Die Odaliske

Title: Die Odaliske

Autor: Sainz de Rouse

Beta: Rippenkitten/Taube

Pairings: Erik & ******

Genre: Drama/Romance

Rating: NC-17

Warnungen: Detaillierte sexuelle Handlungen

Inhalt: Eriks Odaliske bleibt doch noch bei ihm und nicht nur für eine Nacht …

Zeit: Eriks Zeiten in Persien (1852).

Wichtig: Ich versuche mich so gut wie möglich ans Buch zu halten. Kein ***** End.

Disclaimer: Alles gehört, in erster Linie Susan Kay, da ich es in ihrem Buch hineinarbeite, dann noch natürlich Gaston Lerous und Andrew Lloyd Webber. Mir gehört nichts. Schade. Aber da kann man nichts machen. Aber dafür gehört mir der Schund den ich hier hinfabriziere.

A/N: Seid gegrüßt Phantomsüchige Phans. Ich dachte mir ich schreibe mal eine Fanfic, in der Zeit als Erik in Persien war. Ihr kennt doch alle die Stelle mit der Sklavin, die Erik als Gattin geschenkt worden ist, nicht wahr? Nun, wie wir alle wissen hatte er sie wieder zurückgeschickt und sie musste am nächsten Tag, qualvoll in der Folterkammer sterben. Tja, und da mir das so nicht gefällt, sagte ich zu mir: „Was nicht passt, wird passend gemacht!"

Ich hoffe das euch das Ergebnis gefällt. Reviews würden mich natürlich sehr freuen und anspornen, weiter zu schreiben. Über Berichtigungen würde ich mich ebenfalls freuen, denn ich habe null Ahnung von Persien. Ich nehme mir natürlich das Buch „Das Phantom" zur Hilfe. Aber sehr hilfreich scheint es auch nicht. Oder es liegt daran das ich es nicht lese, sondern nur so schnell drüberrutsche. ^^

Ne im Ernst, gelesen habe ich es bereits, doch ist es schon Monate her und direkt überm Harem und die Verhältnisse mit Haremsdamen steht ja nicht viel drin. Sollte ich mich irren, würde ich mich freuen, wenn man mich darauf aufmerksam machen würde.

Viel Spaß beim Lesen!

Kapitel 1

Es war 1852 als ich vom meinem Schah in die Hände meines neuen Herrn, meinen Gatten, übergeben wurde. Es war erst vor ein paar Stunden als ein Eunuch, vom Schah geschickt, in das innere Heiligtum der Khanum kam. Der Serail war das Reich der Khanum, eine exklusive Welt, deren heimtückischer Einfluss den Hof durchzog wie eine Wolke giftigen Parfüms. Traditionell war es ein Ort bitterer Rivalitäten, erstaunlicher Verschwörungen und heftiger, gewaltsamer Tode. Die gegenwärtige Khanum war eine Kraft, mit der man rechnen musste, eine gut aussehende, energische, kluge Frau, die wusste wie sie ihren Sohn am vorteilhaftesten gängeln konnte. Sie leitete den Harem mit rücksichtloser Despotie, machte die drei Hauptfrauen des Schahs zu schüchternen, unterwürfigen Wesen und regierte mit eiserner Hand die Konkubinen. Sie verbrachte ihre Tage damit, Zuckerpflaumen zu essen und gelegentlich eine Wasserpfeife zu rauchen, und aus purer Langeweile hatte sie einige verhängnisvolle Kabalen ausgeheckt. Ich glaube, bei Hof gab es keinen Mann, der sie nicht mehr fürchtete als den Schah selbst. Wie der Rest des Hofes war ich es von Herzen leid, die Launen der Mutter des Schahs zu befriedigen. Allah sei Dank das Ich ihr nicht oft gegenübergestanden war, denn die wenigen Male waren solche Qualen, wie man sie wohl nur der Hölle zuschreiben würde. Eine Haremsdame wurde wegen jeder kleinen Unachtsamkeit geprügelt. Und ich wurde bei jeder Begegnung mit ihr geprügelt. Ich war froh dass der Harem aus sehr vielen Frauen bestand und sie sich nicht auf mich konzentrierte. Am meisten traf es wohl die drei Hauptfrauen des Schahs.

