Kapitel 23 - Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung

(„Verdammt noch mal, was zur Hölle geht hier ab, verdammte Scheiße! Komm raus und stell dich!")

Kein Zweifel, das war der Mann. Der Mann, der damals bei ihr Zuhause war. Dieser Mann war der kaltblütige Mörder des Bewohners vom Stockwerk über ihr. Sie erinnerte sich noch stark an seine Tonlage, seine Stimme und wie er sprach.

Sie konnte nicht mehr richtig atmen. Ihr Herz schlug schneller und schneller. Langsam spürte sie, wie ihre Hände vor Angst zitterten.

„Hey, Sie da!", rief plötzlich eine Stimme hinter ihr. Ayumi hielt sofort inne.

Mitsuhiko kam hervor und stellte sich schützend vor ihr.

„Du redest mit mir, Kleiner?", sagte der Mann.

Er war ziemlich einschüchternd, aber Mitsuhiko hielt ihm mutig stand.

„Mir… Mir gefällt nicht, wi-wie Sie mit unserer Freundin reden! Wenn, dann… dann sollten s-SIE besser aufpassen, wohin Sie laufen.", sagte er.

Genta wusste ab diesem Moment, was los war und stellte sich neben ihm, die Fäuste bereit zum Kampf geballt.

„Jaaa-woll! Und Sie entschuldigen sich jetzt bei ihr für die Beleidigungen, die Sie ihr an den Kopf geworfen haben!", rief er.

Ayumi konnte nicht fassen, was sie vor sich sah.

„Na wartet…", schnaubte der Mann.

Das gefiel ihm ganz und gar nicht und er griff in seine Tasche, um etwas herauszuholen. Ein kleines Gerät mit einem Schieberegler, einem Knopf und einem Lautsprecher.

Mitsuhiko starrte mit Aufregung auf seine Hand. War das eine Pistole? Wollte er sie jetzt wirklich hier umbringen? Irgendwas musste schleunigst passieren.

„Sieh doch, Togata, dieser Mann kann Kinder wohl nicht leiden.", murmelte eine Frau.

„Wahrscheinlich schlägt er seine Tochter oder seinen Sohn jeden Tag.", murmelte eine andere.

Zu seinem Glück hatte sich eine Gruppe vorbeilaufender Einkäufer um sie gebildet und einige von ihnen begannen schon zu tuscheln.

„Du meinst wohl die Art von Männern, die ihre Familie verabscheuen und täglich nachts betrunken nach Hause kommen?"

„Wie schrecklich!"

„Ekelhaft! Da vergreift er sich auch noch an unschuldige Kinder?"

Bei dem immer lauter werdenden Getuschel…

„Phhh… ihr kleinen Ratten hattet wohl Glück gehabt. Scheiße noch eins…", murmelte der Mann zähneknirschend und ging fort. Mitsuhiko und Genta sahen ihm noch wütend nach.

„Ist alles okay?", fragte Genta und beide halfen Ayame, wieder auf die Beine zu kommen. Kreidebleich war ihr Gesicht und das konnten sie gut ausmachen.

„Sag schon, Ayame, kennst du diesen Mann?", fragte Mitsuhiko angespannt. Ayame gab keine Antwort.

Sollte sie es ihnen wirklich sagen?

(„Ich mag Leute, die Lügen auch nicht.")

„Mitsuhiko…"

„Ja?"

„Ich…"

Ayumi wusste es. Sie wusste, was dieser Mann getan hatte. Sie wollte schon alles gestehen. Alles, was sie gesehen hatte. Bis ins jede einzelne Detail, doch…

(„Du bist Ayame, richtig?")

(„Du warst so cool, Ayame!")

(„Ayame, setz dich neben mich.")

(„Willst du mit uns Essen, Ayame?")

Sie stockte. Ihr war schlecht im Magen. Das Gefühl der Unsicherheit überkam sie und sie wusste nicht mehr weiter.

(„Ihr Name ist Ayame Yoshitaka und sie wird ab heute für eine Weile bei uns in der Klasse sein.")

Wenn sie jetzt den beiden alles erzählen würde, wüssten sie bestimmt, dass sie in Wirklichkeit Ayumi war. Und das würde wiederum bedeuten…

(„Glaubst du denn nicht, dass er sich nur noch mehr um dich sorgen würde? Und was wäre mit Ai? Jetzt gerade bedeutest du ihr mehr als du denkst.")

All die Mühen und Risiken, die die beiden auf sich gelegt hatten, wären damit allemal zunichte gewesen. Und das Schlimmste daran wäre: Es wäre allein ihre Schuld.

Ayumi atmete aus.

„N-Nein, alles gut…", murmelte sie.

„Huh?"

„Ich… Ich habe keine Ahnung, wer das ist."

„Aber es sah aus, als würdest du…"

„Ach komm schon, Mitsuhiko. Denk doch mal nach. Sie ist bestimmt müde von der Schule und hatte einen stressigen Tag. Vermutlich liegt es daran.", sagte Genta genervt und winkte ab.

