Danke für's Lesen, hier das neueste Kapitel. Ich hoffe, es gefällt euch.

Wie immer ein riesen Dankeschön an Celesoan, die meine Kapitel schöner macht ;). Sollte doch noch ein Fehler drin sein, dann liegt's daran, dass ich mich über ihren Kopf hinweggesetzt hab'. Ich bin manchmal sooo stur…

Disclaimererweiterung: Harry Potter gehört J.K. Rowling, Google Larry Page und Sergey Brin, Der Zauberlehrling gehört dem Herrn Goethe.


Kapitel 3: Erkenntnisse der Nacht

Wie Granny und Grandpa Swan so gewesen sind, wusste ich nicht. Ich hatte sie leider nicht mehr kennenlernen dürfen. Mom war zwar schon einige Zeit mit Phil verheiratet, dennoch, zum Zeitpunkt ihrer Hochzeit waren seine Eltern schon verstorben. Deren Glück, denn ansonsten wäre meine Mutter ihr sicherer Tod gewesen. Wirklich, die Frau hatte Züge an sich… zum Davonlaufen, wenn nicht sogar zum ins Gras beißen…

Jedenfalls mussten diese Leute toll gewesen sein. Alt, so wie das Haus, das Charlie sein Eigen nannte und das ich jetzt mit ihm teilte, aber definitiv liebevoll. Die Einrichtungsgegenstände schrien förmlich nach Nostalgie, aber das passte. Forks war altmodisch und so war es eben auch das Haus.

Als ich den ersten Schritt in meine neue Unterkunft getan hatte, fragte ich gleich Charlie, warum er das Haus in diesem Zustand gelassen hatte. Ich meine, so arm konnte er nicht sein, schließlich war er Polizeichef, auch wenn Forks winzig war, und er konnte mich bei sich aufnehmen, ohne dass er von meiner Mom eine Gegenleistung erwartete. Also am Geld konnte es nicht gelegen haben. Meine Vermutung ging eher in Richtung Wehmut. Ein ausgewachsener und gestandener Mann, der noch nach Jahren an seinen Eltern hing… warum noch mal ich? Ich wollte nicht unbedingt den Seelsorger spielen. Ich konnte so einiges: kochen, bügeln, waschen usw. aber Psychoanalyse zählte nicht gerade zu meinen Spezialgebieten. Na, Herr Freud, hätten Sie da mal ein Sekündchen Zeit für mich und meinen Onkel? – Schon, aber wir sollten Nietzsche noch hinzuziehen. Schon klar…

Naja, so richtig konnte ich es nicht aus Charlie herausbekommen. War mir doch egal, ob hier alles altmodisch und aus dem vorletzten Jahrhundert war, es gab eine brauchbare Küche, das Bad war in Ordnung und auch das 21. Jahrhundert hielt mit einem recht aktuellen Flachbild – Fernseher den Einzug. Was wollte man mehr? Immerhin hatte ich hier mehr Quadratmeter zu meiner Verfügung als in Phoenix. Und wie gesagt, Charlie war ja nicht rund um die Uhr zu Hause, alles nur positive Dinge, wenn ich mir das recht überlegte.

Die größte Sensation erwartete mich dennoch in meinem Zimmer. Hatte ich nicht tatsächlich einen Telefonanschluss in meinem Zimmer? Haha, genial würd ich doch mal sagen. So wie es aussah, waren wir sogar erschlossenes Gebiet, soll heißen, wir hatten sogar einen Internetanschluss. Hoffentlich hatte Charlie eine Flat, denn nichts und damit meine ich wirklich nichts, konnte mich von meinem heißgeliebten Internet fernhalten. Leute kontaktieren und irgendwelchen Menschen auf den Senkel gehen, das waren doch meine liebsten Hobbies! Gut, ich las auch, das nicht gerade wenig, aber Leute, Internet, jeder normale Mensch müsste doch sofort verstehen, warum mir auch nur beim Gedanken an dieses Wort das Herz höher schlug. Noch nie etwas von Internetsucht gehört? Guckt mal bei Google, aber nicht zu lang, sonst erwischt es auch euch, haha.

Doch das verdammte Net konnte auch sehr heimtückisch sein. Vor allem wenn man 14 und ein kleines dummes Kind war, das dachte, man müsse mit seiner besten Freundin mal was ausprobieren. Doch das war eine andere Geschichte…

Mit 17 hatte man natürlich andere Gedanken im Kopf. So verdreht und zeitweise abwesend ich auch war, ich war verdammt strebsam und nichts konnte mich davon abbringen. Deshalb war ich ja schließlich in dieses nasse Nest gekommen, das sich so ziemlich am Arsch der Welt befand.

Ich wollte meinen Abschluss machen und das mit möglichst vielen Sonderkursen. Auch wenn man es mir nicht ansah, unter meiner braunen zerzausten Mähne steckte tatsächlich ein Gehirn, das danach lechzte, benutzt und gefordert zu werden. Vor allem die Naturwissenschaften hatten es mir angetan. Chemie, Physik und wie sie nicht alle hießen, ich konnte das und ich liebte es.

