Lord Snape einfach so heimlich still und leise zu verlassen, ist Rodolphus nicht gerade leicht gefallen.

Allein dessen hochgradiger Erschöpfung ist es zu verdanken, dass dem verzweifelten Todesser dies überhaupt gelungen ist.

Und bestimmt ist es dem Einfühlungsvermögen der Herrin zuzuschreiben, dass Rodolphus´Arm noch nicht in Flammen steht. Zwar hat Lord Snape diese Art Ruf bisher nicht benutzt – aus Verachtung gegenüber dem Dunklen Lord wohl - doch weiß Rodolphus, dass diese Möglichkeit jederzeit besteht.

Versonnen streicht er über sein Mal auf dem linken Unterarm, während er mit einem zerschlissenen Wintermantel als Obdachloser getarnt die dunklen Gassen der Londoner Innenstadt durchstreift.

Er hat mittlerweile genügend Zeit mit Raluca verbracht um sich ein wenig in ihre Artgenossen hinein versetzen zu können. Irgendwo müssen sie den Tag verschlafen. Mögliche Unterschlüpfe gibt es hier zuhauf, es wimmelt nur so von alten Häusern, U-Bahnschächten und Nahrungsquellen.

Zuerst hatte er an den falschen Stellen gesucht. Hat vereinzelte Muggel beobachtet, deren Verschwinden niemanden interessieren würde, wie Prostituierte oder eben Obdachlose. Doch diese Vampire leiden unter einer gehörigen Portion Größenwahn und Selbstsicherheit.

Sie müssen sich nicht heimlich anschleichen und ihre Opfer verstecken, um nicht selbst entdeckt zu werden. Sie saugen sie aus und lassen sie einfach offen liegen. Die wenigsten sind sofort tot, viele versuchen kriechend Hilfe zu holen, doch die Menschen fürchten sich vor potentiellen Infizierten.

Rodolphus hat seit seinem Verschwinden schon drei Plätze gefunden, die noch die magischen Reste der Aurorenspurensicherung trugen und genauso viele Absperrbänder der Muggelpolizei.

Überall herrscht Angst und Schrecken, niemand spaziert mehr alleine durch die Straßen.

Sowohl die Muggel- als auch die magische Polizei hat ihre Truppen verstärkt und an jeder Ecke riecht es nach Knoblauch.

Einige Muggel haben sich gleich ganze Knoblauchketten um den Hals gehängt und erledigen solche Sachen wie dringende Einkäufe in größtmöglicher Eile.

Zu Zeiten des dunklen Lords war die Bedrohung zwar auch für Nichtmagier zu spüren, aber trotzdem blieb sie im Verborgenen. Jetzt kann absolut jeder plötzlich über eine Leiche stolpern, derart offene Gewalt ist besonders für die Muggel neu.

Deren Minister schwafelt den gleichen Dreck, wie Shacklebolt. Die Situation sei unter Kontrolle, man solle sich nicht terrorisieren lassen.

Wie einfach Lord Snape sie alle unterwerfen könnte, wenn er nur wollte. Gerade jetzt sehnen sich die Menschen, Muggel gleichermaßen wie Magier nach einer starken Führung.

Und genau das ist Lord Snape. Ein starker Anführer.

So viel stärker, als er selbst es jemals sein wird.

Rodolphus kann nicht verstehen, wie er es schafft, so ruhig da zu sitzen, während sein eigen Fleisch und Blut von seinem Erzfeind aufgezogen wird.

Er selbst schafft es kaum klar zu denken, seit Narzissa entführt wurde.

Ob es den Lord nicht so sehr quält, weil er seinen eigenen Sohn bisher noch nicht kennen gelernt hat? Ihn noch nicht berührt hat?

Andererseits sieht der Lord in letzter Zeit immer besorgter aus. Vor allem, seit seine Pläne mit den Klonen durchkreuzt wurden, in die er doch solche Hoffnung gesetzt hatte.