„Dich habe ich nicht gefragt, Genta.", maulte Mitsuhiko.

„Danke, für eure Hilfe, Leute. Mir geht's bestens.", sagte sie und versuchte mit aller Mühe ein Lächeln aufzusetzen, das die beiden zufrieden stellen konnte.

Sie betete in ihren Gedanken, dass sie ihr Glauben schenken würden.

Mitsuhiko seufzte.

„Na schön, wenn das so ist…", sagte er und blickte den Gang der Einkaufspassage entlang, die der Mann zuvor genommen hatte.

„Gehen wir. Hab gehört im Stockwerk über uns gibt es einen Süßigkeitenladen.", sagte Genta und zeigte aufgeregt auf einen Aufzug, der sich in ihrer Nähe befand.

„Was echt?", rief Mitsuhiko und war wieder voller Vorfreude.

„Worauf warten wir noch? Los, komm mit!", sagte Genta, nahm Ayame an der Hand und zog sie mit sich Richtung Aufzug.

„Eh?"

„Das wird ein Spaß!"

„Jetzt ist der Spaß vorbei, Kasumi!", hörten sie plötzlich eine Frau rufen.

„Was ist denn in dich gefahren?", rief eine andere.

„Was ist denn hier los?", fragten sich Genta und Mitsuhiko, die sich zum Geschehen umwandten.

So wie es aussah, schienen die Stimmen von nicht sehr weit her zu kommen, denn als sie dem Aufzug näher kamen, bemerkten sie plötzlich zwei Frauen, die vor der Aufzugtür standen und sich zu streiten schienen.

„Ich kann nicht glauben, dass du das getan hast! Wie konntest du nur unsere Freundschaft verraten und eine Affäre mit meinem Freund haben?", behauptete die erste Frau.

„Du verstehst mich falsch. Ich habe nichts mit ihm zu tun gehabt, weder gestern noch letzte Woche.", verteidigte sich die zweite.

„Du denkst wohl, mich anzulügen gibt dir das Recht, mir in den Rücken zu fallen? Ich vertraute dir, ich habe dir meine Probleme preisgegeben und so dankst du es mir?"

„Ich, dich anlügen?"

„Du tust es doch in letzter Zeit ständig! Nach der Arbeit kommst du nach Hause und denkst dir du könntest ihn einfach ohne Konsequenzen zu dir nach Hause holen, obwohl du verdammt noch mal weißt, dass wir zusammen sind!"

„Es war nicht so, als hatte ich vor, ihn dir wegzunehmen."

„Du hast wohl eine Gelegenheit gesehen, unsere finanziellen Probleme auszunutzen. Du bist nichts Anderes als eine manipulative Schlange, Kasumi!"

„Hör mir doch zu! Ich habe ihn zu nichts gezwungen. Er hat mich angerufen!"

Eine der Frauen drückte den Knopf und die Aufzugstür öffnete sich. Die Frau, die mit dem Rücken zur offenen Aufzugstür stand, trat einige Schritte zurück. Die andere Frau packte sie am Ärmel und versuchte, sie in den Aufzug zu schubsen.

„Du verdrehst hier alles! Du wusstest von Anfang an, wie viel er mir immer noch bedeutet hatte. Und dann hast du ihn mir weggenommen, ohne auch nur meine Gefühle zu berücksichtigen. Du bist herzlos!", rief sie.

„Ich bin herzlos? Nach allem, was ich für dich getan habe? Das ist doch wohl nicht dein Ernst, oder?", fragte Kasumi verzweifelt.

„Spar mir deine Ausreden! Du wusstest genau, was du tust. Ich habe dir vertraut, und du hast dieses Vertrauen zerstört. Ich kann dir das nicht verzeihen."

„Mitsuhiko, ich glaube, wir müssen etwas tun!", flüsterte ihm Genta zu und Mitsuhiko nickte.

„Ich komme mit.", sagte Ayame entschlossen und ging vor, doch…

„Chiemi, lass mich los!"

„Ich werde nicht zulassen, dass du ihn weiter manipulierst! Unsere Freundschaft ist vorbei!"

„Türe schließt.", sagte die Roboterstimme.

…es war schon zu spät. Mit einem Ruck beförderte die Frau Kasumi in den offenen Aufzug hinein, dessen Türen sich langsam schlossen. Kasumi landete unsanft auf dem Aufzugsboden und stieß sich ihren Kopf an der Glaswand.

ZAPP!

Plötzlich ging das Licht im gesamten Stockwerk aus. Ayame, Mitsuhiko und Genta blieben stehen und sahen sich verwirrt um.

„Ayame?", fragte Mitsuhiko.

„Ich bin hier.", sagte sie und versuchte angestrengt, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen.

