Big secret, small the lie

Ihr Bravado verließ Rilla relativ bald.

Nicht nur war sie völlig schockiert von ihrem eigenen Auftreten – was Susan wohl gesagt hätte? –, sondern, je länger sie über die kurze Unterredung nachdachte, auch zunehmend unsicher, worauf genau sie sich eigentlich eingelassen hatte.

Kenneth war verärgert gewesen, so viel war klar. Was Rilla nicht so ganz verstand, war der Grund für seine Wut. Sie schien gegen die anderen Soldaten gerichtet gewesen zu sein – aber die waren doch eigentlich nur freundlich gewesen, oder nicht? Und was sie, Rilla, anging – nun, eine freundliche Einladung schlug man doch nicht einfach so aus, nicht wahr?

Sicher, da war die kleine Stimme in ihrem Kopf – sie klang komischerweise sehr nach Nan –, die leise, aber entschieden darauf hinwies, dass es nicht ganz anständig war, wenn ein wohlerzogenes Mädchen aus gutem Hause abends mit einer Gruppe Soldaten weg ging. Und sei es auch alles noch so unschuldig.

Aber auf der anderen Seite war Ken ja nicht irgendein Soldat. Sie kannte ihn schon ihr ganzes Leben, er war ein Freund von Jem und Walter, er würde schon aufpassen, dass ihr nichts geschah. Richtig?

Rilla seufzte und stellte die Teller auf den Esstisch. Es war wirklich kompliziert.

Sie wusste, sie sollte nicht gehen. Es widersprach ihrer ganzen Erziehung, auf die ihre Eltern doch immer so viel Wert gelegt hatten. Es widersprach allem, was sie in ihrem Leben je gelernt und getan hatte.

Das Problem war nur – sie wollte gehen.

Oh, es war egoistisch von ihr und ziemlich ungehörig. Sie wusste das ja alles. Aber in den letzten Monaten hatte ihr Leben nur aus Pflichten, Pflichten, Pflichten bestanden – und sie hatte es einfach satt.

Sie stand morgens in aller Herrgottsfrühe auf, kümmerte sich den ganzen Tag und einen Haushalt und einen Haufen Kinder, die alle nicht ihr gehörten, und sank abends tot müde ins Bett. Es war anstrengend und meistens recht freudlos. Manchmal bemerkte sie in ihren Gedanken sogar einen gewissen Groll, gegen Tante Millie, die krank war, und Onkel Davy, der niemand anderen um Hilfe gefragt hatte und sogar gegen ihre Mutter, die gesagte hatte, in Familien helfe man einander nun mal.

Konnte ihr man es da wirklich missgönnen, wenn sie einen, nur einen einzigen Abend ein bisschen harmlosen Spaß haben wollte?

Und außerdem wusste sie ganz genau, dass Nan sich im vorherigen Sommer manchmal spät abends aus dem Haus geschlichen hatte, um sich mit Jerry Meredith im Regenbogental zu treffen. Anständig war das auch nicht!

Die kleine Stimme in ihrem Kopf verstummte augenblicklich.

Rilla erlaubte sich ein klitzekleines Lächeln und begann, die Gebackenen Bohnen auf Brotscheiben zu löffeln.

Während sie noch damit beschäftigt war, betrat Onkel Davy, der gerade erst von der Arbeit heimgekehrt war, die Küche.

„Guten Abend Rilla", grüßte er.

„Hallo Onkel Davy", gab Rilla zurück und bemühte sich um einen möglichst unschuldigen Gesichtsausdruck. Ihr war, als müsse Onkel Davy sofort erkennen, was sie plante – oder vielleicht auch nicht plante –, aber er schien ihr tatsächlich nichts anzumerken.

Er beugte sich nur über den Topf, den sie in der Hand hielt und erkundigte sich: „Und, was machst du uns heute leckeres zu essen?"