Die Khanum war schön, herzlos, intrigant und seit vier Jahren die Macht hinter dem Thron, sie würde unser Leben weiterhin mit ihren Kapricen beherrschen, bis ihr Sohn sich von ihrer mütterlichen Dominanz befreite. Bedauerlicher Weise gab es dafür keinerlei Anzeichen. Der Schah hatte drei Hauptfrauen und zahllose Konkubinen, doch keine Frau im Harem hatte sich als fähig erwiesen, aus dem Schatten der Khanum herauszutreten, um deren heimtückischen Einfluss herauszufordern. Wir alle hatten Angst vor „Der Dame". Der Eunuch wurde in diese verschleierte Welt labyrinthischer Gänge, marmorverkleideten Bäder und gedämpften Flüsterns, von der Khanum empfangen. Er teilte ihr den

Auftrag mit, sie solle eine Haremsdame auswählen, als Geschenk für den geheimnisvollen Magier, der nicht nur als Unterhaltung der Dame, sondern auch als Architekt für den Schah diente.

Er war ihr selbsternannter Racheengel, der schon viele Babi – Abweichler getötet hatte. Anfangs im Zweikampf wie ich hörte, später in seiner, extra für die Khanum gebaute Folterkammer.

Ich war noch nicht lange hier im Harem, ich wurde erst vor ein paar Monaten dem Schah vorgestellt, und so kamen mir die Gerüchte um den Magier fast wie Legenden vor, die man sich erzählte um nicht der Langeweile zu erliegen. Ich hatte ihn bisher nie gesehen, nur von ihm gehört. Anfangs kam ich mir sehr hilflos im Harem vor unter den vielen fremden Frauen, die zum gleichen Zweck da waren wie ich. Ich lebte immer mit der Angst für einen Mann ausgewählt zu werden, denn ich wollte es unter keinen Umständen. Ich will nicht sagen das es mir hier nicht gut ginge, gewiss viel besser als je zuvor, und ich fühlte mich sehr wohl, doch war mir nicht sehr wohl als man damit begann mich zur Konkubine zu unterrichten. Doch während der paar Wochen, die ich nun als ausgebildete Konkubine hier verbrachte, machte ich mir die Illusion, das ich wohl nie ausgewählt und immer hier leben können würde. Aber heute war das geschehen, wo vor ich immer Angst hatte. Die Khanum war nicht wie sonst, an mir vorbeigelaufen, sondern blieb vor mir stehen und befahl den Eunuchen, von dem sie begleitet wurde, mich zu den Dienerinnen zu bringen, und ihnen aufzutragen mich zu Recht zu machen. Als ich merkte das sie nicht das Mädchen neben mir meinte, wie ich zu Anfang gehofft hatte, sondern mich, schlug mir das Herz wie noch nie in meiner Brust. Ich fürchtete es würde mir gleich zerspringen. Die Dienerinnen führten mich in eines der zahlreichen Bäder, wuschen mich gründlich, vor allem im Genitalbereich, was mir wie eine Folter vorkam, wuschen meine Haare mit duftenden Ölen und ließen mich nicht einmal mehr mich selber abtrocknen. Danach brachte man mir schöne Kleidungsstücke, die ich unverzüglich anziehen sollte. Eine perlenbesetzte Hose, ein dünnes, wehendes Hemd und zahllose Armbänder, Halsketten und Ohrringen, die bei jeder Bewegung klapperten. Meine Hände wurden mit Henna verziert und meine Augen mit Antimon umrandet. Nach einem kurzen erlaubten Blick in den Spiegel hätte ich mich unter normalen Bedingungen gefreut. Doch nun verabscheute ich meine Schönheit, wegen dem Zweck für die sie dienen sollte. Kurz bevor die Sonne im Begriff war völlig am Horizont zu verschwinden, wurde ich von einem Eunuchen und dem Daroga Nadir Khan zu den Räumlichkeiten meines neuen Herren gebracht. Unterwegs trafen wir auf eine der vielen Katzen, die an uns sorglos vorbeilief. Ich sah ihr sehnsuchtsvoll nach. Ich wünschte ich wäre auch eine. Als solch eine könnte ich ein unbeschwertes Leben führen. Die Katzen waren überall im Palast und füllten die Räume mit dem Gestank ihres Kots. Es galt als Privileg, von einer der königlichen Katzen angepinkelt zu werden – man durfte weder angewidert aufschreien noch davonlaufen. Tatsächlich habe ich mal von einem Höfling gehört, der lieber die Schöße seiner Jacke abschnitt, als die schlafende „Glorie des Königreiches" in ihrer Ruhe zu stören. Die Katzen hatten ihre eigenen Diener und wurden in mit Samt ausgeschlagenen Käfigen getragen, wann immer der Hof reiste. Einige der besonders begünstigten Tiere bezogen sogar Pensionen. Männer waren schon für wesentlich geringere Vergehen ins Gefängnis geworfen worden als dafür, dass sie auf den Schwanz einer königlichen Katze getreten hatten. Die Siamkatze, die Liebste des Schahs, trug sogar ein Juwelenbesetztes Halsband, ein Geschenk vom siamesischen König. An diesem Hof war es wahrlich eine ernste Sache, sich eine Katze zum Feind zu machen. An der Tür meines neuen Herrn, hielt der Daroga noch einmal inne und atmete tief durch. Ich realisierte nicht das ich das Selbe tat.