Krraaaaaaacckkkk…

Als würde jemand eine ungeölte Eisentür aufmachen…

Ein Spalt. Sie konnte einen Spalt erkennen, der höchstwahrscheinlich zum Aufzug gehörte. Sie versuchte irgendwie die Tür zu öffnen, doch der Aufzug blieb zu. Irgendetwas stimmte hier ganz und gar nicht, das wurde ihr langsam klar.

„Halt durch, Ayame!", sagte Genta.

„Ich hole Sie hier raus!", rief Ayame und wandte sich zu den beiden Detective Boys um, die ihre Uhren zückten und die Taschenlampenfunktion betätigten. Jetzt war ihre Sicht klar und sie blickte durch das Glas in der Tür auf das Innere des Kastens.

Die Frau im Aufzug war wieder zu sich gekommen und rieb sich den Kopf.

„Geht es Ihnen gut?", rief Mitsuhiko der Frau zu, doch er bekam keine Antwort.

„Versuch doch erst einmal den Knopf zu finden, mit dem die Tür aufgeht!", gab Genta von sich und Mitsuhiko nickte zustimmend. Ayame reagierte sofort und drückte den entsprechenden Knopf, doch nichts passierte.

„Was?", sagte sie überrascht.

Sie drückte erneut den Knopf. Wieder nichts.

„Nein, das…"

„Ka-Kasumi?", brachte Chiemi hervor, denn auch sie begann etwas Ungewöhnliches zu bemerken.

„Die Tür öffnet sich nicht! Was machen wir jetzt?", fragte Mitsuhiko.

„Chi-Chiemi! Was passiert hier?", rief Kasumi, die im Inneren feststeckte.

„Wir rammen die Tür ein.", schlug Genta vor und Mitsuhiko warf ihm einen wütenden Blick zu.

„Wie soll denn das gehen?"

„Ganz einfach, wir…"

Die Frau neben ihnen stand wie erstarrt da und wusste nicht, wie sie darauf reagieren sollte. So schlimm war die Situation doch nicht, oder?

Ayame dachte angestrengt nach, während sie in das Innere des Aufzugs blickte. Sie sah um sich, doch konnte außer ihr, Mitsuhiko, Genta und der Frau niemanden erkennen, der in der Nähe war.

Gab es doch noch einen Weg, die Frau aus dem Aufzug zu holen? Was würde Conan in dieser Situation tun?

(Du schaffst es schon, Ayumi.)

Sie atmete tief aus und spürte, wie alle Stimmen um sie herum leiser wurden. Sie hatte die beiden Seiten der Aufzugstür fest im Griff, bereit, die beiden auseinander zu schieben.

„Ich werde euch beide nicht enttäuschen.", murmelte sie zu sich. Alles, was sie fühlte, war ihr ruhiger Herzschlag und dann…

Wiiiiiiiieeeee…

Sie konnte es hören. Dieses Geräusch war schon wieder da. Sie spürte, wie ihre Finger kribbelten und alles um sie herum erneut verblasste. Weiß, wie Schnee.

Ayumi merkte, wie sich ihr Körper verflüssigte, ihre Zellen sich durch den millimeterbreiten Spalt zwängten und sich im Inneren verteilten. Als wäre sie eins mit dem Aufzug geworden.

KLACK! WRRRRRRRR…

„Ayame, was ist los mit dir?"

„Ayame!"

Ein plötzlicher Ruck des Aufzugs unterbrach ihre Konzentration, das Piepsen verschwand und brachte sie wieder zum Boden der Tatsachen zurück.

„Wach auf, Ayame!"

Wortwörtlich auf dem Boden, denn als sie die Augen öffnete, fand sie sich dort liegend vor dem Aufzug wieder und blickte in das grelle Licht der Uhrtaschenlampe. Sie kniff die Augen zusammen und hielt sich die Hand vor das Gesicht.

„Alles okay?", fragte Genta und half ihr beim Aufstehen.

Ayumi rieb sich den Kopf und blickte auf den Aufzug, der jetzt ungemütliche Geräusche von sich gab.

WRRRRR…

Ein merkwürdiges Surren?

„KASUMI!"

„Verdammt, die Tür klemmt! Ich komme nicht mehr hier raus!"

DONK!

Ein weiterer kurzer Ruck.

Kasumi begann in all ihrer Verzweiflung einen Knopf nach dem anderen zu drücken, die sie in der Dunkelheit ertasten konnte. Einer dieser Knöpfe musste doch funktionieren, oder aber…

Sie steckte wirklich fest.

Dieser Entschluss brachte ihr Herz zum Rasen.

Doch dann drückte sie einen Knopf…

„Erdgeschoss. Türe schließt", gab die Roboterstimme aus dem Lautsprecher.

Kasumi sank zu Boden und war sich ihrer Tatsachen bewusst. Sie hörte die Stimme von ihrer Freundin Chiemi, die verzweifelt nach ihr rief, die Stimmen von den zwei Kindern und dem Mädchen, die ihr helfen wollte…

Darunter aber hörte sie etwas anderes. Eine Anreihung von Tönen, die ihr bekannt vorkamen. Eine Anreihung von Noten. Ein Lied.

