Disclaimer:

Alle Personen und Orte im Potterverse , sind Eigentum der grandiosen J. K. Rowling.

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Plopp. Plopp. Plopp. Plopp.

Regentropfen fallen durch die hohe Decke auf meinen Scheitel. Es ist mir egal, wie nass ich werde, es tut gut, endlich einmal etwas anderes zu hören, als meine eigenen Atemgeräusche. Schließe wie so oft meine Augen und denke an ihn. Den Mann den ich liebe, der einzige, der mich retten kann. Falls mich überhaupt jemand retten kann...Ich kann ihn nicht hören, kann keinen Kontakt herstellen... Er ist nicht da...Wut verdrängt meine Verzweiflung.

Severus? Wieso hilfst Du mir nicht? Es dürfte doch für den stärksten weißen und schwarzen Magier der Welt kein Problem sein, Vielsafttrinker zu durchschauen, hierher zu kommen, bisschen herum zu fluchen und mich aus diesem verschissenen Rattenloch zu befreien! Längst habe ich aufgehört, die über die gesamte Wand reichende Liste der Striche zu vervollständigen, es ist sowieso mühsam genug, sie mit dem abgefallenen Knopf meiner Bluse in fisseliger Kleinarbeit in die Steine zu ritzen.

War auch schon mühsam genug, ohne diesen riesigen Bauch.

Wie weit bin ich denn schon, siebter Monat? Achter? Zwar lässt mich ein winziges Loch in der Decke die Tageszeit erahnen und ich werde jede Nacht zum Freigang hinaus geführt, doch so macht es nicht wirklich Spaß, die Tage zu zählen. Bzw. die Nächte denn ich werde von meinen zwei ständigen Wächtern nur nachts hinaus gebracht...

Das riesige Gelände hier ist von einem käseglockenartigen Schutzzauber umgeben, der es mir unmöglich macht, auch nur zu erahnen, wo ich bin.

Ich vermute allerdings, dass es sich um Rumänien handelt, zumindest sprechen sie diese harte Sprache, die ich von Severus kenne.

Severus!

Geliebter. Wie unendlich große Sorgen er sich machen muss, seit Malfoy mir meinen Ring zerstört hat, scheint jegliche Verbindung zu ihm unterbrochen zu sein. Ich versuche, so oft und intensiv es geht, an ihn zu denken, doch durch meine ständige Isolation verkümmert meine Kommunikationsfähigkeit. Erwische mich immer öfter dabei, wie ich mich selbst umarmend schnell vor und zurück schaukele, oft genug kassiere ich zum Dank heftige Tritte von Sev Junior dafür.

Gott, er wird so ein stolzer Vater sein, falls er seinen Sohn jemals wieder sehen wird... Was heißt wieder... überhaupt einmal sehen wird!

Man behandelt mich zwar erstaunlich anständig hier, nur das fehlende Tageslicht macht mir zu schaffen, sonst bekomme ich alles was ich will, ein Hauselfe wurde offenbar extra nur für mich abgestellt.

Was ich so um mich herum höre, geht es wohl nicht allen Gefangenen so... Oft zerreißen mitten in der Nacht laute, qualvolle Schmerzensschreie die Stille, die hier vor allem tagsüber herrscht.

Wenn mein Verstand gerade besonders anfällig ist, bilde ich mir Bellatrix´irres Lachen ein, was mir komischerweise viel mehr Angst bereitet, als der kettenklirrende Folterknecht, der mindestens einmal am Tag an meiner Tür vorbei schlurft. Verstehe so langsam, wie Remus sich damals gefühlt habe muss: allein, ausgeliefert, vergessen.

Ein winziges Stück Hoffnung in Form von liebevollen Gedanken an eine einzige Person geklammert.

Gut, in meinem Fall sind es zwei. Sev Junior und vor allem Sev Senior! Er hat mich bestimmt nicht vergessen, er versucht gerade Gott und die Welt dazu zu bringen , mich zu finden. Und ich meine wirklich Gott und die Welt. Oder wie auch immer man die da oben nennen will...

Immerhin hat er gute Beziehungen zu...Schritte nähern sich, bestimmt der Folter..Knecht... oh.

Er ist vor meiner Tür stehen geblieben. Unterhält sich leise mit einer zweiten Person...Moment, mit Lucius natürlich. Wer sonst.

