Titel: Real love

Teil: Prolog/8 (Epilog)

Autor: Sarista

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Serie: Harry Potter

Rating: PG – 13

Warnung: Das ist eine Slash – Story, also zwei Männer miteinander. Wer so was nicht mag, sollte sie nicht lesen.

Disclaimer: Die Figuren dieser Story gehören J.K. Rowling und ich verdiene hiermit kein Geld.

Pairing: Draco Malfoy / Harry Potter

Anmerkung: Diese Story ist das Sequel zu „You're my angel". Man sollte „You're my angel"gelesen haben um alle Zusammenhänge zu verstehen.

Widmung: Ich widme diese Story Blue, weil sie mich mit ihrem Kommentar daran erinnert hat, dass ich die ganzen lieben Leser viel zu lange hab warten lassen. Es tut mir leid und ich hoffe, der Prolog kann euch entschädigen und ich werde mich bemühen schneller weiter zu schreiben. Viel Spaß!

Anmerkung: Der Prolog wurde nicht gebetat, weil Vanillia zur Zeit viel zu tun hat. Ich hoffe, es sind nicht allzuviele Fehler drin.

Prolog

Mit einem leichten Lächeln auf den Lippen lehnte Draco sich näher an seinen Harry, kuschelte sich an ihn, als wäre ihm kalt. Dabei war es mitten im Hochsommer und die beiden lagen in Badehosen am See, einer ihrer Lieblingsorte. Trotzdem kam es in letzter Zeit selten vor, dass sie gemeinsam hier waren. Schließlich waren sie beide in gehobenen Positionen und hatten somit sehr wenig bis gar keine Freizeit.

„Weißt du noch, wie schön es war jeden Tag hierher zu kommen?", fragte Harry Draco leise. Der ehemalige Slytherin konnte nur seufzend zustimmen.

Gleich nach seinem Unfall, vor fünf Monaten, waren sie beinahe täglich an den See gegangen. Anfangs nur um Dracos Muskeln wieder zu trainieren, aber schon nach einer Woche hatten sie entdeckt, dass sie hier beinahe ungestört waren und so hatten sie viele Stunden gemeinsam am See gelegen. Baden konnten die beiden zu der Jahreszeit natürlich noch nicht, aber sie hatten sich trotzdem nie gelangweilt. Nun fanden sie nur noch gelegentlich Termine, an denen sie beide Zeit hatten.

Aber wir haben ja noch alle Zeit der Welt, dachte Draco und er war sicher, dass sein Lebensgefährten ähnliche Gedanken hatte.

Die erholsame Stille am See wurde plötzlich durch Schritte unterbrochen und bevor die beiden sich auch nur erheben konnten, standen schon zwanzig Männer um sie herum. Sie alle trugen Uniformen der Aurorengruppe, die sich auf das Finden und Fassen von Todessern spezialisiert hatten.

„Mister Malfoy, stehen Sie auf und ziehen Sie sich an. Es sei denn, Sie wollen gerne in einer Badehose nach Askaban", forderte der Leiter Draco auf und als dieser sich nicht rührte, zog man ihn einfach hoch und warf ihm die Sachen über. Sie hatten ihn schon fast ganz angezogen, als Harry aus seiner Starre erwachte.

„Was tun Sie da? Sie haben kein Recht ihn mitzuschleifen!", schrie er den Leiter der Gruppe an und wollte Draco befreien, wurde jedoch zurückgehalten.

„Wir haben eindeutige Hinweise darauf, dass er ein Todesser ist und somit haben wir das Recht und die Pflicht sofort einzugreifen und ihn im Sinne der allgemeinen Sicherheit abzuführen", antwortete man ihm.

Auch Draco erwachte endlich aus seinem anfänglichen Schock, aber es war zu spät. Die Auroren fesselten ihn, erklärten ihm sein Recht zu schweigen und apparierten dann ohne ein weiteres Wort an Harry mit dem jungen Malfoy.