„Irgendwas stimmt nicht mit dem Aufzug.", sagte Mitsuhiko.

RRRRRRR…

Ayame starrte wie gebannt auf die geschlossene Glastür und biss sich angespannt auf die Lippe.

Was könnte dieses Geräusch sein?

Es hörte sich an wie ein Seil, das schnell über eine Oberfläche gezogen wird… Moment, könnte es sein, dass…?

„Nein!"

Ayame lief auf die Kabine zu.

Kasumi erkannte dieses Lied. Natürlich würde sie es überall wiedererkennen. Sie fühlte sich plötzlich leicht an. Leicht, als würden sich alle ihre Probleme in Luft auflösen. Sie genoss es irgendwie.

TSCHACK! WRRRRR…

Die Kabine brachte ein letztes Geräusch von sich und begann, sich immer schneller zu bewegen.

Der Boden verschwand langsam unter ihr und sie stellte sich vor, als würde sie fliegen. Fliegen, weit weg von hier. Über den Wolken, wo sich der Horizont vor ihr in all seiner Endlosigkeit erstreckte. Doch trotz allem…

Von Anfang an wollte sie sich bei ihr nur noch ein letztes Mal entschuldigen.

„KASUMI!"

Ein ohrenbetäubendes Krachen durchdrang das gesamte Einkaufszentrum und brachte alle Besucher in der Umgebung zum Stillstand.

Mitsuhiko deutete mit der Taschenlampe auf den Ort, wo der Aufzug zuvor gestanden hatte.

„Der Aufzug! Er ist weg!", rief er.

Ayame zitterte, als sie zusah, wie das Licht nur noch die Schutzwände des Aufzugsschachtes beleuchtete, die sich außerhalb der Kabine befanden.

ZAPP! ZAPP! ZAPP!

Plötzlich ging das Licht weit hinter ihnen von Korridor zu Korridor vereinzelt wieder an. Je weiter der Stromzufuhr von Lampe zu Lampe wanderte, desto mehr verschlimmerte sich ihre Befürchtung, dass doch noch etwas Schlimmes geschehen war.

Als die Lampe über ihnen anging, brauchte es einen Moment, bevor eine Frau vom Erdgeschoss auf das zu schreien begann, was sich gerade vor ihr befand. Dann stimmten weitere Besucher mit ein und eine Mischung aus überraschtem Raunen und lauten Angstschreien breitete sich in der ganzen Eingangshalle aus.

Ayumi starrte ins Leere und fiel auf die Knie. Sie hatte alles getan, was sie konnte und es funktionierte trotzdem nicht.

„Mitsuhiko, Genta, Ayame! Geht's euch allen gut?", rief ihnen jemand im Gang hinter ihnen zu.

„Conan!", riefen Genta und Mitsuhiko gleichzeitig.

Ayumi brachte keinen Laut von sich. Sie wagte es nicht einmal, sich umzudrehen.

„Das kann nicht sein.", murmelte sie verzweifelt, während sie auf ihre feuchten Hände starrte. Schweiß breitete sich auf ihrer Stirn aus und sie fühlte einen Anflug von Schwindel und Übelkeit aufkommen.

„Mitsuhiko, Genta, ihr bleibt gefälligst hier, habt ihr verstanden?", befahl Conan den beiden.

Er zögerte keine Sekunde und lief zum Unfallort, wo Ayame auf dem Boden kauerte. Als er ihre Schulter berührte, spürte er, wie heiß sie war. Sie schien hohes Fieber zu haben, so wie vor fast einer Woche. Merkwürdig, denn vor einer halben Stunde ging es ihr noch gut. Lag es womöglich am Gegengift, das sie genommen hatte?

„Ayame, ist alles okay mit dir?", fragte er.

Sie antwortete nicht, sondern atmete schwer.

„Ayame! Schau mir in die Augen und sag mir, wie es dir geht!"

„Ich… mir…", brachte sie schwach hervor.

Nein, ihr ging es gut! Er sollte sich nicht um sie sorgen! Sie war doch jetzt alt genug, um Dinge selbst auf die Reihe kriegen zu können! Er sollte aufhören! Aufhören!

(„Du schaffst das schon, Ayumi!")

Conan legte beide Hände auf ihre Schultern und blickte ihr mit ernstem Gesicht in ihre verschwommenen Augen.

„Bitte, Ayumi.", flüsterte er ihr zu.

„Es tut… mi-mir la-leid."

Conan wandte sich zur Unfallstelle um, dann wieder zurück zu ihr. Er wollte ihr etwas sagen, doch bei ihrem Anblick bemerkte er, dass sie schon das Bewusstsein verloren hatte.

