Cecilia und John (April 1892, Strand, Montague)

Sie kam fast eine Stunde zu spät, hatte Ethel und Phyllis im Schlepptau, den kleinen Scott auf der Hüfte abgestützt, der Saum ihres Kleides hatte Schlammsprenkel und ihr Haar hatte sich teilweise aus dem einfachen Dutt gelöst und flatterte um ihr Gesicht herum.
Sie war wunderschön.
„Cee, hier!", rief John und stand auf, mit einem Arm winkend. Sie entdeckte ihn und kam näher.
„Jack", Cecilia lächelte und als sie vor ihm stand, drückte mit ihrer freien Hand die seine. Ethel und Phyllis entfernten sich bereits in Richtung der Dünen, um zu spielen. Diese geheimen Treffen hatten für sie längst nicht mehr die Faszination wie noch vor ein paar Wochen.
„Wie geht es dir?", fragte John Cecilia, nachdem sie sich auf einen Stein gesetzt und Scott auf ihrem Schultertuch gebettet im Sand schlafen gelegt hatte. Sie begann zu erzählen, wie schlimm es zu Hause mal wieder war und es war kein fehlendes Interesse von ihm, dass er nach einigen Minuten nicht mehr zuhörte, er war einfach bekannt dafür, sich immer und überall wegzuträumen und ihr Anblick, ihre Stimme, ihr Lächeln und besonders ihre tiefblauen Augen waren bestes Material für seine Träume.
„Jack? Hörst du mir überhaupt zu?", erkundigte Cecilia sich nach einer Weile, nicht vorwurfsvoll, sondern amüsiert, lachend gar und es war so selten bei ihr, dieses fröhliche, sorglose Lachen und überhaupt träumte er noch halb, es war also gar nicht seine Schuld, als er sie plötzlich küsste, wieder in Träumen versank, bis…
„Cee!"
„Oh, geh spielen, Phyllis."