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Langsam öffnete ich die Augen. Obwohl, eigentlich hätte ich mir das sparen können, denn es war noch komplett dunkel. Erst um zwölf würde die Sonne hoch genug stehen, um in meine Zelle zu scheinen. Es würde also so lange dunkel bleiben, außer einer der Wachleute machte Licht. Das war allerdings sehr unwahrscheinlich, denn sie kamen frühestens zum Mittag zu uns, den ehemaligen Todessern. Falls sie überhaupt kamen. Doch diesmal schienen sie eine Ausnahme zu machen, denn ich vernahm Schritte. Und es waren nicht nur die Versuche eines Gefangenen ein bisschen Sport zu treiben, denn sie klangen nach Schuhen auf Stein. Wer von uns „Sklaven"konnte sich schon diesen Luxus leisten. Und tatsächlich kam kurz darauf ein Wachmann zu meiner Zelle.

„Morgen Mr. Malfoy. Haben Sie gut geschlafen?", versuchte er wie immer gute Laune zu verbreiten. Das war das schlimmste an dem Personal. Entweder waren sie auch depressiv oder unnatürlich fröhlich.

„Hör auf zu schleimen und sag mir lieber, was du von mir willst", blaffte ich ihn an. Falls er etwas Nettes erwartet hatte, ließ er sich seine Enttäuschung nicht anmerken. Er steckte nur wortlos einen Brief durch die Gitterstäbe, nebenbei bemerkt sehr mutig von ihm, ich könnte ja schließlich irgendeine Seuche haben, und ging dann laut pfeifend weg. Er ließ sogar extra für mich das Licht. Wie freundlich! Jedoch hatte er sich die „Mühe"umsonst gemacht. Ich hatte nicht vor diesen Brief zu lesen. Nicht einmal öffnen wollte ich ihn. Wozu denn auch? Ich wusste auch so was drin stand. Lieber Draco, wie geht es dir? Gestern passierte dies und das. Davor hat der und der das gemacht und nun vermuten alle, dass er das und das noch macht. BlaBlaBla Ich hole dich bald raus. BlaBlaBla. Ich soll dich von XYZ grüßen. Harry Zu mindestens stand das oder ähnliches in den letzten sechs Briefen, die ich geöffnet hatte. Immer der gleiche unpersönliche Müll. Nichts von wegen ‚Ich liebe dich' oder ‚Ich vermisse dich'. Wieso denn auch? Wir hatten uns ja auch nur ewige Liebe geschworen. Da kann es schon mal vor kommen, dass alle sechsundzwanzig verfassten Briefe recht unpersönlich waren, oder? Von wegen! Da fehlte nur noch, dass statt „du"„Sie"geschrieben wurde!

Meine trüben Gedanken wurden durch ein plötzliches Auflachen unterbrachen. Es kam aus der Nachbarzelle, irgend so ein verrückter namens Crouch, wahrscheinlich wieder einmal einer seiner Anfälle. Die hatte er regelmäßig. Dann glaubte er wieder daran, dass der geniale Lord ihn retten würde und so weiter. Ich verdrehte zum wohl zehnten Mal die Augen und stand dann auf. Ich hatte einfach keine Lust noch länger nachzudenken. Ich brauchte eine Beschäftigung. Mein Gehirn war es nicht gewöhnt so lange ohne wirkliche Arbeit zu bleiben. Dann machte es, was es wollte, und fing einfach ohne meine Erlaubnis an über gewisse Gryffindors nachzudenken. Genau das wollte ich nämlich nicht tun. Aber meine Bemühungen waren wie immer vergebens. Etwas zwang mich dazu, über ihn nachzudenken, ihn zu lieben, ihn zu hassen und ihn doch zu vermissen. Nicht zum ersten Mal stellte ich mir die Frage, warum ich ihn nicht vergessen konnte. Eigentlich wären mir selbst Dementoren lieber gewesen. Dann hätte ich wenigstens schon nach ein paar Monaten den Verstand verloren und müsste nach zwei Jahren nicht mehr darüber nachdenken.