„Was? Ayame ist bewusstlos?", rief Ai, während Conan sie mit dem Remitter kontaktierte. Sie musste Acht geben, ihren richtigen Namen nicht zu verraten, da die Detective Boys auch mithören konnten.

„Ja und noch etwas. Ihre Fingernägel haben kleine Risse. Womöglich hat sie versucht, die Aufzugstüren mit Gewalt aufzumachen. Beeilt euch, sie scheint starkes Fieber zu haben.", fügte er hinzu.

„Alles klar. Wir sind gleich bei euch.", sagte sie und legte auf. Dann nickte sie dem Professor zu und beide liefen die Rolltreppen nach oben.

Conan währenddessen legte Ayame behutsam auf den Boden, ging auf die Knie und blickte den Aufzugsschacht hinunter. Sofort wusste er, was passiert war. Wer sich auch immer im Aufzug zur Zeit des Absturzes befand, musste schon tot sein. Deswegen hatte sich Ayumi also entschuldigt.

Als hätte er einen Entschluss gefasst, stand er auf und rief Genta und Mitsuhiko zu: „Achtet darauf, dass niemand diesen Umkreis verlässt, sonst gehen uns noch die Verdächtigen aus der Hand!"

Die beiden nickten und liefen zu den anderen Rolltreppen.

Conan nahm Ayumi bei den Achseln und zog sie zu einer Wand, wo er ihren Kopf dort anlehnte. Mit der Hand fühlte er ihre Stirn und merkte, dass sie heiß geworden war. Woran konnte es nur liegen? Vielleicht sollte er das Krankenhaus anrufen…

Er nahm sein Handy aus der Hosentasche und wählte die Numm-

„Halt!"

Conan wandte sich überrascht um. Es waren Ai und der Professor. Beide außer Atem.

„Ai?"

„Ruf sie nicht an."

„Warum nicht?"

„Wenn die Ärzte eine Blutentnahme machen, wäre es möglich, dass sie hinter ihrer Blutanomalie kommen könnten.", erklärte sie und Conan hielt inne.

„Und wenn schon…", murmelte er.

„Was?"

„Und wenn schon, wenn es ihre Genesung gewährleistet, wäre das unser kleinstes Übel."

„Denk doch nach! Wir könnten sie genauso gut hier beim Professor behandeln, oder Professor?"

„Aber natürlich, ich bin mir sicher, das wir dafür etwas parat haben.", antwortete Professor Agasa.

Conan warf einen zögernden Blick auf die bewusstlose Ayumi und dann wieder auf Ai und dem Professor.

„Ich bitte dich, Kudo."

Conan seufzte.

„Nun gut. Ich muss mich jetzt sowieso auf etwas anderes konzentrieren. Kümmer du dich um Ayumi, okay?"

„Das werden wir.", versicherte ihm der Professor. Ai nickte.

—-

„Das Opfer heißt Kasumi Awase. Sie ist 25 Jahre alt und wurde in Ropongi geboren.", gab Takagi bescheid, während er zusammen mit Inspektor Megure, Sato und der Kriminalpolizei vor dem Unfallort im Erdgeschoss standen und sich das grausame Geschehen vor ihnen ansahen.

„Offensichtlich starb sie durch den Aufprall dieses rasant herabfallen Aufzuges. Ob sie in der Kabine festgesteckt hatte, ist unklar, aber die Wahrscheinlichkeit liegt sehr hoch.", fügte Sato hinzu, nachdem sie sich die Unfallstelle näher angesehen hatte.

Inspektor Megure nickte, dann blickte er die Stockwerke hoch.

„Nanu? Ist das nicht…?", murmelte er.

„Was meinen Sie, Herr Inspektor?", fragte Takagi neugierig und folgte seinem Blick. Dann sah er es auch.

„Aber das ist doch Conan!", gab er von sich und tatsächlich…

Oben am dritten Stockwerk stand er und winkte ihnen zu. Dann wandte er sich um und lief zu den Rolltreppen zum Erdgeschoss.

„Wieso überrascht mich das nicht…?", murmelte der Inspektor und Takagi lächelte schief.

Eine Minute später traf Conan auf sie und begrüßte die Beamten.

„Guten Nachmittag, Inspektor."

„Ahh, der kleine Conan, wer hätte es gedacht?", sagte Sato und reichte ihm die Hand.

„Moment mal, wenn Conan da ist, dann müsste auch…", begannen Takagi und Inspektor Megure gleichzeitig, doch Conan winkte ab.

„Aber nicht doch, heute sind wir mit dem Professor unterwegs.", erklärte er ihnen.

„Oh, na dann…", murmelte Takagi. Irgendwie schien der Inspektor über diese Nachricht erleichtert.

„Na schön, Conan, kommen wir dann zum Punkt.", sagte er und Conan nickte zustimmend. Er wusste genau, was die größte Priorität im Moment brauchte und führte die Polizisten zu den Rolltreppen, mit denen sie zum dritten Stock gelangten. Dort angekommen, stießen sie auf eine Frau, die immer noch vor der Unfallstelle zusammengekauert saß und sich vor lauter Schock nicht von der Stelle rühren konnte.

