Outtake Nummer 4, Teil 2 - Bella

Disclaimer: Naja, ihr wisst schon.

Viel Spaß beim Lesen!


Da saß ich nun wie ein Häufchen Elend, über dem der Himmel zusammengebrochen war. Zumindest genauso nass schien es zu sein. Es war kein Regen aber ein Sturzbach voller Tränen.

Ich hatte meine Periode immer pünktlich bekommen, immer. Es gab nicht einen Tag, an dem ich drüber war. Gut, in der Anfangszeit musste sich erstmal die ganze Sache einpendeln, aber seit ich die Pille nahm, war alles immer genau so, wie es sein sollte – pünktlich. Und plötzlich, wie aus heiterem Himmel – nichts. Jede Frau war froh, wenn sie gerade nicht ihre Tage hatte, aber ebenso verrückt, wenn sie sie dann nicht bekam. Es war einfach nicht zum Aushalten!

Natürlich war das erste, das ich tat, ein Anruf beim Frauenarzt. Ich besorgte mir einen Termin, denn ich wollte auf Nummer Sicher gehen, ob auch alles mit mir stimmte. Das klappte prompt und heute, vor ein paar Stunden war ich dann auch schon bei meiner Ärztin. Das Ende der Untersuchung hatte mir jedoch zu denken gegeben. Ich dachte erst, ich hatte mich verhört, doch als die Ärztin es noch einmal wiederholte, war ich mir sicher, dass ich es nicht falsch verstanden haben konnte.

Sie hatte mir tatsächlich mitgeteilt, dass ich schwanger war und dass es doch ganz normal sei, seine Periode nicht zu bekommen.

Ich konnte es nicht fassen, ich war schwanger. Schwanger, ich? Von was denn? Von Luft und sonst nichts, wie konnte ich denn schwanger sein? Ich hatte doch noch nicht einmal einen Freund. Ich war vielleicht nicht das liebste und bravste Mädchen überhaupt, aber ich hatte doch keinen Sex mit irgendjemand. Wann denn? Wo denn? Und vor allem, wieso wusste ich nichts mehr davon?

Ich konnte nicht glauben, was mir die Frauenärztin mitgeteilt hatte. Das war einfach unmöglich, es konnte nicht sein. Vielleicht hatte sie auch nur die Ergebnisse vertauscht. Klar, das konnte unmöglich meine Schwangerschaft sein, die sie da bestätigt hatte. Ha, die arme Frau, die jetzt dachte, alles sei mit ihr in Ordnung, würde sich bald über ihr Bäuchlein wundern. Natürlich.

Dennoch.

In meinem Wahn und um mir selber noch Gewissheit zu verschaffen, suchte ich eine Apotheke auf. Ich hatte zwar schon ein Ergebnis vorliegen, doch ich wollte es mit meinen eigenen Augen sehen. Ein unabhängiger Berater sollte mir eine Bestätigung geben oder den Zweifel verstärken.

Zuhause angekommen, begab ich mich gleich ins Bad. Ich riss die Packung auf und ließ den Dingen seinen Lauf.

Mit dem Stäbchen in der Hand begab ich mich wieder in mein Zimmer. Die schützende Tür zwischen dem hier und der Außenwelt musste geschlossen sein, wenn ich sogleich meinem Schicksal ins Auge blicken wollte.

Tatsächlich, auch der Schwangerschaftstest aus der Apotheke zeigte es eindeutig – schwanger.

Aber wieso denn? Warum?

Da bemerkte ich, wie mir Tränen über die Wangen liefen. Heiße, nasse Tränen. Ich weinte sehr viel in letzter Zeit, aber nur aus einem Grund – Edward. Edward war der Grund meines Schmerzes, da ich ihn so sehr vermisste. Edward war der Grund meiner schlaflosen Nächte, weil ich immer von Situationen träumte, die mit ihm zusammenhingen. Edward war der Grund… für alles…?

Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Nein, das…das konnte doch nicht sein. Wie konnte ich das denn nur vergessen? Oh, wie blöd war ich nur?

Edward, natürlich. Der Abschlussball, der Alkohol, der flüchtige Kuss, der leidenschaftliche Sex…

Gott und ich hatte es vergessen, einfach so vergessen. Der Alkohol hatte wohl ein Blackout hervorgerufen, aus dem ich gerade erst erwacht war. Und mir war doch noch so gewesen, als hätte ich etwas Wichtiges nicht bedacht. Hatte ich Edward nicht auch danach gefragt? Er hatte nur mit den Schultern gezuckt. Auch er wusste es nicht mehr. Für ihn gab es ja auch keinen Grund, sich daran zu erinnern. Nicht wie für mich. Schließlich war ich diejenige, die schwanger war und die auf einmal feststellen musste, dass ihr bester Freund und heimliche Liebe, der Vater ihres ungeborenen Kindes war. Was sollte ich denn bloß machen?

Mein Kopf drehte sich, ich konnte nicht klar denken. Das musste doch alles ein schlechter Scherz sein, eine andere Antwort war gar nicht möglich.

So konnte es jedoch erstmal nicht weitergehen. Ich musste bei klarem Verstand sein, wenn ich für diese mir bevorstehende Aufgabe eine Lösung finden wollte. Ja, das war wichtig, das wichtigste überhaupt.

Langsam ließ ich mich aufs Bett zurückfallen. Schlafen, ein gesunder Schlaf brächte eventuell die Antworten, die ich jetzt brauchte. Schlafe Bella und denk nach. Finde eine Lösung für dich, Edward und… das Baby.

Ich tauchte ein in meine Traumwelt und war überrascht über das, was ich da sah. Ich war nicht nur beteiligt, nein ich konnte zusehen. Ich sah hinab auf den Abend, der mein Schicksal entschieden hatte.

Traumsequenz

Endlich zu Hause."

Ja, end…endlich wieder im Warmen *hicks*", lallte sie, als sie sich mit Edwards Hilfe durch die Haustür quälte.

Ha Bella, sieh dich nur an, du bist total hinüber", sagte er, als er sie langsam die Treppe hinaufführte, hoch in sein Zimmer, wo sie die Nacht verbringen würden; abseits der Party, den dummen Gesichtern. Die letzte Nacht der Zweisamkeit für den besten Freund und die beste Freundin.

Sie musste lachen. Wusste er denn nicht, dass er mindestens genauso albern aussah und vor allem so unheimlich süß?

Sie sah an sich herunter, der Saum ihres Kleides war ganz nass und schmutzig.

Oh nein, Renée bringt mich um. Guck dir doch mal mein Kleid an, das ist doch total versaut", sagte sie mit hochrotem Kopf. Der Alkohol hatte sie an ihr Limit gebracht, sie war nicht mehr sie selbst und ein emotionales Nervenbündel.

Edward tat wie ihm geheißen und blickte auf die Schönheit vor ihm. Wie konnte nur irgendjemand denken, dass Bella nicht hübsch war? Und vor allem, wie konnte er sie nur als seine beste Freundin sehen, wenn sie doch so perfekt für ihn war; so wunderschön. Seine Augen glitten über ihren Körper, verweilten nicht lange am Saum des Kleides. Er hatte anderes im Sinn und dazu zählte gewiss nicht das Kleid der jungen Frau vor ihm. Naja, zumindest nicht, so lange es an ihr war, wenn es auf dem Boden läge, wäre es eine andere Geschichte.

Sie erwischte ihn, wie er auf ihr Dekolletee starrte. Dabei lief sie noch röter an, war das zu fassen?

Edward", sagte sie peinlich berührt. „ich meinte das nicht ganz so wörtlich."

Doch der junge Mann tat nichts. Weder sprach er, noch richtete er seine Augen von ihr.

