Hier wieder ein neues Kapitelchen. Ich erspare mir lieber alle Entschuldigungen und Ausreden... So sehr ihr mir alle am Herzen liegt und so sehr ich mich auch über jede einzelne eurer Rückmeldungen freue... ich bin und bleibe ich... also mit anderen Worten: Schnelligkeit wird nicht zu meiner Tugend werden :(.

Fühlt euch dennoch ganz lieb von mir gedrückt! Viel Spaß beim Lesen, wir sehen uns unten wieder :)!

Liebste Grüße an meine liebe Celesoan, wo wäre ich nur ohne dich und deine kleinen Stichelein...? Antwort: Noch 3 Monate im Verzüg :P.


Kapitel 5: Lang ist der Tag – rot ist die Sauce

So vergingen die Stunden an der Forks High… schleppend, unaufhörlich, andauernd… die Liste schien schier endlos zu sein. Der Optimist in mir sagte, dass es doch nur der erste Tag war. Alle Darauffolgenden würden schon besser werden. Ich müsste mich erst eingewöhnen, dann wäre alles nur noch ein Klacks. Pustekuchen! Denn der Pessimist in mir wollte mich eines Besseren belehren. Wie wir doch alle wissen, ist der erste Eindruck der entscheidende. Die Leute hier hatten von mir sicher nicht den besten und das, was ich bis jetzt gesehen hatte, schrie auch noch nicht danach, dass ich schleunigst Freunde finden würde. Toll und nun? Meine Hoffnungen in Edward, meinen seltsamen Zeitgenossen, zu setzen, schien dämlich und auch irgendwie surreal. Was sollte so ein Kerl mit mir? Egal ob nun als Freundin oder etwas anderes…? Ja klar, Swan, spinn weiter.

Mein Namensproblem zog sich durch den ganzen langen, nie endenden Tag. Wie mein Mathelehrer hieß, hatte ich vergessen, als es zur Stunde klingelte und meine Banknachbarin anfing, mich in die Geheimnisse der Schule einzuweihen. Es schien, als hätte ich mich neben die Tratschtante schlechthin gesetzt. Ihren Namen konnte ich jedoch leider auch nicht behalten, egal wie penetrant sie mir auf die Nerven ging. Dafür kannte ich Mike Newton. Ich hatte zwar noch kein Wort mit ihm gewechselt, aber es kam mir so vor, als kannte ich ihn bereits mein ganzes Leben lang. Meine Nachbarin redete unentwegt von ihm. Mike hier, Mike da, Mike süß, Mike nett, Mike Liebe des Lebens usw. Was für ein toller Kerl das doch sein musste. Als ich ihn dann endlich sah, wollte ich meinen Augen kaum trauen. Also das war Mike? Schleimbolzen Mike? Mike, wie ich kotze gleich? Na fein.

Unsere rege Unterhaltung brach ab, als Jessica, ja so hieß meine Banknachbarin, aufgerufen wurde. Das hinderte sie jedoch nicht daran, nach kurzer Zeit wieder mit einem Gespräch zu beginnen. Diesmal ging es um Edward Cullen. Wie ich mir bereits dachte, war Edward so etwas wie der Superstar, der Liebling aller Frauen. Vielleicht auch aller Männer? Man wusste es noch nicht so genau, die Geister schieden sich bei dieser Frage. Jessica eröffnete mir, dass sie insgeheim, wie alle anderen auch, wusste ich's doch, auf ihn stand. Als ich stirnrunzelnd nach Mike fragte, wedelte sie nur mit der Hand und meinte, man müsste das nehmen, was auch in Reichweite war. Und Edward schien unerreichbar. Na meinetwegen, mir konnte es ja egal sein.

Als sich nun endlich die Stunde dem Ende zuneigte, konnte ich es kaum erwarten, aus dem Klassenraum zu verschwinden. Nach noch mehr Gesprächsstoff, Jessicas Versicherung, wir würden ganz tolle Freunde werden und unzähligen Ermahnungen seitens des Mathelehrers, wollte ich hier nur noch weg.

Ich flüchtete mit dem Klingelzeichen und begab mich schnurstracks in Richtung Cafeteria oder, wie ich auch gerne sagte, Tummelplatz der Gesichtsparade.

Ich kam mir noch nie so sehr auf dem Präsentierteller vor, wie in diesem Augenblick. Alle Augen richteten sich auf mich, als ich den Raum betrat. Oh Mann, Bella, reiß dich am Riemen, kneif die Arschbacken zusammen und egal, was du tust, fall nicht auf deinen Hintern.