—-

Frau Chiemi Nakayama

28 Jahre alt

Elektronikfachfrau

Angestellte bei Kiesaki Electronics

—-

„Frau Chiemi Nakayama, richtig?", begann der Inspektor und die Frau nickte.

„Sie waren im Moment, als Frau Kasumi Awase samt Aufzug hinuntergestürzt ist, in der Nähe. Können Sie uns möglicherweise die Situation schildern?"

Frau Nakayama antwortete nicht, sondern starrte nur schockiert auf ihre zitternden Hände. Sie hyperventilierte leicht.

„I-Ich… Ich wollte das nicht.", sagte sie.

„Was?", fragte der Inspektor.

„Es war meine Schuld. Ich wollte…"

„Beruhigen Sie sich erst einmal."

„Es war meine Schuld!", rief sie verzweifelt und starrte weiterhin auf ihre Hände.

„Was meinen Sie damit?", fragte Takagi.

„VERSTEHEN SIE ES NICHT? ICH HABE KASUMI UMGEBRACHT!", schrie sie und schlug hysterisch mit der Faust mehrmals auf den Boden.

„Ich habe gesehen, wie sie fiel. Ich… Ich sah ihr Lächeln. SIE HATTE GELÄCHELT, VERSTEHEN SIE DAS?"

„Beruhigen Sie sich bitte erst einmal, bevor Sie weiterreden. Wir können Ihnen nur weiterhelfen, wenn Sie mit uns kooperieren.", antwortete Sato. Mit zitternden Körper lag sie vor ihnen und weinte unaufhörlich.

„Und? Hast du sonst darauf geachtet, dass niemand das Umfeld verlässt?", wurde Conan von Takagi gefragt.

„Aber sicher, ich habe Mitsuhiko und Genta Bescheid gegeben. Die müssten jeden Moment da sein.", sagte er.

„Ahh, Herr Professor, schön Sie wieder zu sehen.", begrüßte der Inspektor Professor Agasa und reichte ihm die Hand.

„Freut mich auch, Herr Inspektor. Wissen Sie schon, was sich genauestens ereignet hat?", entgegnete er und schüttelte sie.

„Nein, leider nicht. Alles, was wir sagen können, ist, dass das Opfer zum Aufzug gegangen war, dort drinnen feststeckte und dann durch einen Konstruktionsfehler nach unten gestürzt ist."

„Wie schrecklich."

„Eine Frau namens Chiemi Nakayama, die sich gerade hinter uns der Zeugenaufnahme unterziehen lässt, behauptete, am Tod des Opfers Schuld zu sein.", erklärte er.

„Höchstwahrscheinlich hat diese Frau wirklich mit dem Tod vom Opfer hier zu tun gehabt. Womöglich müssten sie sich dann schon länger kennen.", kombinierte Conan.

Inspektor Megure sah sich um und erblickte Ayame, die an der Wand gelehnt saß und zu schlafen schien. Ai saß neben ihr und passte auf sie auf.

„Und ähh… wer ist das Mädchen da drüben, wenn ich fragen darf?"

„Das ist Ayame. Sie ist vor kurzem hier neu eingezogen.", erklärte Conan.

„War sie beim Sturz mitbeteiligt?"

„Ich denke schon, jedenfalls sah ich sie auf vor dem Schacht liegen, als der Aufzug die Halterung verlassen hatte. Vielleicht hatte sie mit aller Mühe versucht, die Aufzugstür aufzukriegen, um die Frau zu befreien."

„Und die beiden Kinder?"

„Wen? Oh, Sie meinen wohl Genta und Mitsuhiko? Wir haben uns am Anfang, als wir zum Einkaufszentrum kamen, getrennt. Der Professor, Ai und ich waren im Ersten Stock, während Genta, Mitsuhiko und Ayame sich im Dritten Stock befanden."

„Dann waren sie beim Vorfall dabei, damit das nun auch geklärt ist."

„Conan!"

„Inspektooooor!"

„Ach, wenn man vom Teufel spricht, da sind sie.", bemerkte der Professor.

Die beiden waren nicht alleine da. Ihnen folgten zwei Männer, wobei sich einer von ihnen in einer Arbeitskleidung befand.

„Dürfte ich bitte wissen, was hier los ist?", fragte der eine.

„Diese Kinder haben uns mitgeschleift, obwohl ich noch meine Abendschicht arbeiten muss.", sagte der andere empört.

„Beruhigen Sie sich doch bitte und hören Sie mir zu. Hier hat sich ein Unfall ereignet und wir haben die Kleinen gebeten, jeden sich in der Nähe der Unfallstelle befindenden hierher zu bringen."

„Ein Unfall? Warum höre ich erst jetzt davon?"