„Gebackene Bohnen", erwiderte Rilla, ein kleines bisschen zerknirscht, „eigentlich wollte ich ja Shepherd's Pie machen, aber irgendwie habe ich heute auf dem Markt vergessen, Rindfleisch zu kaufen und dann musste ich improvisieren."

Onkel Davy schüttelte beschwichtigend den Kopf. „Macht gar nichts. Manchmal ist eine gute Portion Gebackene Bohnen gar nicht das schlechteste. Sag nur bloß nicht meiner Frau, dass ich das gesagt habe, ja?" Er zwinkerte ihr verschwörerisch zu.

Rilla lacht. „Ehrenwort!", versprach sie und stellte den jetzt leeren Topf in der Spüle ab.

Onkel Davy, so sehr sie es ihm manchmal nachtrug, dass sie ihre Zeit hier in Quebec mit Hausarbeit verbringen musste, war nämlich eigentlich ziemlich in Ordnung. Er war immer nett zu ihr, machte ihr nie Vorwürfe (auch nicht, als sie in ihrer zweiten Woche die alte Kristallvase von Rachel Lynde hatte fallen lassen), und tat im Rahmen seiner Möglichkeiten alles, um ihr die Arbeit zu erleichtern.

Die Erlaubnis, ihren Abend mit einem halben Dutzend Soldaten zu verbringen, würde er ihr zwar garantiert nicht geben, aber…

„Onkel Davy? Ich wollte fragen, ob ich vielleicht heute Abend für ein paar Stunden weg kann", erkundigte Rilla sich also, möglichst beiläufig, während sie Gläser auf den Tisch stellte.

„Natürlich", er zuckte kurz mit dem Schultern, „du bist ja nicht an dieses Haus gefesselt. Wohin möchtest du denn?"

Rilla schluckte. Jetzt galt es, überzeugend zu sein.

„Nun…", begann sie, „ich habe vor ein paar Wochen ein paar Mädchen auf dem Markt getroffen, die mit ihrer Gemeinde ein Konzert planen, um den Verkauf von Kriegsanleihen zu unterstützen. Ich halte das für eine gute Sache – wir hier in Kanada müssen schließlich alles tun, um unsere Jungen in Übersee zu unterstützen, richtig?"

Sie warf Onkel Davy einen kurzen Blick zu und er nickte zustimmend.

Rilla fuhr fort: „Ich sehe die anderen Mädchen in letzter Zeit ziemlich regelmäßig auf dem Markt und heute haben sie mir erzählt, dass leider eine ihrer Sängerinnen erkrankt ist. Irgendeine Halsentzündung. Sie wissen nicht, ob sie bis zum Konzert wieder gesund genug ist, um zu singen und da kam Gabrielle – das ist eine von ihnen – auf die Idee, ich könnte ja vielleicht einspringen. Deswegen hat sie gefragt, ob ich heute Abend zu ihr komme, damit wir die Lieder durchgehen können."

„Kannst du denn singen?", fragte Onkel Davy neckend – und Rilla wusste, dass sie gewonnen hatte.

„Eine Opernsängerin wird aus mir nicht mehr, aber sie Töne treffe ich schon. Und sie haben mir sogar erlaubt, auf Englisch zu singen", erwiderte sie gut gelaunt.

Onkel Davy lachte: „In dem Fall habe ich nichts dagegen. Wo wohnt diese Gabrielle denn?"

„In Saint-Roche", antwortete Rilla schnell, „sie gehört dort einer katholischen Gemeinde an. Aber Jeanette wohnt nicht weit von hier und ihr Vater fährt sie mit dem Automobil hin und holt sie auch wieder ab. Sie hat angeboten, mich mitzunehmen."

„Das ist gut. Ich möchte nämlich nicht, dass du abends alleine durch die Stadt läufst. Quebec ist nicht unsicherer als andere Städte auch, aber es ist eben auch nicht Glen", erklärte Onkel Davy.

Rilla nickte artig. „Da hast du natürlich Recht", stimmte sie zu.

„Sehr gut", Onkel Davy lächelte sie an, „sollen wir dann mal meine Kinder zum Essen rufen?"