Edward?", fragte sie besorgt.

Bella, verzeih mir. Ich weiß, ich sollte nicht, aber… verzeih mir."

Bevor sie auch nur eine weitere Frage stellen konnte oder überhaupt verstehen konnte, was er damit meinte, wurde sie auch schon ins Paradies versetzt.

Alles, was ihr je widerfahren war, grenzte an Nichtigkeit. Alles, was sie je empfunden hatte, war nichts gegen dieses überwältigende Gefühl. Das Gefühl, Edwards Lippen auf den ihren zu spüren.

Er wusste nicht, was er tat. Er wollte es nur. Wollte es, begehrte es. Wie lange schon hatte er sich gewünscht, ihr nahe sein zu dürfen, sie so zu halten, wie er es jetzt tat. Nie würde er sie gehen lassen.

Er war in Gedanken und überlegte, ob er den Kuss beenden sollte. Schließlich war es nicht richtig, er hatte sie auch nicht gefragt bzw. wusste doch noch nicht einmal, ob sie etwas für ihn empfand, was die Gefühle einer Freundschaft überstiegen.

Als sich ihr Mund leicht öffnete und ihr süßer Atem auf seine Lippen traf, da war es für ihn Antwort und Ansporn genug.

Sie spürte, wie seine Zunge sacht über ihre Unterlippe strich. Das war zu viel, sie musste mehr von ihm haben.

Mutig und fordernd intensivierte sie den Kuss und legte alles in ihn hinein, was sie nur hatte. Ihre Zungen kämpften um die Vorherrschaft und erforschten beider Münder bis ins kleinste Eck. Keiner wollte aufgeben, doch der Sauerstoff machte ihnen zu schaffen.

Heftig atmend traten sie auseinander. Ihr Gesicht drohte die Farbe Rot nicht wieder zu verlieren und er bebte mit jedem Atemzug, den er tat.

Bella und Edward starrten sich in die Augen, so wie sie es noch niemals zuvor getan hatten. Ihre Augen funkelten und kein Blick wollte sich vom jeweils anderen lösen.

Sie war verwirrt. Obgleich es das Beste war, was ihr je in ihrem jungen Leben widerfahren war, so wusste sie doch nicht, ob sie es zulassen sollte.

Deshalb meldete sich ihre rationale Seite zu Wort und ihr fiel wieder ein, warum sie eigentlich in dieser Position war. Ihr Kleid war schmutzig und sie wollte zu Bett gehen.

So, wie sie es schon unzählige Male gemacht hatte, bereitete sie sich auf die Nacht vor. Normalerweise war sie allein, wenn sich umzog, doch das war ihr im Moment egal.

Sie schloss ihre Augen und reichte mit der rechten Hand langsam hinter ihren Rücken. Als sie den Reißverschluss ihres Kleides zwischen Daumen und Zeigefinger spürte, atmete sie ein.

Er sah, wie sich ihr Brustkorb hob. Zu gern hätte er gewusst, wie es unter dem Kleid aussah. Sein Wunsch wurde erhört, denn just in diesem Moment hörte Edward ein Geräusch, das nur von einem Reißverschluss kommen konnte, der geöffnet wurde.

Das Kleid viel zu Boden und mit ihm die Kinnlade des jungen Mannes. Er sah zu, wie sie ihre Hände in ihre Haare führte und die Nadeln herausnahm, mit denen sie ihre lange Mähne hochgesteckt hatte. Dunkle Locken fielen über ihre Schultern, ruhten auf ihren wohlgeformten Brüsten und sahen einfach wunderbar aus. Nie hatte er ein so schönes Wesen gesehen. Nie hatte er ein so großes Verlangen verspürt, die paar Schritte zwischen ihnen zu schließen und sich zu holen, was er so sehr begehrte.

Morgen würde er verschwinden, das wusste sie. Also war ihre Entscheidung klar, sie hatte nichts zu verlieren, außer der Möglichkeit auf eine letzte gemeinsame Nacht.