Spricht also doch unsere Sprache... Hat immer so getan, als würde er mich nicht verstehen, wenn ich ihn angepöbelt habe...

Nach einigen Sekunden quietschender Schlüssel springt die Tür auf und Lucius Malfoy in seiner ganzen Pracht steht im Türrahmen.

Habe ihn seit meinem ersten Tag hier nicht mehr gesehen, er sieht zum kotzen gut aus. Diese unnatürliche Blässe fällt bei seinem eh schon hellem Teint nicht auf, sein weit über die Schultern fließendes weißblondes Haar schimmert im Schein der Fackel, die Mister Henker hinter ihm hoch hält.

Er streckt mir seine kalte Hand hin und hilft mir von meiner in den Fels gehauenen Schlafstätte aufzustehen.

„Du hast erstaunlich viel an Umfang zugenommen, meine Liebe. Wirklich unschön anzusehen."

Seine mittlerweile noch kälteren graublauen Augen wandern an meiner verformten Figur hinunter, er verzieht angewidert sein arrogantes Gesicht.

„Ich hätte Dir gestatten sollen, Dich körperlich zu betätigen, man hat mir gesagt, dass diese Schwangerschaftshormone dafür verantwortlich sind, dass das Bindegewebe der Mütter so schlaff wird, Du siehst dieser plumpen Weasleyhenne schon sehr ähnlich, sei froh, dass ich gedenke, Deinen verunstalteten Körper wieder in seine ursprüngliche Form zurück zu verwandeln. Severus wird mir dafür sehr dankbar-"

Er zieht mit höhnischem Grinsen ein Stofftaschentuch aus seinem Umhang und wischt sich meine Ladung Speichel, die ich ihm ins Gesicht gespuckt habe, weg.

Danach reicht er das Tuch an den Knecht, zupft einen imaginären Fussel von seinem Umhang und schlägt mir mit der Handrückseite ins Gesicht, so fest, dass ich das Gleichgewicht verliere und an die Wand knalle.

„Boss, unser Vater sagte, der Brut darf nichts geschehen!" warnt ihn der Knecht, die Fackel in Malfoys Nähe schwenkend.

„Dem Kind wird nichts geschehen, Dorin. Du kannst Dich gleich selbst von seinem Gesundheitszustand überzeugen. Danach kannst Du sie haben, wir haben keine Verwendung mehr für sie."

Höre einen schrillen, angstvollen Schrei, als Dorin ein im Licht glänzendes Skalpell aus der Innentasche seiner dreckigen Jacke zieht, und grinsend auf mich zu kommt. Der Schrei verstummt erst, als ich ohnmächtig werde, geschwächt durch den massiven Blutverlust. Bin wohl ich gewesen, die geschrien hat...

„Severus beruhige Dich!"

Bill Weasley versucht den aufgebrachten Direktor daran zu hindern, die Sicherheitskontrolle des Hospitals ohne Überprüfung zu passieren.

„Sie ist am Leben, Severus, jetzt lass die Jungs ihre Arbeit machen!"

Besagte Jungs sind zwei Auroren, die am Eingang von Sankt Mungo postiert sind und jeden Besucher auf wahre Identität und schwarzmagische Artefakte hin untersuchen sollen.

Seit Minister Kingsley vor über einem halben Jahr auf Muggelart angegriffen wurde und zwar in seinem eigenen Büro, trotz oder eben von seinem `Leibwächter`- natürlich mit Vielsafttrank verwandelt- wurden überall im Land die Sicherheitsvorkehrungen verschärft, noch mehr, als zu Riddles Höhepunkt. Sämtliche Zeitungen überschlagen sich mit Meldungen, wo angeblich überall der zurückgekehrte Dunkle Lord gesehen wurde, der Dank Snape schnell wieder genesene Minister hat alle Mühe, eine Massenpanik zu verhindern.

Beide jungen Männer kennen Snape selbstverständlich noch aus ihrer Schulzeit und zögern mit der doch sehr intensiven körperlichen Überprüfung.

„Sie können gehen", erklärt der Jüngere und fängt sich sofort einen strafenden Blick seines Kollegen ein.

„Komm schon, Finn", verteidigt er sich und lässt die beiden Professoren hinein.

„Glaubst Du ernsthaft, wir würden etwas entdecken, dass ER versucht hinein zu schmuggeln? Immerhin reden wir hier vom Retter der Nation."