Selbst Rodolphus ärgerte sich über die zerstörte Arbeit, die er und Narzissa sich gemacht haben, als sie zusammen die Klone überwachten.

Eine heiße Welle der Sorge durchflutet ihn. Narzissa. Was Malfoy von ihr will, kann er sich nicht erklären, denn vermisst hat der sie bestimmt nicht.

All die Jahre hat es ihn nicht eine Sekunde lang interessiert, was mit ihr geschieht. Selbst ihre Liebe zu Rodolphus war ihm egal, ohne Malfoys Erlaubnis wäre es Rodolphus natürlich nicht möglich gewesen, sie zu berühren.

Woher also dieses plötzliche Interesse an seiner Gattin?

Oder geht es Lucius nur darum, Lord Snapes Armee zu schwächen oder … Draco zu quälen?

Beim Gedanken an Draco muss Rodolphus lächeln. Der junge Mann wäre mit ihm gegangen, hätte er ihn eingeweiht.

Zwar ist Draco Lord Snape gegenüber äußerst loyal, doch wenn es um seine Mutter geht...

Für einen Moment schnürt aufkeimende Panik seine Kehle zu.

Merlin allein weiß, was sie zu erdulden hat. Wenn er daran denkt, wie sie damals seine Nichte zugerichtet haben...

Eine Metalltür wird aufgestoßen und lenkt Rodolphus´ Aufmerksamkeit auf das Gebäude direkt vor ihm.

Drei Vampire, wie er an ihren geschmeidigen Bewegungen erkennen kann, huschen schnell hinein ins Dunkel der alten Lagerhalle. Die Sonne wird bald aufgehen, Zeit für sie, schlafen zu gehen. Rodolphus kauert sich tiefer in sein Versteck hinter einem Müllcontainer.

Er muss unbedingt an eines dieser goldenen Amulette kommen. Zweifelsohne ist das die einzige Möglichkeit, auch nur in die Nähe seiner Geliebten zu gelangen.

Er wartet noch ein paar Minuten ab, bis es richtig hell geworden ist und spricht verschiedene Aufspürzauber für magische Alarme, ohne sich sicher sein zu können, dass solche Unterschlüpfe überhaupt magisch geschützt sind. Mit Muggeltechnik kennt er sich natürlich nicht aus, doch lassen die kleinen Kasten, die an jeder Ecke der Halle und über der Eingangstür hängen und unablässig hin und her gleiten keinen Zweifel daran, dass sie die Umgebung absuchen.

Kurz überlegt er, einfach mitten in die Halle zu apparieren, da er keinerlei Schutzbanne entdeckt hat. Doch die Chance, dabei genau auf einem seiner schlafenden Feinde zu landen, erscheint ihm dann doch zu groß.

Er legt einen Muffliato vor die Halle und zerflucht die Überwachungskameras mit einem Avada. Kein Laut zu hören. Sehr gut.

Vorsichtshalber legt er noch einen Ignorierzauber über sich selbst, falls die Vampire menschliche Wächter haben. Wenn er eines gelernt hat, von seinem neuen Lord, dann niemals seine Feinde zu unterschätzen und mit Verbündeten aus ALLEN Rassen zu rechnen.

Er wartet noch eine Weile ab, beobachtet die Halle ganz genau auf verdächtige Bewegungen, doch nichts regt sich.

Endlich legt er den Mantel des Obdachlosen ab, überquert den freien Platz bis zur Halle und öffnet per Alohomora die Tür.

Schnell hindurch geschlüpft brauchen seine Augen einen Moment, bis sie sich an die Dunkelheit gewöhnt haben.

Fast hätte er aufgekeucht, nur sein Jahrzehntelanges Training, seine wahren Gefühle zu verbergen, verhindert, dass er die aus sieben Vampiren bestehende Gruppe aufschreckt, die vor ihm in Feldbetten liegend schlafen.

Er dreht sich langsam um, kann aber nichts als dicke Rohre, die von der Decke hängen, erkennen.