Zu meinem Glück kam in dem Moment ein Wachmann und verkündete uns, dass es in zehn Minuten zum Mittagessen ging. Endlich eine Ablenkung. Langsam stand ich auf und versuchte wenigstens etwas meine Haare zu glätten. Ganz nach meinem Lebensmotto: ‚Wenn schon untergehen, dann wenigstens mit wehenden Fahnen.' Gegen meine Gefühle musste ich lachen. Nun wusste ich endlich mal, warum die anderen auch manchmal ohne Erheiterung in Gelächter ausbrachen. Sie konnten genauso wenig wie ich etwas dafür. Manchmal haben wir „Sklaven" einfach keine Kontrolle über unseren Körper oder unsere Gedanken. Ich weiß gar nicht mehr wie oft ich mir schon überlegt habe, was Vater wohl hierzu sagen würde, bis mir dann einfiel, dass er ja knapp neben mir wohnte. Genau fünf Zellen lagen zwischen uns.

Ich war nun schon zwei Jahre hier und es hatte sich in all der Zeit nicht wirklich viel verändert. Der Essensaal sah noch immer genau gleich aus. Überall standen Wachen, es gab nur Löffel als Besteck, die Bänke waren fest verankert. Ich glaube dieser Raum war das Lieblingszimmer vieler Gefangenen. Hier konnte man endlich mal etwas anderes tun, als Selbstgespräche zu führen und in einer kleinen Zelle auf und ab rennen. Wenn die Wärter einen guten Tag hatten durften wir uns sogar mit den anderen unterhalten. Wie immer setzte ich mich neben meinen Vater. Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, keinen Kontakt zu ihm aufzunehmen, aber ich hatte sonst ja niemanden. Harry schickte mir nur unpersönliche Briefe, Blaise war auf der Flucht und Pansy hatte einen übernatürlich eifersüchtigen Ehemann. Also blieb nur mein Vater.

„Für dich ist heute ein Brief gekommen?", begann er, kaum das wir saßen, ein Gespräch. Er hatte sich ja wirklich sehr verbessert, aber neugierig war er immer noch.

„Ja. Ein gewisser ganz toller Gryffindor hat mir wieder irgendeinen Schwachsinn geschrieben. Ich habe ihn nicht mal geöffnet."Ich glaube so verachtend hatte ich bis dahin noch nie über ihn gesprochen. Besonders das Wort Gryffindor betonte ich besonders kalt. Damit auch ja keiner merkte, wie sehr ich ihn noch immer liebte. Am Grinsen meines Vaters erkannte ich jedoch, dass er mich durchschaut hatte. Wir waren uns einfach zu ähnlich. Besonders in solchen Angelegenheiten. Natürlich versuchte ich meine Nervosität zu überspielen. „Und? Hast du schon wieder was von Severus gehört?" Auch diesen Versuch bemerkte er sofort. Trotzdem antwortete er mir nach kurzem Zögern. „Nein. Ich glaube auch nicht, dass er noch Kontakt zu mir haben will. Schließlich versuchen sie ja immer noch ihn als Todesser zu ‚enttarnen'"Wieder mal grinste er breit und schaute mich erwartungsvoll an. Ich war zwar seiner Meinung, die Behörden dachten sich viele Anklagen nur aus, aber so was musste man ja nicht unbedingt vor den Wächtern raushängen lassen. Jedenfalls nicht, wenn man ordentliche Duschzeiten haben wollte. Und ich hatte so gar keine Lust immer als letzter zu duschen. Also nickte ich nur schwach und wandte mich dann meinem Essen zu. Es gab ganz überraschend Nudeln verdünnt mit Wasser. Wie immer.

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Hoffnungsvoll guckte ich die Post durch, doch auch diesmal wurde ich wieder enttäuscht. Kein Brief von Draco. Dabei hatte ich ihn in den letzten fünf Briefen immer wieder aufgefordert mir doch bitte zu antworten. Ich hatte sogar extra bei den Behörden nachgefragt, ob meine Briefe auch wirklich zugestellt werden und anscheinend kommen sie alle an. Aber warum antwortet er mir dann nicht?