Aufgeregt und ein wenig zitternd brachten sie mich hinein. Die Wohnung, die ich nun wohl zusammen mit meinen Gatten bewohnen sollte, gehörte zu den feinsten des Hofes. Es war, als sei ich in ein geheimnisvolles Schloss eingetreten. Alles war in rot gehalten, auf dem Boden lag ein üppiger persischer Teppich, weiches gedämpftes Kerzenlicht und sein starkes Aroma von Duftölen und Räucherwerk machten die Atmosphäre drückend, und eine seltsame, schwere Lethargie senkte sich über mich. Und dort war er. Mein Herr. Er saß zwischen Kissen wie auf einen Thron, einige Meter vor uns. In krassem Gegensatz zu der Üppigkeit seiner Umgebung war er von Kopf bis Fuß in schwarz gekleidet, und sein Gesicht war völlig hinter einer weißen Maske verborgen. Das vermittelte den Eindruck von dunkler Macht, von kalter, überirdischer Majestät; es war als träfe ich auf einen der alten mythologischen Götter. Unwillkürlich fielen mir seine Finger auf, die außerordentlich dürr waren. Sie waren buchstäblich unmenschlich lang und bewegten sich mit einer anmutigen Gewandtheit, die merkwürdig faszinierend wirkte.

Zuerst sah er mich verwundert an, wusste wohl nicht, dass sein Geschenk eine Odaliske war. Eine Sklavin des königlichen Harems, die ihre Ausbildung als Konkubine abgeschlossen hatte, aber noch nicht zum Dienst auf dem königlichen Lager erwählt worden war. Es gab keine größere Ehre, die der Schah einem bevorzugten Diener erweisen konnte, als ihm eine Haremsjungfrau als Gattin zu schenken. Als der Daroga seine, offenbar, eingeübten Worte stammelnd vorgebracht hatte, herrschte tödliches Schweigen im Gemach.