Und, einfach so, hatte sie es geschafft.

Das Abendessen ging recht schnell von Statten. Gebackene Bohnen gehörte zu den erklärten Lieblingsessen der Keith-Kinder und sie schaufelten die Bohnen so schnell in sich herein wie sie konnten, ohne einer Ermahnung von Vater oder Cousine wegen schlechter Tischmanieren zu bekommen. Gesprochen wurde daher wenig, was für Rilla den bedeutenden Vorteil hatte, dass Mary und Rachel – besonders Mary – so gar nicht auf die Idee kamen, von den Soldaten auf dem Wochenmarkt zu erzählen, was ihre Abendplanung möglicherweise noch einmal hätte gefährden können.

Nach dem Essen verdonnerte Rilla die beiden Mädchen dazu, das Geschirr zu spülen, während sie sich beeilte, Eddie und Annie ins Bett zu bringen. Louis und Onkel Davy waren beide längst nach oben verschwunden.

Eddie und Annie schliefen wie üblich schnell ein – und glücklicherweise in der Regel auch die ganze Nacht durch –, so dass Rilla nur noch die Sauberkeit der Küche kontrollieren und dann sichergehen musste, dass Mary und Rachel sich ebenfalls fertig fürs Bett machten, bevor sie sich in ihr eigenes Zimmer zurückziehen und sich umziehen konnte.

Sie drehte den Schlüssel im Schloss herum und ging dann zum Schrank, um aus dessen Tiefen das Kleid herauszuziehen.

Als sie in Quebec angekommen war, war es August gewesen und Rilla hatte hauptsächlich sommerliche Tageskleider sowie leichte Röcke und Blusen dabei gehabt. Niemand hatte erwartet, dass ihr Aufenthalt hier sich in den Winter ziehen würde und für etwas anderes als praktische Tageskleidung sowie zwei feinere Sonntagskleider hätte sie sowieso keine Verwendung haben dürfen. Als jedoch klar wurde, dass sie wahrscheinlich erst irgendwann 1916 nach Glen heimkehren würde, stellte sich die Frage nach wetterangemessener Winterkleidung.

Ihre Mutter hatte ihr ein paar Dinge eingepackt und geschickt – darunter einen Mantel von sich selbst und ein paar dicke Nachthemden – aber ihre Tageskleidung aus dem letzten Winter war schlicht nicht zu gebrauchen. Die Sommerkleider hatten Anne, Rilla und Susan zum großen Teil im Frühling genäht und den Saum großzügig hochgenommen. Nach Rillas sechzehntem Geburtstag im Juli wurde der Saum ausgelassen und so hatte sie eine ganze Reihe ‚erwachsener' Kleider mit Knöchellänge.

Die Klamotten von letztem Winter waren aber noch in Kinderlänge, reichten ihr wahrscheinlich mittlerweile nicht mal mehr bis zum Knie und diese in der Öffentlichkeit zu tragen stand völlig außer Frage. Weil Rilla selbst aber keine Zeit zum Nähen hatte und sie außerdem Susan und Anne nicht zum Maßnehmen zur Verfügung stand, hatte Anne keine andere Lösung gesehen, als ihrer Tochter Geld zu schicken, damit sie sich angemessene Winterkleidung kaufen konnte.

Rilla wusste, dass es ihrer Mutter nicht leicht gefallen war. Sie hatte nie eingesehen, teure Kleider zu kaufen, wenn man sie doch problemlos selbst nähen konnte. Außerdem stand Anne dem Kleidungsgeschmack ihrer drei Töchter etwas skeptisch gegenüber. Ihrer Meinung nach neigten alle drei – am wenigstens vielleicht noch Di – dazu, sich unvernünftige Kleidung auszusuchen. Anne aber fand, dass Kleider zwar hübsch, aber eben auch praktisch sein mussten.

Nachdem Rilla nun also das erste Mal Geld bekommen hatte, um sich in einem Warenhaus selbst neue Kleidung zu kaufen, hatte sie selbstverständlich sofort einen unverschämt großen Anteil dieses Geldes für ein unvernünftiges Kleid ausgegeben.