„Ich bitte dich doch, Douto, sie tun doch bloß ihre Arbeit."

Der Mann rollte genervt mit den Augen. Währenddessen reichte der etwas freundlichere Mann dem Inspektor die Hand und stellte sich vor.

„Mein Name lautet Tokiharu Inubuchi und das ist mein Freund Douto Watamine. Wir beide haben zusammen mit mehreren Kollegen an dem Erbau dieses Einkaufszentrums gearbeitet."

„Nett, Sie kennen zu lernen. Moment mal, sagten Sie da eben, dass Sie daran mitgearbeitet haben?", fragte der Inspektor.

„Ja, aber warum fragen Sie?", fragte Herr Inubuchi.

„Weil jemand in einem der Aufzüge tödlich verunglückt ist."

„Wie bitte?!", riefen beide gleichzeitig.

„Können Sie uns schnell den Tatort zeigen? Ich darf meine Arbeit nicht vernachlässigen.", fragte Herr Watamine.

„Genau, wir haben zu viert an den Aufzügen gearbeitet, deswegen kennen wir uns hier bestens aus.", erklärte Herr Inubuchi.

„Aber natürlich, wenn Sie mir bitte folgen dürften."

„Sie haben vorhin erwähnt, dass Sie zu viert an den Aufzügen gearbeitet haben, richtig?", fragte Conan neugierig wie immer.

„Ja."

„Wer war denn alles noch dabei?"

„Also Douto, meine Freundin Chiemi, ihre Freundin Kasumi und ich haben alle an diesem Projekt Tag und Nacht gearbeitet, mit einem weiteren Team entworfen und dann schließlich hier aufgebaut. Zusätzlich hatten wir noch die Zeit gehabt, eine Überraschung für die Gäste einzubauen.", erzählte Herr Inubuchi.

„Eine Überraschung?", fragte der Inspektor.

„Richtig. Haben Sie schon diesen Aufzug gefahren?"

„Nein, noch nicht. Warum fragen Sie?"

„Nun, da Kasumi's Geburtstag damals anstand und wir ihr eine Freude machen wollten, haben wir uns zusammen eine Überraschung für sie und die Kunden ausgedacht. Also fragten wir drei den Manager dieses Einkaufszentrums und bekamen schließlich die Erlaubnis dafür, dass jeder Aufzug seine eigene Fahrstuhlmusik erhält."

Jeder Aufzug hat seine eigene Fahrstuhlmusik? Conan runzelte die Stirn.

„Dann sprechen Sie sicherlich von einer Kasumi Awase, richtig?", begann der Inspektor. Herr Watamine und Herr Inubuchi hoben verwirrt eine Augenbraue.

„Ähh, ja… Natürlich tun wir das. Was wollen Sie damit sagen?", fragte Tokiharu.

„Ich bin ungern der Überbringer von schlechten Nachrichten, aber… Kasumi Awase ist diejenige, die tödlich verunglückt ist. Es tut uns furchtbar leid.", sagte er und verbeugte sich.

Die beiden Männer antworteten nicht. Sie fanden keine Antwort darauf.

„Sie… Sie scherzen doch, nicht wahr?", begann Herr Watamine und Herr Inubuchi ging auf die Knie und vergrub sein Gesicht in den Händen.

„Nein… So sehr, wie ich es mir es auch wünsche, die Realität spricht dagegen. Wir haben den Krankenwagen gerufen, doch es war schon längst zu spät. Einer der…"

Er zögerte, bevor er fortfuhr.

„Einer der Stahlplatten im inneren des Aufzuges trennte sich vom Display und hat ihr beim Aufprall den Hals aufgeschlitzt, woraufhin sie verblutete. Dazu kommt noch, dass ihr Schädel zertrümmert und ihre beiden Beine gebrochen waren. Die Situation war schon von Anfang an nicht zu retten. Wir wollen Ihnen beiden unser größtes Beileid aussprechen."

„Ich will es mit eigenen Augen sehen, Herr Inspektor. Zeigen Sie mir den Unfallort.", sagte Herr Inubuchi und stand mit verzweifelter und zugleich entschlossener Miene vom Boden auf.

„Verstanden. Wenn Sie mir bitte folgen würden…", sagte Inspektor Megure und führte die beiden zum Aufzugsschacht.

„Mitsuhiko, Genta! Ist euch beiden noch irgendetwas Besonderes aufgefallen, während die Frau noch im Aufzug steckte?", fragte Conan, doch die beiden schüttelten die Köpfe.

„Leider nein.", antwortete Mitsuhiko.

„Na gut, aber falls euch sonst noch etwas in den Sinn kommt, sagt mir Bescheid, ja?"

„Klar."

—-

„Ich…"

Tokiharu Inubuchi fand keine Worte auf das, was er vor sich sah, als er den Schacht hinunterblickte.

„Ich glaube, mir wird schlecht.", brachte er hervor.

