hardisons Nummer. Er fuhr nicht zurück zur Wohnung, sondern schlug direkt den Weg zum Restaurant ein. Nach drei Freizeichen nahm der Hacker ab. „Nate, was gibt's?", begrüßte er ihn. Er klang entspannt und er glaubte sich zu erinnern, dass Hardison erwähnt hatte etwas mit Parker geplant zu haben.
„Hardison, wir sind auf dem Weg zum Restaurant. Fahr deine Computer hoch, Sophie wurde entführt", berichtete er dem Hacker.
„Was?", hörte Nate nun die entsetzte Stimme von Parker im Hintergrund. Doch Hardison fragte nicht weiter nach. Nate hörte wie er sich sofort in Bewegung setzte. Eliot gab die Teile der Nummernschilder an, an die er sich noch erinnern konnte und Nate legte auf. Immer wieder fragte Nate sich, wer Sophie etwas antun wollen würde. Als sie am Restaurant ankamen half er Eliot aus dem Auto zu steigen und sie gingen gemeinsam in den Meetingraum, in dem Hardison wie ein Besessener vor seinem Laptop saß und unentwegt darauf herum tippte. Parker lief besorgt auf und ab und sah auf, als sie herein kamen. „Eliot!", entfuhr es ihr, als sie ihn sah. „Was ist passiert?" Erst bei Parkers entsetzten Worten sah der Hacker von seiner Arbeit auf. Mühsam setzte Eliot sich auf einen der Stühle und berichtete kurz was geschehen war.
„Sie haben es gezielt auf Sophie abgesehen", analysierte Parker. „Aber wen hat sie verärgert?"

Nate antwortete nicht. Er hatte keine Antwort darauf. Sophie war in den letzten Wochen mehr mit ihrem Theater beschäftigt gewesen und Trickbetrüge führte sie nur noch für das Team aus.
„Ich hab die Nummernschilder gecheckt", sagte nun Hardison nachdem keiner auf Parkers Frage antworten wollte oder konnte. „Dank Eliot haben wir die meisten Buchstaben und Zahlen zusammen bekommen und mein Programm hat die freien Stellen ausgefüllt. Die Wagen gehören einer Sicherheitsfirma, die die Fahrzeuge vor einer Stunde als gestohlen gemeldet hat. Ich überprüfe nebenbei alle Angestellte um zu sehen, ob die einen Insider hatten. Dann hab ich die Verkehrskameras angezapft. Ich konnte die Strecke, die sie gefahren sind bis zu diesem Tunnel hier nachverfolgen", er öffnete auf dem großen Bildschirm einen Stadtplan und markierte den zurückgelegten Weg der Fluchtwagen blau. Dann deutete er auch einen Straßentunnel. „In diesem Tunnel habe ich sie verloren", erklärte er niedergeschlagen. „Die Stadt hatte es versäumt die Ausfahrt dieses Tunnels mit Kameras zu versehen und ich finde die Wagen auch in späteren Gebieten nicht wieder."
„Kannst du die Gebiete markieren, in dem es keine Verkehrskameras gibt?", fragte Eliot. „Dadurch könnten wir so die möglichen Routen ausmachen, die sie genommen haben könnten."
Hardison nickte nur als Antwort, als er sofort begann wie wild Eingaben zu machen. „Das werden zu viele Gebiete sein", murmelte Nate, der konzentriert auf den Stadtplan schaute. „Von diesem Verkehrspunkt aus kommt man überall hin. Hafen, Bahnhof, Flughafen", überlegte Nate laut und deutete mit den Fingern geistesabwesend auf die genannten Gebiete. „Diese sollten wir ununterbrochen im Blick behalten. Eliots Ansatz ist gut, aber ich denke nicht, dass wir über den Weg weiter kommen. Sie können in den entsprechenden Gebieten die Nummernschilder wechseln, oder auch die Fahrzeuge. Oder sie haben in diesen Gebieten ein Safehouse, in diesem Fall-"
„Nate, mach mal halblang", unterbrach ihn plötzlich Parker. Nate sah sie kurz irritiert an, merkte dann aber plötzlich, dass er seine Gedanken laut und vor allem schnell ausgesprochen hatte. Er atmete tief durch um wieder zur Ruhe zu kommen. Dann plötzlich fiel ihm etwas ein.
„Eliot, hast du Sophies Handy klingeln hören?", fragte er schließlich.

Eliot schüttelte den Kopf. „Wieso?"
„Ich hab Sophie zuerst angerufen. Vielleicht hat sie es noch bei sich", mutmaßte er, auch wenn er wusste, dass der Entführer es ihr längst abgenommen hatte.

Hardison nickte und suchte nach Sophie Handy. Auf dem Bildschirm konnten sie die Suche nachverfolgen. Eine kleine Stecknadel erschien auf dem Stadtplan. „Das ist ein stillgelegter Flugplatz", erklärte Hardison.
„Dann werden sie dort umgestiegen sein", meinte Nate niedergeschlagen. Von dort aus konnten sie überall hin.
„Das erschwert unsere Suche ungemein", stimmte Eliot ihm zu.
„Dieser Flugplatz ist ein Museum", stellte Hardison plötzlich fest und öffnete die Internetseite auf dem Bildschirm. „Zumindest ein kleines. Aber das heißt sie haben Überwachungskameras, die ich hacken kann."
„Dann könnten wir sehen womit sie geflogen sind", nickte Parker.
„Mit einem Hubschrauber", erklärte Hardison und teilte das Überwachungsvideo mit allen. Nate schluckte schwer, als er sah, wie sie Sophies regungslosen Körper in den Hubschrauber brachten. Vermutlich haben sie ihr ein Betäubungsmittel verabreicht. „Ich lasse die Gesichter durch meine Gesichtserkennungs-Software laufen und dann sehen wir wer sie entführt hat", erklärte Hardison was er tat.

Nate sah geistesabwesend auf das Standbild der Überwachungskamera. Sie mussten Sophie so schnell wie möglich finden. Weder wussten sie wer sie entführt hatte, noch wieso. Er wusste nur, dass er alles tun würde um sicher zu stellen, dass seine Verlobte wieder sicher nach Hause kam.