So war sie in den Besitz von dem Kleid gekommen.

Es war ein Abendkleid nach allerneuster Mode. Nicht nur, dass sie keine Verwendung für ein richtiges Abendkleid hatte, die ‚allerneuste Mode' war zudem nicht gerade das, in dem Anne und Susan sie gekleidet sehen wollten. Schöne Kleider waren im Blythes'schen Haushalt gerne gesehen, aber sie hatten knöchellang zu sein. Die ‚allerneuste Mode' diktierte aber mittlerweile Kleider von Wadenlänge.

Und so war auch das Kleid selbstverständlich nur wadenlang. Es bestand aus mehreren Schichten tiefblauer Seite und schwarzer Spitze und hatte zarte Perlenstickerei am Rock. Dieser war mehrlagig, die Ärmel wiederum bestanden nur aus fast durchsichtiger Spitze. Eine Schärpe betonte die Taille, die längst nicht mehr so hoch saß wie man es noch vor zwei-drei Jahren getragen hatte, sondern mittlerweile wieder an ihrem natürlichen Punkt angekommen war.

Kurzum, es war, fand Rilla, das absolut anbetungswürdigste Kleid, das sie je gesehen hatte. Es war selbstredend völlig unvernünftig von ihr gewesen, es zu kaufen, vor allem, weil ihr das Geld an anderer Stelle gefehlt hatte, aber sie hatte es haben müssen.

Und dieses Kleid und kein anderes würde sie durch den heutigen Abend bringen.

Rasch zog sie sich um, steckte dann die Haare zu einem Chignon hoch und wob ihre Perlenkette hindurch. Es war keine komplizierte Frisur, aber sie sah hübsch aus und brauchte nicht viel Zeit und die Zeit wurde ohnehin langsam knapp.

Da sie heute Abend schon so viele unvernünftige Entscheidungen getroffen hatte, machte eine mehr oder weniger auch nichts mehr aus, befand Rilla, schob also ihre festen Winterstiefel zurück unters Bett und griff stattdessen nach den Silbersandalen, die Leslie Ford ihr vorletztes Jahr zu Weihnachten geschenkt hatte und die sie bisher erst zweimal hatte tragen können. Sie hatte sie vor ihrer Abreise heimlich in den Koffer gepackt, ohne sich eine Verwendung dafür vorstellen zu können, aber jetzt kamen sie ihr gerade gelegen.

Danach zog sie den Mantel an, den ihre Mutter ihr geschenkt hatte. Es war nicht mehr das allerneuste Model, aber er bestand aus dicker schwarzer Wolle mit Plüsch an Kragen und Ärmelaufschlägen und hielt somit wunderbar warm. Außerdem war er lang genug, das verräterische Kleid vollständig zu verbergen, was wichtig war, falls Onkel Davy ihr doch noch über den Weg lief.

Zuletzt setzt sie noch ihren Hut auf, ein sehr schickes, modisches Modell, mit einer tiefen, runden Krone und einer schmalen, nach oben gebogenen Krempe. Er bestand aus grauem Filz mit einem breiten schwarzen Band um die Hutkrone und bildete damit das totale Gegenteil zu den breitkrempigen, beladenen Hüten von vor dem Krieg.

Ein allerletzter kritischer Blick in den Spiegel und Rilla nickte zufrieden. Ken Ford würde sich noch wundern. Kind! Von wegen Kind!

Sie verließ ihr Zimmer, warf noch schnell einen Blick zu den Mädchen herein, die beide bereits schliefen, und rief Onkel Davy durch seine Tür zu, dass sie jetzt gehe. Dann eilte sie schnell die Treppe herunter und nach draußen, bevor er es sich noch anders überlegen konnte.

Nach zwei Straßen verlangsamte Rilla ihre Schritte und blieb schließlich ganz stehen. Ihr Herz schlug bis zum Hals und obwohl sie sich kaum angestrengt hatte, ging ihr Atem schnell und flach. Die Hände zitterten in den Manteltaschen.