Währenddessen versuchte Herr Watamine Frau Nakayama zu trösten und Sato stand ihnen bei.

„Dann sollten wir mit der Zeugenbefragung beginnen, Herr Inspektor.", sagte Takagi und der Inspektor nickte.

„Ich weiß es ist jetzt gerade ein sehr unpassender Zeitpunkt, Herr Inubuchi, doch wenn wir mehr über die Situation erfahren wollen, müssen Sie uns helfen. Ich bitte Sie.", erklärte Megure und der Mann nickte zustimmend.

„Sie haben Recht. Jetzt sentimental zu werden, wird sie auch nicht zurückholen.", sagte er.

—-

Herr Tokiharu Inubuchi

30 Jahre alt

Elektrofachmann

Angestellter bei Kiesaki Electronics

—-

„Das letzte Mal, als ich Chiemi sah, war sie außer sich und wusste weder ein noch aus. Ich weiß noch, wie sie sich bei mir ausgeheult hat, als sie mit mir am Feierabend zur Bar gegenüber unserer Arbeit ging.", erzählte Herr Inubuchi.

„Aha, Sie müssen ihr ja sehr nahe stehen, oder?", fragte Megure neugierig.

„Das stimmt. Wir sind Arbeitskollegen und arbeiten bei Kiesaki Electronics, einer Firma, von der unser Auftrag stammt, die Aufzüge zu installieren."

„Sie sprachen doch vorhin von 4 Arbeitskollegen, was machen denn die anderen zwei?"

„Sie kommen von einer anderen Firma, die sich aber dem gleichen Beruf und der gleichen Arbeit nachgeht. Diese heißt Awase Electronics."

„Awase? Sie meinen wie…", fragte Conan.

„Ja, richtig. Kasumi Awase ist die Tochter von Rokuro Awase, dem Besitzer und Leiter dieser Firma."

Herr Inubuchi seufzte und trotz seiner Zurückhaltung konnte er seine Tränen der Trauer nicht verbergen.

„Wenn er jetzt wüsste, wie es jetzt um seine Tochter steht…", wimmerte er leise.

Takagi legte seine Hand auf seine Schulter.

„Ich danke Ihnen sehr für die Mühe, die Sie auf sich genommen haben, um diese Information an uns weiterzugeben."

„Herr Inspektor, wir konnten das Gegengewicht vom Aufzug sicherstellen…", gab ein Polizist von der Untersuchung von sich.

„Sehr gut."

„Würden Sie mir bitte folgen und sich die Stahlplatte ansehen?", fragte er und deutete auf das Erdgeschoss.

„Aber sicher.", antwortete Megure.

„Ich will mir das auch ansehen.", sagte Conan so kindlich, wie er sich irgendwie zwingen konnte. Der Inspektor seufzte und nickte zustimmend.

Einige Minuten später befanden sie sich zusammen mit Takagi und Sato wieder unten im Erdgeschoss.

„Hmmm… mir fällt momentan nichts Besonderes auf.", murmelte er, während er nachdenklich die Stahlplatten des Gegengewichts begutachtete.

Conan folgte seinem Blick und konzentrierte sich auf die Fehlersuche. An der unteren, rechten und der linken Seite gab es keine Besonderheiten…

Und was wäre, wenn er weiter oben nachsah…? Dort befanden sich die Räder, die für die Beförderung des Aufzuges zuständig waren. Davon gab es sieben, wobei sechs mittelgroße an beiden Seiten und eine etwas größere in der Mitte befestigt waren. Sonst gab es keine Auffälligkei- Moment! Plötzlich kam ihm der Gedanke, wie ein geworfener Stein ins Gesicht… Ein Detail, so klein und doch so bedeutend.

„Nein, der Polizist hat Recht. Hier ist wirklich etwas faul.", korrigierte er.

„Hast du etwas gefunden?", fragte der Inspektor.

„Ja, sehen Sie sich die obere Seite des Gegengewichts mal an. Erkennen Sie etwas?"

„Na-Nein…"

„Schauen Sie etwas genauer hin und achten Sie auf jedes Detail."

„Na schön…"

Dann, nach einem Augenblick…

„Ooohh, Donnerwetter! Du hast Recht, da fehlen einige Schrauben an den beiden seitlichen Rädern!", staunte er und holte Takagi und Sato zu sich, damit sie sich das auch ansahen.

„Das bedeutet aber dann…", begann Takagi.

„Richtig, Herr Takagi…", bestätigte Conan und warf einen misstrauischen Blick nach oben zur dritten Etage, dort wo Herr Inubuchi trauerte, Frau Nakayama immer noch kläglich weinte und Herr Watamine, der ihr Beistand leistete.

„Das hier war kein Unfall, sondern schlicht und einfach Mord. Ein geplanter Mord unter Freunden.", vervollständigte Sato den Satz.

Conan grinste dazu nur herausfordernd.

– Kapitel 23 ENDE –