Wohlbehalten und ohne Blessuren in der Schlange stehend stellte ich zufrieden fest, dass sich die mir entgegengebrachte Aufmerksamkeit nach und nach verflüchtigte. Puh, einem ruhigen Essen stand also nichts mehr im Wege.

„Und was willst du, Kleines?"

Oh, ach ja, schon wieder fast vergessen. Bella, dein Gehirn hat heute einen an der Klatsche, aber vom Feinsten.

„Em, ich hätte gern… Ja, was haben Sie denn?"

Genervt tippte die etwas zu breit geratene Dame auf das Schild hinter sich. Selbst ein Blinder hätte die übergroßen Lettern lesen können. Mental schlug ich mir mit der Hand gegen die Stirn. Bingo, 100 Punkte, Swan.

„Ok, dann hätte ich gern die Spaghetti mit Tomatensoße."

Madame Küchenfrau klatschte mir liebevoll den Teller mit Nudeln voll. Vielen Dank auch, bäh, olle Ziege.

Kaum vom Tresen abgewandt entdeckte ich Jessica am anderen Ende der Cafeteria. Irre winkend deutete sie auf den freien Platz neben ihr. Mir bleib auch nichts erspart. Aber wo sollte ich sonst hin? Alleine an einem Tisch zu sitzen war zwar entspannend, doch grenzte es mich noch weiter aus. Also biss ich in den sauren Apfel und begab mich in Richtung Jessica und ihren Freunden, die mich bereits erwartungsvoll beäugten. Wenigstens lächelten sie, ein gutes Zeichen, hoffte ich.

„Hey Swan, wie…" Klatsch, weiter kam er nicht. Vor Schreck hatte ich dem Verursacher mein Tablett samt Nudeln mit roter Soße ins Gesicht geworfen.

„Swan, was zur Hölle?"

Ups.

„Em, tut mir leid. Ich, em, sorry, ich war so erschrocken."

„Toll, ist das ein Grund, mich mit Essen zu bombardieren? Guck dir meine Sachen an! So ein Mist, die sind doch total versaut."

Ich war hin- und hergerissen. Klar tat es mir leid, aber Edward wie einen begossenen Pudel zu sehen, war auch ein Anblick, den man nicht unbelächelt vorbeigehen lassen konnte.

„Lachst du etwa über mich, Swan?"

Ah, Realität, hatte ich doch tatsächlich lachen müssen.

„Cullen, reg dich ab. Ist nur Essen, das geht wieder raus. Außerdem bist du selbst dran schuld. Du hättest dich nicht so anschleichen sollen. Was wolltest du eigentlich?"

„Spielt das noch eine Rolle? Weiber…"

„Ach, komm, Erwin." Ich konnte mir das Schmunzeln einfach nicht verkneifen, böse Bella, bööööse.

„Swan, ich warne dich." Leere Drohungen, alles leere Drohungen.

„Vor was genau?"

„Die Frage müsste richtig lauten, vor wem." Uh, Angst. Ja klar.

„Und vor wem, Cullen? Vor dir?" Edward runzelte die Stirn und guckte etwas dümmlich drein. Wahrscheinlich hatte sich noch kein reiches Mäuschen getraut, ihm Paroli zu bieten. Stimmt, er war ja der Liebling. Erde an Bella, du versaust dir gerade die letzte Chance zumindest annähernd geachtet zu werden. Ein offener Streit mit Edward würde deiner Popularität nicht gerade auf die Sprünge helfen… Ach, halt den Mund…

So starrten wir uns nun an, Standen uns gegenüber und keiner sagte ein weiteres Wort. Wer mochte wohl das Augenduell gewinnen? Ich oder er? Natürlich ich, ich wollte, nein ich musste gewinnen. Zumindest hielt ich durch, bis ich ein zaghaftes jedoch sehr präsentes Husten hörte und auf einmal eine winzige Person zwischen mir und Edward stand.

„Hi, ich bin Alice, Edwards Schwester. Ich bin ein Jahr jünger als er. Du musst Bella sein. Oh ich hab schon so viel von dir gehört. Freut mich dich kennen zu lernen." Blink blink, schwafel schwafel, blub blub, blab blab… noch eine Verrückte. Ahhhh, Irrenhaus!

Ende Kapitel 5


Da hätten wir's. Bis zum nächsten Mal! :)