Outtake Nummer 1, Teil 1 - Carlisle

Disclaimer: Wie immer, nicht meine.


CPOV

Ich hatte mich auf einen ruhigen Arbeitstag eingestellt.

Forks war keine große Stadt. Hier lebten durchschnittliche Menschen mit den üblichen Krankheitsbildern. Dennoch, die Arbeit war schön. Ich hatte es nicht auch nur einen Tag bereut, den Posten als Klinikchef angenommen zu haben. Im Gegenteil, es war das Beste, was mir passieren konnte.

Meine Ärzte waren sehr kompetent. Unser Ruf eilte uns weit voraus. Wir waren zwar nicht groß, aber wir waren spezialisiert und eifrig bei der Arbeit. Das brachte uns auch eine Auszeichnung ein, nämlich die eines renommierten Ausbildungskrankenhauses.

Vor allem diese Tatsache machte unsere Klinik auch für junge Menschen interessant. Und ich freute mich daher sehr darüber, dass mein Sohn sich dazu entschied, in die Fußstapfen seines alten Herrn zu treten und sein Praktikumssemester hier in meiner Klinik zu absolvieren.

Edward war ein fleißiger Student. Er zählte schon immer zu den Besten und ich war unheimlich stolz auf ihn. Leider nahm er seine Arbeit oft zu ernst, verschloss sich, machte nie frei und kam uns auch leider nie besuchen. Gerade deshalb war ich so froh darüber, dass er nach Forks zurückkommen würde. Bald hätte ich wieder eines meiner Kinder im Haus. Mann war ich glücklich.

Nur Esme wusste noch nichts davon.

Edward und ich einigten uns, es ihr noch nicht zu verraten, es sollte eine Überraschung werden. Und was für eine, sie würde ausflippen vor Freude. Das konnte ich ihr nicht schon vorweg nehmen, das sollte sie in vollen Zügen genießen. Heute würde ich nach Hause kommen und einen Kollegen mitbringen, so waren ihre Informationen. Doch dann würde unser Sohn in der Türe stehen.

Ein ganz normaler Tag mit schönen Überraschungen. Zumindest dachte ich das, bis ich über Lautsprecher aus meinem Büro gerufen wurde und sofort in die Notaufnahme eilen musste. Ein schwerer Verkehrsunfall hatte sich ereignet.

„Was haben wir?", fragte ich sofort die Rettungssanitäter, als ich mich meinem Team näherte.

„Eine junge Frau, Anfang 20, sie hatte einen Autounfall. Sie ist bewusstlos und hat Blut verloren. So weit ich es bis jetzt beurteilen kann, liegen keine gravierenden Schäden vor. Sie sieht wahrscheinlich übler aus, als sie tatsächlich dran ist."

„Ok, kümmert euch gleich um sie. Ich schaue dann nach ihr, ich erledige den Papierkram, sodass ihr in Ruhe arbeiten könnt. Richtet sie wieder her, verstanden?"

„Ja Chef, geht klar!"

Ja, ich hatte das beste Team. Alle waren fleißig und zuverlässig. Ich wusste, sie würden alles tun, damit es der jungen Frau wieder besser ging. Sie brauchten meine Hilfe nicht. Ich würde später nach ihr sehen, die Befunde abgleichen, noch mal drüber schauen und die Frau in unserem Krankenhaus willkommen heißen. Das war schon beinahe Routine bei uns. Meine Kollegen sagten mir, ich hätte eine beruhigende Wirkung auf die Patienten, deshalb war ich meist der Erste, der mit ihnen sprach, wenn sie aus der Narkose oder einem Koma erwachten. Das tat ich gerne, denn ich wollte den verängstigten Menschen nur zu gern diese Sorgenfalte aus der Stirn nehmen, wann immer sie realisierten, dass sie in einem Krankenhaus waren und irgendetwas schreckliches geschehen sein musste.

Nach all dem Papierkram, ja, ich war ein guter Chef, machte ich mich auf zum Westflügel zum Zimmer 1918, da lag meine Patientin. Die junge Frau, die durch den Verkehrsunfall verletzt wurden war. Die Arme, ich war auf ihre Geschichte gespannt. Hoffentlich hatte sie auch jemanden, der ihr half, diese Zeit mit ihr durchzustehen. Denn auch, wenn es einem körperlich nicht so schlecht ging, so waren die seelischen Schäden meist tiefgründig und schwer allein zu bewältigen. Junge Menschen konnten heilen, doch nur, wenn sie eine starke Schulter zum anlehnen und abstützen hatten.

Als ich mich auf den Weg machte, sah ich ein bronzefarbenes Haarbüschel. Moment, es gab nur einen Menschen, der so eine Haarfarbe hatte und das war mein Sohn.

Daher rief ich gleich: „Edward!"

„Dad!"

„Hallo, ich freue mich, dich zu sehen. Wer ist das?" Er hatte einen kleinen Jungen im Arm. Wer das wohl sein mochte?

„Das ist Chris. Er und seine Mutter hatten einen Autounfall. Naja, ich war dort und hab versucht, zu helfen. Er stand unter Schock und er hat sich irgendwie wohl bei mir gefühlt, also habe ich ihn mitgenommen und hier her gebracht", sagte er so, als wäre es das alltäglichste. Ja, mein Sohn war erwachsen geworden. Pflichtbewusst, er würde später einen guten Arzt abgeben. Noch nie war ich mir in Bezug auf irgendetwas auch nur annähernd so sicher gewesen.

Also das war das Kind der Frau. Sie sah so jung aus, gut, ich hatte sie noch nicht von nahen gesehen, nur im Vorbeigehen, aber der Junge musste mindestens schon fünf sein. Wow, hier war was los.

„Ja, die junge Frau. Armes Ding, aber ihr wird es bald besser gehen. Es sah schlimmer aus, als es tatsächlich ist. Zu wem gehört der Kleine?"

„Zum Chief. Em, ich kenne nur seinen Vornamen, Charlie."

„Ach so, Chief Swans Enkel also. Hm, süßer Kerl. Gut, Edward, ich muss erstmal weiter und nach seiner Mutter sehen. Ich glaube, ich hab Charlie unten gesehen, Papiere ausfüllen. Geh zu ihm und gib ihm den Kleinen zurück. Wir sehen uns dann."

Als ich gerade gehen wollte, schlug der Kleine die Augen auf und zwei große müde teifgrüne Augen fixierten mich. Déjà-vu? Das kam mir doch bekannt vor. Seltsam, ich war auf seine Mutter gespannt, ich wollte diese Frau kennen lernen, Ms. Swan also.

„Ok Dad, ich warte dann hier auf dich", rief Edward mir noch zu.

Ich zwinkerte meinem Sohn zu und erhaschte noch ein kleines Lächeln dieses kleinen Jungen. Ja, er war süß, unheimlich niedlich sogar. Und doch, irgendwas war hier faul. Und ich würde noch herausbekommen, was es war.


Teil 2 folgt so schnell wie möglich. Ich wollte nur schon etwas veröffentlichen, um euch bei Laune zu halten ;).