Sie reichte ein weiteres Mal hinter ihren Rücken, als sie plötzlich eine starke Hand an ihrem Handgelenk spürte, die ihren Arm an Ort und Stelle hielt. Sofort erstarrte sie und blickte benebelt in die Augen des Menschen, den sie nie verlieren wollte.

Er zog ihren Arm vorsichtig nach vorn, nahm ihren anderen und legte beide Hände auf seiner Brust ab. Intensiv starrten seine funkelnden Augen in die ihren. Er sah Verwunderung, etwas Furcht vor dem, was kommen könnte und was noch… Liebe?

Bella, willst du das wirklich? Ich glaube, wenn… Ich glaube, ich kann mich nicht zurückhalten, wenn du weiter machst, wie bisher. Du weißt gar nicht, was du mir da antust."

Sie wich von seinem intensiven Blick zurück. Er wollte sie, sie ihn, doch er hatte Angst, sich nicht bremsen zu können. Doch das war ihr egal, sie musste ihn haben, selbst wenn es nur für diese Nacht war.

Edward, ich will dir gehören."

Diese kleinen Worte erlösten ihn von allen Zweifeln. Er begann seinen Körper handeln zu lassen. Purer Instinkt trat an die Stelle des rationalen Verstandes, er warf ihn einfach über Bord.

Sie starrte in seine sich zusehends verdunkelnden Augen und sog auf einmal hart die Luft ein, als sie spürte, dass seine Hand auf ihrem Rücken ruhte. Vor Scham und Erstaunen wandte sie kurz den Blick ab. Vorsichtig lugte sie dennoch wieder nach oben und schenkte dem Mann vor ihr ein kleines Lächeln.

Er erlöste sie von ihrem BH und ließ ihn, wie das Kleid nach unten sinken. Er starrte nicht an ihr herunter, wie ein Perversling es getan hätte. Sie war eine Göttin und er wollte ihr huldigen. Langsam ging er auf die Knie, ohne je den Blick von ihren Augen zu lassen. Er führte seine Hände an ihrem samtweichen Körper mit sich nach unten, bis er zu ihrem Höschen gelangte. Vorsichtig zog er ihr es aus. Noch niemals hatte er sich für irgendetwas solche Zeit genommen, doch für Bella würde er es immer wieder tun.

Als er sich aufrichtete, platzierte er einen kleinen Kuss auf ihrem Bauchnabel. Sie erzitterte, er lächelte. Es fühlte sich gut an, dass er der Grund für diese Gefühle war.

Er tat das, was ihm sein Gefühl sagte. Behutsam geleitete er sie hinüber zu seinem Bett.

Als sie sich darauf niederließ, konnte er sie das erste Mal in all ihrer Pracht bewundern. Sie war so schön, unbeschreiblich schön sogar. Nichts hätte er lieber getan, als sich zu ihr zu legen und seine Arme um sie zu schlingen. Er wollte sie halten, nein, er wollte sie gewinnen, für sich und nur für sich.

Er zog sich langsam vor ihr aus. Bella glaubte ihren Augen nicht zu trauen. Sie wusste schon immer, dass Edward ein hübscher Junge war. Doch diese Perfektion… Jeder Muskel, jede Faser seines Körpers war schlichtweg perfekt. Als er sich das letzte Kleidungsstück vom Körper gezogen hatte, legte er sich endlich zu ihr.

Er beugte sich über sie und streichelte sie erst leicht, dann stärker, bis er sie vollends in den Wahnsinn trieb.

Ende Traumsequenz


A.N. : Kommentare sind wie immer wärmstens erwünscht. Es wird noch einen weiteren Bella-Teil geben. Ich hoffe, ihr hattet Freude beim Lesen, denn ich hatte Spaß beim Schreiben, obwohl ich beim "Träumen" ganz schön ins Schwitzen gekommen bin *lol*.