Sie hatte es wirklich getan!

Sie hatte Onkel Davy angelogen, hatte sich das unvernünftige Abendkleid angezogen und war jetzt auf dem Weg zum Brunnen am Marktplatz, wo Ken auf sie warten würde. Und seine Soldaten-Freunde natürlich.

Das hieß… würden sie warten? Der Gedanke war ihr bisher gar nicht gekommen, aber es war selbstverständlich eine Möglichkeit – dass sie die voreilig ausgesprochene Einladung bereut haben und eben doch kein kleines Mädchen dabei haben wollten – dass Ken sich durchgesetzt hatte und man sie nicht mitnehmen würde.

Natürlich, wie dumm von ihr. Sie würden nicht da sein, sie würden sie gar nicht dabei haben wollen. Es war eine Höflichkeitseinladung gewesen und sie, dumme Gans die sie war, hatte sie für bare Münze genommen. Hatte sich eingebildet, diese erwachsenen Männer – Soldaten dazu – hatten ein Interesse daran, ihren letzten Abend mit ihr zu verbringen, der kleinen Rilla Blythe aus Glen St. Mary.

Von einem Moment auf den anderen war Rillas ganze aufgeregte Vorfreude verflogen.

Ihr erster Instinkt sagte ihr, zurück zum Haus der Keiths zu gehen und die ganze Sache zu vergessen. Aber gerade noch rechtzeitig fiel ihr ein, dass sie ja offiziell mit ‚Jeanette' und ‚Jeanettes Vater' zu ‚Gabrielle ' fuhr, um für ein ‚Konzert' zu proben. Wenn sie jetzt zurückging, würde sie in ziemliche Erklärungsnot kommen.

Es blieb ihr also nichts anderes übrig, als eine angemessene Zeit lang draußen zu bleiben, bis eine glaubhafte Zeit für ihre Rückkehr erreicht war. Wie lange probte man wohl für ein Konzert? Zwei Stunden? Drei?

Seufzend setzt Rilla sich wieder in Bewegung. Sie konnte genauso gut zum Marktplatz gehen, für den unwahrscheinlichen Fall, dass Ken und die anderen doch dort auftauchten. Und wenn nicht – nun, wenn nicht, dann würde ihr schon etwas einfallen.

Schnell erreichte Rilla ihr Ziel. Auf dem Weg begegneten ihr nicht viele Menschen und auch wenn sie jede neue Person misstrauisch beobachtete – Onkel Davy hatte schließlich irgendwie Recht damit, dass sie nicht alleine durch Quebec laufen sollte – zeigte keine davon irgendein Interesse an ihr und Rilla entspannte sich langsam.

Der Marktplatz wirkte merkwürdig, wie er dunkel und verlassen da lag. Rilla sah den Brunnen schon von weitem, aber tatsächlich wartete dort niemand, obwohl die nahegelegene Kirche schon vor einigen Minuten zur vollen Stunde geschlagen hatte.

Sie hatte es ja gewusst.

Mit langsamen Schritten ging sie auf den Brunnen zu und setzte sich schließlich auf dessen steinernen Rand. Hatte heute Nachmittag noch Wasser darin gesprudelt, lag das Becken jetzt leer und trocken da. Flüchtig fragte Rilla sich, ob der Brunnen wohl jeden Abend abgestellt wurde oder ob es daran lag, dass in wenigen Tagen der Dezember begann. War der November nämlich kalt, aber erträglich, so kletterte das Thermometer in den folgenden drei Monaten selten über den Gefrierpunkt, hatte Rachel ihr erzählt.

Nun, dass konnte ja noch heiter werden. Aber wenigstens schneite es noch nicht.

Rilla blies eine weiße Atemwolke in die kalte Abendluft.

Immer noch war niemand zu sehen.


Der Titel ist dem Lied „Don't say a word" der Band Sonata Arctica entnommen.