Die restliche post ist wie immer belanglos. Ein paar Rechnungen, ein oder zwei Urlaubspostkarten von irgendwelchen Bekannten und vielleicht noch ein Brief von Ron oder Hermine. Und natürlich die Post für Sirius.

„Mach nicht so'n Gesicht Harry", forderte Remus mich wie beinahe jeden Morgen auf und auch Sirius, der gerade zur Tür reinkam wollte mich aufmuntern. Diesmal mit dem Vorschlag in ein Schwimmbad zu fahren. Gestern hatte er einen Vergnügungstag vorgeschlagen und den Tag davor einen Einkaufsbummel. Natürlich machte es mir Spaß mit den beiden, aber die Sorgen um Draco ließen mich einfach nicht los. Schon seit fast zwei Jahren versuchte ich vergeblich ihn freizubekommen, aber das Ministerium glaubte mir einfach nicht, dass er unschuldig war. Es war wirklich ungerecht.

Die Erlaubnis ihm schreiben zu dürfen war schon schwer zu bekommen und dann schien er meine Briefe noch nicht mal zu lesen. An Besuchsrecht war leider gar nicht zu denken und auch die Briefe wurden strengstens kontrolliert. So konnte ich ihm nichts über meine Gefühle oder Absichten schreiben, denn alles was die Gefangenen direkt beeinflussen könnte, war verboten. Also wich ich auf die normalen Nachrichten aus. So hatte er wenigstens ein wenig Kontakt zur Außenwelt und stand nach seiner Freilassung, an die ich immer noch fest glaubte, nicht völlig orientierungslos dar.

„Findest du nicht, dass du endlich wieder richtig leben solltest Harry? Du verbringst jetzt schon so lange die Zeit mit Briefen an ihn, Klagen ans Ministerium oder Berufungsschreiben", versuchte Sirius erneut mich von ihm loszubringen, aber ich ignorierte das, wie immer.

Ich wusste ja, dass ich eigentlich wieder arbeiten sollte (nicht das meine Finanzen einen Anlass dazu gaben) und mit dem Grübeln aufhören sollte. Aber ich konnte Draco einfach nicht im Stich lassen, schließlich liebte ich ihn und er gehörte einfach wieder zu mir.

Zeitweise war ich sogar so verzweifelt gewesen, dass ich zu ihm nach Askaban kommen wollte. Das wurde allerdings nicht genehmigt. Aus Sorge um mich waren dann Sirius und Remus zu mir gezogen und behüteten mich wie Eltern. Trotzdem fühlte ich mich vor allem nachts alleine und einsam. Draco fehlte mir, daran änderte auch das Ausbleiben seiner Antworten nichts. Außerdem hatte er bestimmt einen sehr guten Grund mir nicht zu antworten.

Nach dem Frühstück ging ich noch mal alle Akten und Paragraphen durch, die ich bisher zu Dracos Fall gesammelt hatte. Immerhin waren das schon stolze fünfzehn Ordner. Aber ich hatte immer noch keinen wirklichen Berufungsgrund gefunden, den das Ministerium auch akzeptieren würde, akzeptieren musste. Dafür hätte ich nun aber problemlos Anwalt werden können und tatsächlich dachte ich darüber nach ein Jurastudium zu machen. Dann könnte ich Draco nämlich selbst verteidigen und müsste keinen Anwalt anstellen, der dann vielleicht nur halbherzig bei der Sache war.

Bis zum Mittag hatte ich bereits drei Paragraphen gefunden, die zu mindestens eine Verbesserung der Chancen auf Berufung bedeuten könnten. Dies mit einem wirklichen Grund müsste von dem Zaubergerichtshof akzeptiert werden. Es fehlte halt nur noch der Grund.

Auch den Nachmittag verbrachte ich mit der Suche und so fiel ich abends völlig müde und mit erschöpften Augen ins Bett. Wieder war ein Tag vorbei und wieder hatte ich keine Lösung gefunden.

Prolog Ende