Das scheint allerdings den pflichtbewussten Auroren zu überzeugen und er nickt zustimmend.

„Professor? Professor Snape, Sir, nein, Sie dürfen da nicht rein! Professor Snape, ich muss Sie bitten, hier draußen zu warten, Heiler Manilow ist gerade da drin, er untersucht eine Patientin, Sie können jetzt nicht zu ihm!"

Eine dickliche Medihexe brüllt quer über ihren aktenüberladenen Schreibtisch, allerdings hat ihre drohende Stimme nicht den gewünschten Erfolg, der drohende Blick des Professors allerdings schon... Sie zieht ihren Kopf ein und beugt sich wieder tief über ihre Schreibarbeit.

Just in dem Moment als Snape nach der Türklinke greifen will, wird diese gedrückt und Freddie Manilow verlässt den Untersuchungsraum.

Er schließt schnell die Tür hinter sich und fasst Snape am Ellenbogen.

Dieser lässt sich nur äußerst ungern in eine kleine Besuchersitzgruppe ziehen.

„Sie ist schwer verletzt, aber stabil. Erstaunlicher Weise ist ihr Körper unabhängig von der Verletzung kaum geschwächt, Sie wurde anscheinend..."

„Wenn Sie nicht augenblicklich aufhören mit mir zu reden, als wäre ich ein einfältiger Muggel, der sich von diesem Medizinergewäsch beeindrucken lässt, dann..." Der Rest des Satzes geht in einem lauten Zähneknirschen unter, aber Freddie hat auch so verstanden, was Snape sagen wollte.

„Okay. Kommen Sie. Aber ich muss Sie warnen, das..."

Snape lässt ihn dort sitzen und stürmt hinein ins Untersuchungszimmer, kommt gleich darauf mit wutverzerrtem Gesicht wieder heraus und richtet seinen schwarzen Zauberstab auf Manilows Hals.

„Wo ist unser Sohn?"

Manilow sieht sich Hilfe suchend nach Bill um, der zögernd einen Schritt näher an den dunklen Professor heran tritt. Snape wird von einer schwarz vibrierenden Aura umgeben, plötzlich herrscht Totenstille auf dem gesamten Flur.

Die beiden Auroren, die rechts und links neben Tonks Tür positioniert waren, ziehen langsam ihre Stäbe.

Sie schreien laut auf, als sie ihnen ungesagt aus der Hand gerissen werden und klappernd zu Boden fallen.

Snape verstärkt seinen Druck auf Manilows Kehle, packt ihn mit der anderen Hand am Hals und schiebt ihn ein Stück an der Wand hoch.

„Wo. Ist. Unser. Sohn."

Seine dröhnende Stimme hallt von den weiß getünchten Wänden wieder.

„Severus? Bist Du das?"

Die schwache Stimme seiner Frau bringt ihn wieder zur Besinnung, er lässt von Manilow ab, stellt ihn wieder auf die Füße und geht zurück ins Zimmer.

„Scht, bleib liegen, Kleines, Du bist in Sicherheit. Ich bin da."

Dicke Tränen tropfen aufs Kopfkissen. Ich müsste längst ausgetrocknet sein.

Snapes Blick wandert an meinem zu flachen Bauch hinunter.

Er versucht seine Angst zu unterdrücken, um mich nicht zusätzlich aufzuregen. Als wenn das etwas bringen würde, ich weiß es natürlich längst.

„Severus... unser Baby... ich konnte nicht verhindern... es ist weg..."

Klopfe wie eine Idiotin demonstrativ auf meinen Leib.

„Er ist einfach nicht mehr da!"

Die metallene Waschschüssel neben mir fängt an auf dem Tisch zu klappern.

Severus zittert, seine Fingerknöchel, die sich in die Bettdecke krallen, sind weiß, genau wie seine Lippen. Weiß vor Zorn.

Seine Augen glühen.

Der ganze Mann. Ein Vulkan. Kurz vor der Eruption.

Ich lege meine rechte Hand an seine Wange, eine einzelne Träne sucht sich ihren Weg zwischen meinen Fingern durch.

„Ich finde ihn."

Er spricht so leise, doch seine Stimme klingt bedrohlicher denn jemals zuvor.

Das Wasser in meiner Infusion brodelt.