Er starrte mich mit einer Gier an, welche die Maske nicht verbergen konnte, und sein plötzliches, überwältigendes Verlangen war schockierend in seiner wilden Intensität. Als er dann zum Daroga aufblickte, geschah das mit bitterem Hass, was ich nicht verstand, doch war es mir eigentlich egal. Ich wollte so schnell wie möglich von hier fort. Am liebsten wäre ich wieder bei meinen Eltern, auch wenn ich dort damit rechnen müsste zu verhungern. Alles war mir recht, wenn ich nur nicht diesem furchterregenden Mann zur Verfügung stehen müsste. Ich zitterte am ganzen Leib, ohne es zu beabsichtigen. „Bringt sie her", sagte er. Seine Stimme klang wie ein raues, metallisches Krächzen und ließ mich instinktiv in die Arme des Eunuchen zurückweichen. Doch half es nichts, ich wurde durch den Raum geschleift und zu seinen Füßen niedergeworfen. Er stand langsam auf, beugte sich vor und zog mir den Schleier fort. Meine großen, mit Antimon umrandeten Augen starrten in unverhülltem Schrecken zu ihm auf. „Wie alt bist du?", fragte er grob, was mich zusammenzucken lies. „Fünfzehn, Herr", antwortete ich, meine Stimme war kaum zu vernehmen. „Hat man dir gesagt, was von dir erwartet wird?" „Ja", flüsterte ich. „Sehr gut. Ich habe gesehen, was sich hinter deinem Schleier verbirgt, meine Liebe. Jetzt wirst du die entsprechende Ehre haben. Komm her und nimm mir die Maske ab." Ich rührte mich nicht und verharrte kniend zu seinen Füßen. Als er das sagte fielen mir wieder die Geschichten über sein hässliches Gesicht ein, die mir die anderen Frauen im Harem erzählt hatten. Was wenn sie wahr waren? Ich erschauerte. Ich wollte nicht daran denken. Ich wollte ihm nicht die Maske abnehmen, aus Angst, weil ich nicht wusste, ob mir wirklich das Grauen begegnen würde. Ich wollte fort von hier. „Wenn du mich jetzt zurückweist, dann weist du den Schah selbst zurück", sagte der Mann vor mir fest, was mich noch einmal erschauern lies. „Wenn du dich wehrst, werde ich dich mit Gewalt nehmen und dich dann zur Hinrichtung in seine Hände geben. Wenn du aber freiwillig für diese Nacht zu mir kommst, so schwöre ich dir, dich bei Morgengrauen freizulassen. Mit einer Nacht kannst du dich für den Rest deines Lebens freikaufen und die Mittel erwerben, es in achtbarer Geborgenheit zuzubringen. Und vielleicht wird die Nacht schließlich gar nicht so schrecklich, wie du fürchtest…." Nun horchte ich auf. Würde er sein Versprechen wirklich halten, würde ich drauf eingehen? Täte er es, könnte ich endlich meine Eltern aus der Armut holen, was sie sich schon immer erhofft hatten, seit ich hier war. Und ich könnte endlich fort. Fort aus dem Harem. Fort vor der grausamen Khanum und fort vor diesem Mann, der mir mehr Angst einjagte als alle anderen Menschen in diesem Palast. Als er sich niederbeugte, um mir seine Hand zu reichen, wich ich zurück und presste mit einer flehenden Geste meine hennagefärbten Hände aneinander. Was war los mit mir? Das war die Chance meines Lebens und ich wusste, dass ich sie niemals wieder bekommen würde. Ich musste nur diese eine Nacht mit ihm verbringen. „Du willst lieber sterben, als mir beizuliegen?", fragte er mit schmerzlichem Unglauben. Nein, schrie es in meinem Innersten, doch wollte es nicht so recht nach außen dringen. „Du willst lieber sterben?" Nein, schrie es abermals in mir und schien in meinem Kopf viel lauter als zuvor. Ich brach zu seinen Füßen, mit einem wilden, hysterischen Schluchzen, zusammen. Nicht fähig sein Geschäft einzuwilligen. Warum konnte ich nicht antworten? War ich so erstarrt? Oder wollte mich Allah tatsächlich schon zu sich holen? Abrubt wandte er sich von mir ab. „Bringt das Kind fort", sagte er. Nun war mein Schicksal, durch meine Unfähigkeit zu reden, besiegelt. Mein Schluchzen wurde heftiger und mein Herz schien zu zerspringen, so intensiv schlug es. „Offenbar haben Sie den Brauch nicht verstanden, Erik", flüsterte der Daroga. „Das Mädchen ist ein Geschenk des Schahs, ein persönliches Zeichen seiner Wertschätzung. Wenn Sie es so zurückschicken, ist das ein unverzeihlicher Verstoß gegen die Etiketten, eine Beleidigung, die Ihnen niemals verziehen würde." Neue Hoffnung keimte in mir auf. Wenn ich nicht selber einwilligen konnte, so schaffte es vielleicht der Daroga mir das Leben und das meiner Eltern zu retten. „Bringt sie fort", erwiderte er tonlos. „Sagen Sie dem Schah, dass ich kein Verlangen nach mannbaren Mädchen habe. Sagen Sie ihm, ich sei … unfähig … von einem solchen Geschenk Gebrauch zu machen. Verdammt, sagen Sie ihm, was immer nötig ist, damit es nicht bestraft wird." Eine Welt brach zusammen. Wie konnte er mich nur in den Tod schicken. Mir war klar, egal was der Daroga sagen würde, ich würde sterben. Ob von dem Schah oder durch die Hand der sadistischen Khanum. Einmal musste ich es versuchen einen Ton aus meinen Stimmbändern zu lassen, sonst würde ich bald vor meinem Schöpfer stehen und meine Eltern wären den Tod geweiht. Der Eunuch wollte mich schon hinaus zerren als ein hysterisches „Nein!" aus meiner Kehle drang. „Was nein?", fragte der Daroga und der Mann mit der Maske wandte sich mir wieder interessiert zu. „Ich bleibe", flüsterte ich und hatte schon angst, dass es niemand hören würde und sie mich doch noch zum Schah führen würden. „Wirklich?", fragte der Mann. Hoffnung klang in seinem Ton mit. Warum, wusste ich nicht. „Also gut Mädchen, du hast richtig entschieden", sprach der Daroga und verließ zusammen mit dem Eunuchen die Räumlichkeiten.

Fortsetzung folgt …