Langsam nähert sich Rodolphus dem Nächstliegenden. Gerade, als er sich über die Brust des Vampirs beugen will, um nach der schimmernden Kette mit dem Amulett zu greifen, erkennt er, dass das letzte Bett bis auf einen zerknautschten Schlafsack leer ist.

Schon hört er hinter sich ein spöttisches Lachen, das ihn herum wirbeln lässt.

„Ganz schön mutig, dich allein hier rein zu wagen", erklärt der breit grinsende, achte Vampir, der sich ihm langsam nähert. „Weißt du, dein Zauberstabgefummel ist ja recht nützlich, nur reicht es nicht, eine Wärmebildkamera zu lähmen. Deine köstlich heiße Körpertemperatur löst, auch wenn du nicht direkt im Bild bist, unseren Alarm aus."

Rodolphus verflucht sich insgeheim. Zu welchen Kunststückchen waren diese Muggelartigen eigentlich fähig? Temperatur in Bilder verwandeln?

Der Vampir verpasst seinem schlafenden Kumpan einen kräftigen Fußtritt, woraufhin der blitzschnell aufspringt und sein Gegenüber anfaucht.

„Weck die anderen. Zeit für einen... Imbiss."

Castelul Bran. Rumänien.

Mit gesenktem Haupt verlässt Damir die Grotte , die zwischen zwei riesigen Eichen auf dem Gelände des Fürsten liegt. Er ist absichtlich jetzt – zum Tagesanbruch - her gekommen um seinem Bruder ohne die Anwesenheit störender, unwürdiger Reinblüter die letzte Ehre erweisen zu können.

Seine schwarzen Augen verdunkeln sich noch mehr, als sein Blick auf die Bediensteten fällt, die gerade Rasen mähen und die vielen Hecken stutzen.

Kunstvoll geformte Figuren aus den alten Sagen schneiden sie aus ihnen.

Zur Zierde.

Die Burg wird bereits seit Tagen für eine wichtige Feier vorbereitet. Miodrag soll offiziell zum Oberhaupt der Vampire ernennt werden.

Diverse Schneider sind bereits damit beschäftigt, ihn zu vermessen, damit sich der zukünftige Fürst in angemessene Kleidung hüllen kann.

Damirs Blick huscht zum Eingang des Haupthauses. Einer der Butler kommt auf ihn zu und hält ihm einen Zettel hin.

Er verlangsamt seinen Schritt, je näher er dem Krieger kommt, als wage er es nicht, sich ihm zu nähern.

Damir geht auf ihn zu, reißt ihm unwirsch den Zettel aus der Hand und steuert auf die wuchtige Eingangstür zu.

Wütend zerknüllt er die Nachricht, die ihn auffordert, sich im vierten Stock einzufinden.

Während er die vielen Treppen hinauf marschiert, bemerkt er, dass alle möglichen Angestellten plötzlich in anderen Richtungen etwas furchtbar wichtiges zu tun haben. Niemand kreuzt freiwillig seinen Weg.

Natürlich haben es alle erfahren, dass sein Bruder auf solch unwürdige Weise gefallen ist. Und Damir verbreitet auch ohne diese gefährliche Mischung aus Trauer und Wut, die in ihm brodelt genügend Unbehagen, um sich die lästigen Diener vom Leib zu halten.

Oben angekommen zwingt er sich zur Ruhe und atmet tief durch. Durch seinen Blutschwur ist er JEDEM Mitglied der Fürstenfamilie Respekt und Loyalität schuldig. Egal, wie wenig dieses Mitglied das auch verdient haben mag.

Er schafft es, einigermaßen ruhig an die Tür zu klopfen, was er sich, seit dieser arrogante Zauberer in der Burg wohnt, angewöhnt hat.

Schaudernd erinnert sich Damir an die Szene, die sich ihm vor einiger Zeit offenbart hatte.