„Severus, Du musst Dich beruhigen. Du zauberst unwillkürlich."

Er blinzelt zweimal und sieht mich erstaunt an, als würde er mich erst jetzt erkennen. Er fährt sich mit beiden Händen durch die schwarzen Haare und steht auf.

„Wie geht es Dir? Körperlich?"

Ich schlage die Decke zurück und lass ihn Dorins Werk begutachten. Ein langer, kerzengerader Strich verläuft quer über meinen Bauch, von Hüfte zu Hüfte. Die Wundränder sind sauber verschlossen, lediglich an manchen Stellen sickert noch Wundwasser durch.

„Ich habe mir erlaubt, den Schnitt zu schließen, Sir", erklärt Freddie nun, der sich einen roten Punkt am Hals reibt.

„Nymphadoras Körper wurde mit chirurgischer Präzision aufgeschnitten, allerdings war das das einzige, was mit Fachwissen ausgeführt wurde.

Die Naht hier ist nur ein Bruchteil der Verletzung."

„Wo hat man sie gefunden?"

„In der Nähe von Bran, ein Förster hat sie im Wald gefunden, weggeworfen, wie ein Stück Müll."

Sev schließt kurz die Augen.

„Castelul Bran."

Er räuspert sich vorsichtig. „Wurde sie vergewaltigt?"

„Das ist schwer zu sagen, ihr Unterleib war völlig zerfleischt. Das kann ich wirklich nicht sagen."

Ähm...

„Wie wärs, wenn ihr mich fragt?"

Gott, wie ich diesen mitleidigen Blick hasse, den mir nun beide zuwerfen!

„Sie stehen unter Schock, Misses Snape. Sie sollten eigentlich schon schlafen, wenn Sie den Trank genommen hätten, wie ich es Ihnen gesagt habe!"

Okay, sobald ich kann, werde ich ihm für diesen strafenden Zeigefingerwink kräftig in den Arsch treten!

„Ich wurde nicht vergewaltigt, aber man hat mir mit einem Muggelmesser den Bauch aufgeschlitzt, ich bin ohnmächtig geworden, bin auf einer klapprigen Lkw-Pritsche wieder zu mir gekommen, hielt meine Eingeweide in den Händen, wurde hierher gebracht, nachdem ich zufällig an einen Zauberer geraten bin, der in der Nähe des Försteramtes lebt, Freddie hat mich darüber informiert, dass ich nicht nur Kinder- sondern auch Gebärmutterlos bin, die ein wahres Schlachtfeld hinterlassen haben, da es ihnen wohl wichtig war, das Kind nicht zu treffen, haben sie mich gleich ganz ausgeschlachtet, Freddie hat mich zusammengeflickt, was Dank des Verzichts von Magianwendung von denen einfach zu schaffen war, ich bin gesund und nicht verrückt und würde jetzt gerne besprechen, und zwar aktiv, wie wir unseren Sohn aus Lucius Klauen holen können."

Freddie sieht mich mit offenem Mund an, Sev drückt nur eine Hand an seine Nasenwurzel.

Wir tun gar nichts."

„Ja klar!"

Sein Blick wird wieder beängstigend glühend.

„Du schonst Dich erst einmal! Ich muss zuerst etwas vorbereiten, bevor wir unsere Reise antreten."

„Sag wann und wo es los geht", meldet sich plötzlich Bill zu Wort.

Sev schüttelt langsam den Kopf.

Ich hingegen nicke heftig.

„Oh nein, Severus Snape. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass Du das alleine durchziehen wirst. Ich hab acht verdammt Monate in diesem Bunker verbracht, ich bin wirklich ausgeruht, außerdem muss ich was Sinnvolles tun, sonst dreh ich sowas von durch..."

Schlucke aufsteigenden Heulkrampf runter.

„Du wirst Deine Rachegelüste teilen müssen!"

Bill nickt ebenfalls heftig.

Sev scheint zu überlegen, legt seinen Zeigefinger an seine Lippen.

„Wenn der den ich vermute dahinter steckt, brauchen wir mehr Teilnehmer, als wir aufbieten können."

Etwas blitzt in seinen Augen auf und ich lege mich beruhigt zurück in die Kissen. Ich kenne diesen Blick. So sieht mein Mann aus, wenn ihm die Lösung zu einem höchst komplexen Problem eingefallen ist.


Review?