Manch einer verstand daher meine Leidenschaft für das geschriebene Wort nicht. Aber sind wir doch mal ehrlich, reine Naturwissenschaftler hatten doch einen totalen Klatsch und Geisteswissenschaftler sowieso. Wieso also nicht die Vorzüge beider bündeln und den Wahnsinn außen vor lassen? Das war zumindest meine Methode. Ob mir das gelang? Na warum nicht, ich war doch voll normal? Oder? Kommt, den Hang zur Selbstverstümmelung, durch das Rennen gegen Tischkanten oder das andauernde Bedürfnis die Straße zu vermessen, Mensch das ging doch jedem so. Und wieso sollte man mir denn nachreden, dass es etwas Schlechtes sei, die Intensivstation eines jeden Krankenhauses zu kennen? Ich wollte eben für den Notfall gerüstet sein, tss. Ich war einfach nur ein unverstandenes Geschöpf. Unwissende konnten so gemein sein. Schließlich lebte ich in meiner eigenen Welt, das war auch ok, denn man kannte mich da nur zu gut.

Naja, es ergab eben einfach Sinn, sich allen Richtungen zu widmen. Vielleicht hätte Musik mir noch den letzten Schalter umgelegt… bloß nicht übertreiben, man konnte ja nie wissen, was für ein Monstrum man da erschuf. Denn wie Goethe schon sagte: „Die Geister, die ich rief, werd ich nun nicht los." Da hatte selbst der Zauberlehrling zu kämpfen und wir konnten schließlich nicht alle kleine Harry Potter sein.

Auf jeden Fall war morgen mein erster Schultag an der Forks' High. Charlie hatte mir angeboten, mich in seinem Wagen mitzunehmen, doch ich hatte dankend abgelehnt. Es reichte schon, die Neue zu sein, doch auch noch das Polizistenkindchen? Nee, lieber nicht. Ich wollte all meine Chancen nicht bereits am ersten Tag verspielen. Und wer konnte es denn schon so genau wissen, vielleicht traf ich ja noch jemanden, einen tollen Kerl, der nur darauf brannte, mich zur Schule mitzunehmen?

Ach Bella, wie viele Freunde hattest du in deinen 17 Jahren? Konntest du sie noch an einer Hand abzählen? Tss, klar, das war leicht. Man brauchte ja nur eine Faust zu machen und schon ließ sich die Null perfekt darstellen. Null wie niemand, also kein Freund, kein wildes Rumbeißen, kein stürmisches zu Tode Knutschen oder Fummeln bis der Arzt kam. Tja und eben auch kein hemmungsloser Sex, bei dem einen schon allein beim Gedanken die Knie weich wurden und das Höschen verrutschte. Nein, ich kannte so etwas nicht. Doch vielleicht traf ich ja in Forks, hier in diesem verkümmerten etwas von Stadt, meinen Traummann. Träum weiter, Bella.

Ich ging zeitig zu Bett. Aber nicht bevor ich noch einmal kurz meinen Laptop angeschlossen und probiert hatte, ob das Internet auch wirklich funktionierte. Es funktionierte. Außerdem war mir nach Charlies Abendbrot, so nannte er es, ich nannte es Folter und fragte, ob er damit nicht gegen die Genfer Konvention verstieß, nicht gerade zum langen Aufbleiben zu Mute. Eigentlich wollte ich nur schnell liegen, um die Müßigkeit siegen zu lassen. Denn wenn ich einmal lag, war ich viel zu faul, um noch mal aufzustehen. Das rettete mich davor, ins Bad zu eilen und nach Ulf zu rufen… Vorwärts essen reichte mir, dann musste es nicht auch noch in der umgekehrten Reihenfolge passieren. Das Gesetz der Trägheit, hier mal anders.

Doch bevor ich mich in mein Bett schleppte, tat ich noch einen intelligenten Schachzug. Ich bot Charlie an, ab jetzt für das leibliche Wohl zu sorgen im Gegenzug für seine Gastfreundschaft. Klappte besser, als erwartet, denn es stellte sich heraus, dass er gar nicht so gern kochte. Nein, also das wäre mir ja nun nie eingefallen.

Nach dieser tollkühnen Ansprach meinerseits und der scheinbaren Erleichterung seinerseits konnte ich dann endlich ins Bett gehen.

Ich öffnete mein Fenster und blickte noch einmal in den Himmel hinauf. Komisch, in Phoenix konnte man beinahe nie die Sterne sehen und hier waren sie ganz klar, zum Anfassen nah. Mit einem Seufzen legte ich mich in mein Bett und zog die Decke bis hoch an den Hals.

Ich war ein toughes Mädchen, hatte ein loses Mundwerk und war schon immer überall da erfolgreich, wo ich es sein wollte. Und wenn doch einmal etwas schief ging, dann konnte ich es immer heimlich oder offensichtlich auf meine Mutter und ihre unbeständigen Liebschaften schieben. Leider ging das jetzt nicht mehr. Ich hatte Charlie, der zwar so unselbstständig war, dass ich mich fragte, wie er bis jetzt ohne mich klarkommen konnte, der aber von Grund auf gut und lieb war. Ihm konnte ich unmöglich die Schuld in die Schuhe schieben. Es hing nun an mir. Ganz allein ich war für mein Tun und Handeln verantwortlich, keiner sonst.

So sinnierte ich noch eine Weile, bevor ich endlich in den wohltuenden Schlaf hinab driftete. Doch nicht ohne den ultimativen Gedanken: der Vater meiner Kinder sollte grüne Augen haben. Ich nahm schon immer an, dass das ganz gut mit meinen Braunen zusammenpassen würde. Also, das war eine beschlossene Sache, wenn auch zu später Stunde und ohne jeglichen Sinnzusammenhang. Gut, dass ich es daher auch gleich wieder vergaß.

Ende Kapitel 3


Grünes Kästchen? *Augen klimper*