Er hatte laute, qualvolle Schreie vernommen und war in eines der Privatgemächer des Fürstensohns gestürmt, wo er diesen an einen massiven Tisch gefesselt vorfand. Sofort hatte er sich mit bloßen Händen auf den über Miodrag gebeugten Zauberer gestürzt, der seinen Fürsten mit einer Kerze bedrohte. Eine Hand an der Kehle des Zauberers, mit der anderen den Kopf des Mannes an den weißblonden Haaren nach hinten gerissen erkannte er, dass die Fesseln des Fürsten aus weichen Seidenschals bestanden und Miodrags Brust mit einem Muster aus Kerzenwachs bedeckt war.

Miodrag hatte ihn laut angebrüllt den Zauberer los zu lassen, sonst würde Damir seinen Platz auf dem Tisch einnehmen müssen, worauf der Krieger angesichts der geöffneten Hose des Zauberers dankend verzichten konnte.

Das Geräusch der sich öffnenden Tür holt Damir zurück in die Gegenwart.

Ein weiterer Diener winkt ihn herein und schließt hinter ihm die Tür.

Miodrag steht mit dem Rücken zu ihm auf einem niedrigen Podest und ein kleines Männchen huscht mit einem Maßband bewaffnet um ihn herum.

Damir stellt sich stolz aufgerichtet hin, die Füße hüftbreit auseinander, die Hände im Rücken überkreuzt.

Ohne den Kopf zu drehen, sieht er ein wenig weiter nach links, wo in einem Sessel mit einem Glas Rotwein in der Hand der platinblonde Zauberer sitzt.

Hass wallt in ihm auf. Sein schwerer Verlust ist allein die Schuld des Zauberers. Ohne seine angeblich von Miodrag autorisierte Anweisung hätten die beiden Krieger, die ausschließlich für den Schutz des Fürsten zuständig waren, die Burg niemals verlassen.

„Wir alle teilen deinen Schmerz", wendet sich nun endlich Miodrag an ihn.

Die dünne Stimme des Fürstensohns bereitet Damir fast augenblicklich Kopfschmerzen.

Stoff raschelt, als Miodrag sich umdreht.

Damir senkt der Sitte gemäß sofort seinen Blick. Dem Fürsten direkt in die Augen zu sehen, käme einer Infragestellung der Loyalität des Kriegers gleich.

Sein Blick heftet sich auf die teuren Lederschuhe. Gleichzeitig spürt er die Blicke seines Gegenübers über seinen Körper wandern.

Damir trägt noch den weißen Satinanzug der Trauerzeremonie, bestehend aus einer dünnen Hose und einem weiten Hemd, das nur von einem schmalen Seil zusammen gehalten wird. Die Füße sind unbekleidet.

Weiß, zur Ehre des gefallenen, zur weißen Asche verglühten Kriegers.

„Ich muss sagen, in diesem Aufzug machst du deutlich mehr her, als in deinem Kampfanzug. Dreh dich doch einmal um."

Im Augenwinkel erkennt Damir, dass Lucius lächelt.

„Herr, Ihr wolltet mich wegen einer dringenden Angelegenheit sprechen?", versuchte Damir das Thema zu wechseln.

„Du verweigerst einen direkten Befehl?", fragt Lucius ölig. Damir ballt die Fäuste im Rücken, öffnet seine Arme und dreht sich langsam herum.

„Dieses weiß betont deine breiten Schultern. Wir sollten dich gleich mit vermessen, damit auch du einen passenden Festanzug bekommst", erklärt Miodrag und der Schneider lässt erschrocken sein Maßband fallen.

Sofort bückt er sich, um es aufzuheben, verneigt sich mehrmals entschuldigend und fordert mit einer Handbewegung Damir auf, seine Arme zu heben.

„Arme hoch", kommandiert Miodrag als Damir keinerlei Anstalten macht, der Aufforderung des Schneiders Folge zu leisten.

Nachdem der Krieger langsam seine Arme hebt, zögert der Schneider immer noch.

„Schon gut. Er wird dir nichts tun", beruhigt der Fürstensohn.

Damir spürt die kalten, zitternden Hände des Schneiders an seinem Handgelenk, der das Maßband an seinem Arm entlangführt, bis zur Schulter hinauf.

Er nennt eine Zahl, die er gleich darauf dienstbeflissen notiert.

Gleiches wiederholt er auf der anderen Seite, dann legt er ihm das Maßband um den kräftigen Hals.

Als er den Umfang der Ober- und Unterarme nennt, pfeift Miodrag anerkennend.

Doch als er versucht, das Maßband um die Taille des ihn grimmig anstarrenden Kriegers zu legen, zittern seine Hände so stark, dass er das Band erneut fallen lässt.

„Verschwinde dort ins Eck, du nichtsnutziger Stümper", brüllt Miodrag und steigt von dem Podest herunter. „Manche Dinge macht man am besten selbst", fügt er augenzwinkernd an Lucius gewandt hinzu, tritt vor den Krieger und schiebt seine Arme unter den Achseln durch, um ihm das Maßband um die Taille legen zu können.

Damir überragt den Fürsten um mindestens einen Kopf, was ihn dazu zwingt, über den Fürsten hinweg zu sehen, um seinem Blick nicht direkt zu begegnen.

Aus dieser Position kann Damir hervorragend den misslungenen Versuch des Fürsten, seine sehr hohe Stirn mit den nach vorne gekämmten, kurzen braunen Haaren zu verbergen, begutachten.

Der Fürst nennt dem Schneider sein Ergebnis und nachdem er zurück getreten ist, nimmt Damir seine Arme herunter.

„Einen Moment noch, Krieger", meint Miodrag und geht vor ihm in die Hocke.

„Der Schneidermeister braucht auch deine … Schrittlänge."

Lucius beobachtet fasziniert, wie der Krieger um Beherrschung kämpft, als der Fürst das eine Ende des Maßbandes an der Innenseite der Ferse anlegt und mit der anderen Hand das Band am Bein heraufführt, bis er mit dem Handrücken den Schritt des Kriegers berührt.

Damir presst fest seine Kiefer zusammen, denn die schwammige Hand des Fürsten verweilt eindeutig zu lange an Ort und Stelle, bevor er sich endlich wieder aufrichtet.

„Ein wirklich strammer Bursche", schwärmt Miodrag und überreicht dem Schneider wieder das Maßband. „Das war vorerst alles. Du kannst gehen", erklärt Miodrag und stellt sich zurück auf das Podest, um seine eigene Vermessung zu beenden.

Damir nickt, dreht sich schwungvoll um und stürmt hinaus.

Also hatte er ihn in seiner Trauer gestört, nur um eigenhändig Maß zu nehmen?!

Er geht in seine Kammer und knallt die Tür zu, zieht sich seinen Kampfanzug an.

Wenigstens hat er von Miodrag die ausdrückliche Genehmigung, alles Nötige tun zu dürfen, um die Dinge in England voran zu treiben. Solange Lucius in der Burg ist, glaubt er sich auch ohne die Anwesenheit eines Kriegers sicher. Ab gesehen davon dachten beide, Miodrag und der Zauberer, dass die Entführung dieser Frau Snapes Armee eingeschüchtert habe, und sie sich nicht zuletzt aufgrund eines fehlenden Hauptquartiers zuerst neu formieren müssen.

Wo auch immer Snape sich jetzt aufhält, Raluca muss bei ihm sein.

Langsam versteht er, warum die schöne Fürstennichte sich gegen die Familie gewandt hat. Er spürt immer noch Miodrags feuchte Finger, die unaufhaltsam sein Bein entlangwanderten.

Noch nie hat es jemand gewagt, ihn so zu demütigen. Niemand traut sich auch nur in die Nähe eines Kriegers und Miodrag macht sich einen Spaß daraus, ihn vor dem Zauberer vorzuführen.

Er reibt sich mit der Hand über die Augen und konzentriert sich auf London. Sich über so weite Strecken zu dematerialisieren erfordert viel Kraft. Vielleicht sollte er sich einen kleinen Snack gönnen, wenn er schon im Auftrag des Fürsten unterwegs ist.